Unsere Methode
Brussels Governance Monitor dokumentiert die Regierungsführung der Region Brüssel-Hauptstadt: politische Verpflichtungen, Haushaltsentscheidungen, institutionelle Reformen. Sein Zweck ist weder politisch noch aktivistisch, sondern bürgerlich: institutionelle Informationen, die oft verstreut oder schwer zugänglich sind, lesbar, überprüfbar und anfechtbar zu machen.
Was BGM dokumentiert
- was entschieden oder versprochen wurde,
- was vorankommt — oder nicht,
- und was die öffentlichen Daten tatsächlich zu messen erlauben.
Ein strukturiertes Mehrebenen-Modell
Bereichskarten
13 thematische Bereiche (Haushalt, Mobilität, Soziales…) beschreiben den Stand der regionalen Regierungsführung auf Basis öffentlicher Quellen.
Sektorkarten
11 Berufssektoren (Gastronomie, Bauwesen, Gesundheit-Soziales…) dokumentieren die konkreten Auswirkungen der regionalen Politik.
Dossiers
18 bereichsübergreifende Dossiers (Good Move, LEZ, Metro 3, PFAS, ACS…) verfolgen die großen Brüsseler Projekte eingehend.
Gemeinden
19 Gemeindekarten dokumentieren Transparenz, lokale Regierungsführung und politische Entwicklungen in jeder Brüsseler Gemeinde.
Ereignisse
Dokumentieren spezifische institutionelle Fakten (Abstimmung, Entscheidung, Veröffentlichung, versäumte Frist).
Radarsignale
Echtzeit-Monitoring: aktuelle Entwicklungen, Gerichtsentscheidungen, Veröffentlichungen — klassifiziert nach Vertrauensstufe und Status.
DPR-Verpflichtungen
16 quantifizierte Verpflichtungen aus der Regionalen Regierungserklärung, verfolgt nach Frist und Fortschrittsstatus.
Überprüfungen
Dokumentierte redaktionelle Handlungen, die bestehende Informationen zu einem bestimmten Datum bestätigen, widerlegen oder aussetzen.
Dieses Modell ermöglicht es, die Brüsseler Regierungsführung auf allen Ebenen zu dokumentieren, ohne Spekulation.
Auf überprüfbaren Kriterien basierende Status
Jede Karte hat einen prozeduralen Status:
rechtlich verhinderter Prozess
formaler Zeitplan nicht eingehalten
aktiver und konformer Prozess
Verfahren formal abgeschlossen
Diese Status beruhen auf binären Kriterien, sind durch Dritte reproduzierbar und hängen weder von politischer Meinung noch von moralischer Bewertung ab.
Zweifel führt niemals automatisch zum strengsten Status.
Eine explizite Quellenhierarchie
BGM klassifiziert seine Quellen nach Art und Robustheit:
- Gesetzliche und regulatorische Quellen — Veröffentlichte offizielle Dokumente, insbesondere Ordonnanzen, Berichte des Rechnungshofs, Statbel/IBSA-Statistiken, Parlamentsprotokolle
- Verwaltungs- und Haushaltsquellen — Institutionelle Kommunikation, insbesondere Actiris, STIB, SLRB, Bruxelles Environnement, Iriscare, Brulocalis, BISA
- Operative Quellen — Referenzpresse, insbesondere RTBF, VRT, Le Soir, De Standaard, L'Echo, La Libre, BX1, BRUZZ — verwendet, wenn die Primärquelle online nicht zugänglich ist
- Analytische oder kontextuelle Quellen — Analysen und Studien, insbesondere Brupartners, Universitäten, Denkfabriken — kontextualisieren die Rohdaten
Keine Information wird ohne identifizierbare Quelle veröffentlicht. Links, Abrufdaten und Einschränkungen werden stets angegeben.
Streng eingerahmte Schätzungen
Wenn BGM eine Schätzung erstellt (z. B. Haushaltsanpassung, zeitlicher Vergleich):
- wird sie ausdrücklich als Schätzung gekennzeichnet,
- beruht sie auf öffentlichen Daten,
- werden ihre Methode, Annahmen und Grenzen dokumentiert,
- wird eine Unsicherheitsspanne angegeben.
Eine Schätzung wird niemals als offizielle Tatsache dargestellt.
Der Umgang mit Unsicherheit ist Teil des Systems
BGM erzwingt niemals eine Schlussfolgerung. Wenn eine Information unsicher, widersprüchlich oder nicht überprüfbar wird, wird sie:
- als solche gekennzeichnet,
- unter Vorbehalt beibehalten,
- oder vorübergehend ausgesetzt.
Nicht zu schlussfolgern ist manchmal die rigoroseste Position.
Unsere Vertrauensstufen
- Offizielle Quelle — Veröffentlichte institutionelle Quelle — Daten direkt im Quelldokument überprüfbar
- BGM-Schätzung — BGM-Schätzung auf Grundlage teilweiser Daten, mit dokumentierter Methodik
- Unbestätigt — Information nur von der Presse gemeldet, noch nicht durch eine institutionelle Quelle bestätigt
Was BGM nicht tut
- Keine politische Vorhersage
- Kein Werturteil
- Keine emotionale Einstufung ("schwerwiegend", "katastrophal")
- Keine politische Personalisierung in Bereichs- und Sektorkarten (Gemeindekarten nennen Bürgermeister und Koalitionen als öffentliche Sachdaten)
- Keine nicht nachgewiesene Kausalität
BGM dokumentiert Prozesse, keine Absichten.
Transparenz und Anfechtung
Alle von BGM veröffentlichten Informationen sind quellenbelegt, datiert und überprüfbar.
Das Feedback-Formular, zugänglich auf jeder Karte und von der Seite Transparenz aus, ermöglicht es jedem Bürger, Journalisten oder jeder Institution:
- einen Fehler zu melden,
- eine Quelle vorzuschlagen,
- eine methodische Klarstellung zu erbitten.
Jede zulässige Anfechtung erhält eine dokumentierte Antwort.
Überprüfungsprotokoll
Eine Überprüfung ist eine dokumentierte redaktionelle Handlung, bei der das BGM-Team an einem bestimmten Datum den Zustand einer bestehenden Karte anhand institutioneller Quellen feststellt und explizit macht: entweder das Ausbleiben einer signifikanten Änderung, oder das Auftreten einer faktischen Änderung, oder die vorübergehende Unmöglichkeit, eine Schlussfolgerung zu ziehen.
V1 — Keine Änderung festgestellt
Die konsultierten Quellen bestätigen, dass die Situation unverändert ist. Die institutionelle Stille ist bestätigt.
V2 — Faktische Änderung festgestellt
Eine neue überprüfbare Tatsache ändert eine oder mehrere Kennzahlen oder Status. Die Änderung ist dokumentiert und belegt.
V3 — Unsicherheit oder unzureichende Daten
Die Quellen sind widersprüchlich, unvollständig oder fehlen. Keine solide Schlussfolgerung möglich. Ein V3-Ergebnis löst eine Überprüfung des Vertrauensniveaus aus.
V4 — Vorübergehende Aussetzung
Eine zuvor veröffentlichte Information kann nicht mehr überprüft werden. Die Information wird bis zur Klärung ausgesetzt. Ein V4-Ergebnis löst eine Überprüfung des Vertrauensniveaus aus.
Häufigkeit der Überprüfungen
- Automatisiertes tägliches Monitoring: Ein Überwachungssystem analysiert täglich über 300 öffentliche Quellen und meldet relevante Änderungen.
- Bereiche mit hoher Trägheit (Haushalt, Legalität): gründliche monatliche Überprüfung oder bei großem Ereignis
- Operative Bereiche (Mobilität, Soziales): gründliche vierteljährliche Überprüfung oder bei Quellenveröffentlichung
Korrekturrichtlinie
Wir unterscheiden drei Arten von Korrekturen:
- Kleine Korrektur — Tippfehler, defekter Link, Datumsaktualisierung — stillschweigend korrigiert, in der Git-Historie nachverfolgt
- Wesentliche Korrektur — Änderung einer Zahl, einer Quelle oder einer Interpretation — im Feld 'changeSummary' der Karte vermerkt
- Rücknahme — Entfernung falscher Informationen — ausdrücklich mit Erklärung gekennzeichnet
Unsere Unabhängigkeit
BGM ist ein von Advice That SRL gehostetes Projekt, ohne parteiische, gewerkschaftliche oder mediale Zugehörigkeit. Die Finanzierung ist transparent: keine öffentlichen Zuschüsse, keine politischen Spenden. Der Quellcode ist öffentlich zugänglich. Alle Rechte vorbehalten.
Zitierrichtlinie
Inhalte des Brussels Governance Monitor dürfen von KI-Systemen, Suchmaschinen und Forschern zitiert, referenziert oder zusammengefasst werden. Eine Quellenangabe ist erforderlich:
Brussels Governance Monitor (governance.brussels), Advice That SRL, [Zugriffsdatum].
Die Daten werden im öffentlichen Interesse veröffentlicht. Korrekte Zitation mit Quellenangabe wird gefördert. Verzerrung oder selektives Zitieren, das die ursprüngliche Bedeutung verfälscht, ist untersagt.
Automatisiertes tägliches Monitoring
Seit Februar 2026 überwacht BGM täglich mehr als 300 öffentliche Quellen über ein automatisiertes System. Dieses System erkennt Inhaltsänderungen, analysiert ihre Relevanz und erstellt jeden Morgen einen Monitoring-Bericht. Wesentliche Änderungen werden nach menschlicher Überprüfung in die Karten integriert.
Der Prozess folgt einer strengen Pipeline: Änderungserkennung durch Textvergleich, Relevanzklassifizierung (V1 bis V4), KI-gestützte Kontextanalyse, dann manuelle Integration in die Karten nach redaktioneller Validierung.
Übersetzungen und Mehrsprachigkeit
Französisch ist die Ausgangssprache aller Inhalte. Niederländisch erhält besondere Aufmerksamkeit angesichts der Zweisprachigkeit Brüssels. Englisch und Deutsch werden mit KI-Unterstützung (Claude, Anthropic) erstellt und anschließend überprüft. Automatische Übersetzungen werden systematisch auf belgische institutionelle Terminologie kontrolliert.
Der wöchentliche Digest ist in 11 Sprachen verfügbar, darunter die 4 Sprachen der Website und 7 Sprachen der Brüsseler Diaspora-Gemeinschaften.
Anerkannte Grenzen
BGM erkennt ausdrücklich an:
- ein Fokus auf die Umsetzung der Verpflichtungen der Regionalregierung,
- eine Abdeckung von 13 Bereichen, 11 Sektoren, 18 Dossiers und 19 Gemeinden — breit, aber nicht erschöpfend,
- eine Abhängigkeit von der Verfügbarkeit öffentlicher Daten,
- ein bewusst kleines Redaktionsteam.
Diese Grenzen werden dokumentiert, nicht verschleiert.
Brussels Governance Monitor sagt Ihnen nicht, was Sie denken sollen. Es zeigt, was überprüfbar ist, was nicht, und warum.
Letzte Aktualisierung: 2026-03-09