Betroffene Sektoren
Die wichtigsten Sektoren der Brüsseler Wirtschaft, verfolgt und dokumentiert
Handel: Hub.brussels schließt 14 Büros, 13,5 % Leerstand, regionale Sparmaßnahmen
13,5 % der Handelsflächen stehen leer (3 500 Lokale) ; im Pentagon steigt der Wert auf 18,3 %. Die Regierung beschloss im April die Schließung von 14 der 33 Hub.brussels-Büros. Visit.brussels schloss seinen letzten physischen Touristenschalter (Großer Platz, 30. Juni 2026), nach jenem am Königsplatz im April: Brüssel hat keine physische touristische Anlaufstelle mehr. Bei Visit.brussels wurden 37 freiwillige Abgänge von 159 VZÄ vereinbart. Der Bürosektor verzeichnet das schlechteste Quartal seit 25 Jahren.
Bau: Metro 3 Nord gefährdet, Infrabel 57,8 Mio. € für 7 Bahnhöfe, Wohnungsfonds wieder aktiv
Der Sektor verlässt sein schlechtestes Jahr seit zehn Jahren (−1 402 Unternehmen 2024), doch der Rahmen klärt sich: regionaler Haushalt 2026 verabschiedet, Wohnungsfonds startet am 1. Juli neu, Infrabel investiert 57,8 Mio. EUR, um 7 Brüsseler Bahnhöfe barrierefrei zu gestalten. Der Metro-3-Abschnitt unter dem Nordbahnhof ist hingegen offiziell gefährdet (Anhörung am 23. April).
Kultur: Kanal gerettet, aber FWB kürzt 12,9M EUR, La Centrale geschlossen, FAME gestrichen
Kanal gerettet (60M EUR), aber die FWB kürzt 12,9M EUR in der Kultur, die Stadt Brüssel reduziert ihr Budget um 19,6 %, La Centrale ist geschlossen und das Festival FAME gestrichen. 168 Kulturakteure (RAB/BKO) fordern Garantien. Ein Brand traf die Kanal-Baustelle am 6. Juli 2026 (keine Verletzten), die Gesamteröffnung bleibt für den 28. November 2026 geplant.
Digital: Ordonnanz Brüssel Digital angenommen, 36 % digitale Verwundbarkeit, Big Bang 25→4
Die Ordonnanz Brüssel Digital (veröffentlicht am 21. Februar 2024, Nr. 2024000830) garantiert verpflichtende Offline-Kanäle für öffentliche Verfahren. Aber ~340 000 Brüsseler (36 %) bleiben digital verwundbar. Die Versammlung « L'humain d'abord ! » (23. April 2026, Place Fernand Cocq) hält den Druck hoch. Der Big Bang fusioniert 25 Einheiten zu 4 Säulen, Paradigm ist in Säule 1 (gemeinsamer Unterstützungsdienst) integriert. Das Innoviris-Budget wurde 2026 auf 30 Mio. EUR gekürzt (gegenüber 39 Mio. EUR 2025).
Bildung: Generalstreik FWB (9. April), Krippenplatz-Krise (10 000 fehlende Plätze), FWB −86,7 Mio. Unterricht + −74 Mio. Kleinkindbetreuung
Generalstreik im französischsprachigen Pflichtschulunterricht am 9. April 2026 gegen den Glatigny-Plan (86,7 Mio. EUR Einsparungen 2026). Bis zu 10 000 Krippenplätze fehlen in Brüssel. FWB kürzt 74 Mio. EUR bei der Kleinkindbetreuung. OKAN-Coaches (flämisch) um 2/3 gekürzt (394 betroffene Brüsseler Erstankömmlinge). Der Lehrerberuf bleibt auf der Liste der Mangelberufe in Brüssel (Actiris, Juli 2026).
Umwelt: LEZ aktiv (−55 % NOx), Bußgelder in Kraft, Evere im Front gegen Überflug
Die LEZ 2026 verbietet Diesel Euro 5 seit dem 1. Januar und erzielt −55 % NOx. Die Bußgelder von 350 € sind seit dem 1. Juli 2026 in Kraft. Der Bericht 2025 von Bruxelles Environnement bestätigt ein 6. Jahr in Folge mit NO2-Konformität, aber keine Messstation erreicht bislang die WHO-Richtwerte 2025. Renolution wird durch zinslose Darlehen ersetzt (200 Mio. €). Evere schließt sich Schaerbeek, Koekelberg und Molenbeek in einer Klage gegen die Flugroute RNP 07L an.
Gesundheit COCOM: Samusocial Nozat, Humanitärer Hub geräumt, 23 % Armut, Kleinkind-Lasagne
Samusocial erlaubt seit dem 20. April Alkohol im Frauenzentrum (Pilotprojekt « Nozat ») gegen das « entmündigende » strikte Verbot. Das Humanitäre Hub (Hafenallee) wurde am 21. April geräumt. Die Armut bleibt bei 23 %, und 14 246 Brüsseler Studierende erhalten Eingliederungseinkommen — mehr als ganz Flandern. Die Kleinkindbetreuung läuft durch eine Lasagne ONE / Opgroeien / Iriscare mit FWB-Kürzungen (74 Mio. €).
Horeca: Hotel-MwSt. 12 %, Rekord-Insolvenzen, Visit.brussels-Sparmaßnahmen, Pentagon-Bettelreglement
Hotel-MwSt. seit 1. März 2025 von 6 auf 12 % erhöht. 17 % der Brüsseler Insolvenzen entfallen auf Horeca (vs 6 % der KMU). Visit.brussels schloss seinen letzten physischen Touristenschalter (Großer Platz, 30. Juni 2026): Brüssel hat keine physische touristische Anlaufstelle mehr. Die föderale Ausweitung der Flexi-Jobs auf alle Branchen (1. Juli 2026) verwässert den historischen Vorteil des Horeca. Die Brüsseler Horeca-Föderation spricht von einem « gebrochenen Vertrag » mit der Politik (Juli 2026). Das Bettelreglement des Pentagon (Brüssel-Stadt, 20. April 2026) ist Gegenstand einer Klage beim Staatsrat.
Wohnungswesen: Wohnungsfonds startet am 1. Juli, Mieten +3,7 %, SLRB 197 Mio. € Schulden
Der Wohnungsfonds nimmt seine Hypothekarkredite am 1. Juli 2026 nach 12 Monaten Aussetzung wieder auf. Privatmieten steigen stark (+3,7 %, durchschnittliche Wohnung 1 376 €/Monat) — alle Gemeinden überschreiten die Grenze von 1 000 €. Die SLRB trägt 197 Mio. € Schulden und muss zwei Standorte verkaufen (Ariane, Palais).
Vereinigungssektor: 5 000+ Vereinigungen, 105 000 Arbeitsplätze, anhaltende dreifache Blockade
Mehr als 5 000 Vereinigungen und 105 000 Beschäftigte haben 600+ Tage ohne Regierung durchgestanden. Strukturen haben Personal entlassen, Teilzeitarbeit auferlegt oder ihre Tätigkeiten eingestellt. Die dreifache Blockade (kein neues Politikprogramm, keine Anpassung an Reformen, kein Haushalt 2025) hält trotz der Regierungsbildung an.
Öffentlicher Verkehr: Metro 3 Nord gefährdet, Infrabel 57,8 Mio. €, STIB Süd 1 Jahr
Metro-3-Abschnitt unter dem Nordbahnhof offiziell gefährdet (Anhörung 23. April) — V.E.R.T.-Technik geschätzt auf +75,1 Mio. EUR ohne Garantie. Infrabel investiert 57,8 Mio. EUR, um 7 Bahnhöfe barrierefrei zu gestalten. STIB unterbricht 4 Straßenbahnlinien ein Jahr lang am Bahnhof Brüssel-Süd (ab 27. April). Taxibus PRM: Minibus-Ende Ende 2027, Übergang zu Privattaxis.