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Brussels Governance Monitor
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Brüssel im Überblick

Brüssel in 5 Minuten verstehen, ohne Vorkenntnisse

Brüssel ist eine weltweit einzigartige Stadt. Gleichzeitig Hauptstadt Belgiens, Sitz der Europäischen Union und eigenständige Region wird sie von einer institutionellen Architektur außergewöhnlicher Komplexität regiert. Hier das Wesentliche.

Brüssel in 5 Zahlen

1,2 Millionen Einwohner

verteilt auf 19 autonome Gemeinden

19 % des belgischen BIP

aber ein verfügbares Einkommen unter dem nationalen Durchschnitt

89 Regionalabgeordnete

72 französischsprachige + 17 niederländischsprachige

6 Regierungen

üben Zuständigkeiten auf dem Brüsseler Gebiet aus

100+ gesprochene Sprachen

die kosmopolitischste Stadt Belgiens

Ein einzigartiger Doppelstatus

Brüssel ist die einzige Einheit in Belgien, die gleichzeitig eine Region (wie Flandern oder Wallonien) und die Landeshauptstadt ist. Diese Doppelrolle bedeutet, dass Brüssel seine eigenen regionalen Zuständigkeiten verwaltet (Wohnen, Beschäftigung, Mobilität) und gleichzeitig die föderalen und europäischen Institutionen auf seinem Gebiet beherbergt.

Warum 6 Regierungen?

Auf dem Brüsseler Gebiet üben sechs Machtebenen Zuständigkeiten aus: der Bund, die Region, die GGK (bikommunal), die COCOF (französischsprachig), die VGC (niederländischsprachig) und die 19 Gemeinden. Diese Architektur ist das Ergebnis historischer Kompromisse zwischen den Sprachgemeinschaften. In normalen Zeiten funktioniert sie. Wenn eine Ebene blockiert wird — wie die Region und die GGK seit Juni 2024 — pflanzen sich die Folgen kaskadenartig fort.

Hauptstadt Europas

Brüssel beherbergt das Europäische Parlament, die Europäische Kommission, den Rat der EU, das NATO-Hauptquartier und mehr als 4.000 internationale Organisationen. Etwa 120.000 internationale Beamte arbeiten dort. Dieser Status erzeugt eine beträchtliche wirtschaftliche Aktivität, schafft aber auch ein fiskalisches Paradox: Viele dieser Arbeitnehmer genießen Steuerbefreiungen und tragen nicht vollständig zu den regionalen Einnahmen bei.

Das Pendlerparadox

Jeden Tag kommen etwa 360.000 Pendler nach Brüssel, um zu arbeiten. Sie tragen zu 19 % des nationalen BIP bei, zahlen ihre Steuern aber in ihrer Wohngemeinde in Flandern oder Wallonien. Brüssel produziert den Reichtum, fängt aber nur einen Bruchteil davon auf. Dieses Gefälle zwischen hohem BIP und niedrigen Einkommen steht im Zentrum des 'Brüsseler Paradoxons'.

Quellen: IBSA (Regionalstatistiken), Brüsseler Parlament (Zusammensetzung), Eurostat (EU-Daten), Statbel (Bevölkerung).