Schlüsseldossiers
Die Dossiers, die die Zukunft Brüssels gestalten — verfolgt und belegt
Barrierefreiheit und Behinderung in Brüssel: Verkehr, Beschäftigung und Daten
Brüssel zählt rund 23.100 Bezieher von Behindertenbeihilfen (FÖD, 2024). Die Verordnung zum Handistreaming (2016) schreibt die systematische Berücksichtigung von Behinderungen vor. Die RPE (DPR) erwähnt das Handistreaming einmal, ohne eigenen Abschnitt oder bezifferte Zielvorgabe.
Subventionierte Vertragsbedienstete: die geschwächte Säule der Brüsseler Non-Profit-Beschäftigung
~10.000 ACS-Stellen in Brüssel (6.700 aktiv), Regionalbudget von ~250 Mio. EUR über Actiris. Keine neuen Stellen seit 2007. Die 6. Staatsreform übertrug die Zuständigkeit an die Regionen. Die seit 2015 laufende Regionalreform wandelt das Instrument von struktureller Unterstützung zu Aktivierungspolitik. Der Non-Profit-Sektor demonstrierte am 3. Februar 2026 für ein Sozialabkommen.
Bürgerversammlungen: 6 Kommissionen abgeschlossen, 205+ Empfehlungen, 7. in Vorbereitung
Brüssel verfügt über zwei Mechanismen der partizipativen Demokratie: die deliberativen Kommissionen des Parlaments (45 per Losverfahren ausgewählte Bürger + 15 Abgeordnete) und die ständige Bürgerversammlung für das Klima. Sechs Kommissionen wurden seit 2021 abgeschlossen (205+ Empfehlungen), eine 7. zum Thema öffentliche Sauberkeit wurde im Januar 2026 genehmigt. Die Klimaversammlung hat 3 Zyklen durchlaufen. Parallel dazu haben mehrere Gemeinden Bürgerhaushalte eingeführt.
Rechenzentren und KI: Auswirkungen auf das Brüsseler Energiesystem
Die belgischen Rechenzentren verbrauchen 3,2 TWh Strom (4 % des nationalen Gesamtverbrauchs, 2x der europäische Durchschnitt). Mit KevlinX BRU01, das seit Januar 2026 in Neder-Over-Heembeek in Betrieb ist, ist die Region Brüssel-Hauptstadt direkt betroffen. Die Projektionen weisen für 2035 auf 7 bis 15,5 TWh hin.
Insolvenzen in Brüssel: Bestandsaufnahme, Branchen und regionale Maßnahmen
Im Jahr 2025 wurden in der Region Brüssel-Hauptstadt 2.208 Unternehmen für insolvent erklärt (+13,2 % in einem Jahr). Das Baugewerbe, die Gastronomie und der Transportsektor sind am stärksten betroffen. Die Region verfügt über Begleitmaßnahmen (CEd, hub.brussels, PRJ), doch deren Kapazität angesichts des Ausmaßes des Phänomens bleibt zu dokumentieren.
LEZ: beibehalten mit Jahrespass und reduzierten Bußgeldern
Das Abkommen vom Februar 2026 behält die LEZ bei, führt aber einen Jahrespass (350 EUR, Sozialtarif 200 EUR) als Alternative zu Einzelbußgeldern ein. Das Bußgeld wird auf 80 EUR gesenkt und die Obergrenze von 4 Bußgeldern/Jahr wird abgeschafft.
Geteilte Mobilität in Brüssel: E-Scooter, Fahrräder, Taxis und der Kampf um die Konzessionen
Im März 2025 sind rund 9 200 geteilte E-Scooter und 6 500 Leihfahrräder in Brüssel unterwegs — in einem regulatorischen Rahmen, der von einem beispiellosen juristischen Tauziehen geprägt ist. Die Villo!-Konzession (360 Stationen, JCDecaux) läuft im September 2026 aus, ohne dass ein Nachfolger feststeht. Die Taxis stehen vor einer auf 2027 verschobenen Null-Emissions-Umstellung, während das Arbeitsgericht (Berufung) einen Uber-Fahrer als Arbeitnehmer eingestuft hat.
PFAS in Brüssel: Boden- und Wasserverunreinigung
82 kontaminierte Parzellen in der Region Brüssel identifiziert. Der Sicli-Standort in Ukkel weist Werte bis zu 1.000× über der Norm auf. TFA überschreitet die künftige EU-Norm in allen 6 Trinkwasserreservoirs. Der Umweltrat fordert einen integrierten Rahmen (Februar 2026).
Sicherheitsplan: regionaler Drogenkommissar und 10M EUR für die Bahnhöfe
Das Abkommen vom Februar 2026 sieht einen integrierten regionalen Sicherheitsplan, einen regionalen Drogenkommissar, 10M EUR für die Sicherung der Bahnhöfe Midi und Nord sowie die Vernetzung der Videoüberwachungssysteme vor.
Senioren in Brüssel: Unterbringung, Autonomie und Daten
Brüssel zählt rund 163.000 Personen ab 65 Jahren (13 % der Bevölkerung). Iriscare finanziert 211 Senioreneinrichtungen (541 Mio. EUR im Jahr 2024). Die RPE (DPR) erwähnt die häusliche Pflege und pflegende Angehörige, ohne spezifisches Budget oder bezifferte Zielvorgabe.
SLRB: 1 000+ Sozialwohnungen und finanzielle Konsolidierung
Das Abkommen vom Februar 2026 sieht die finanzielle Konsolidierung der SLRB und den Bau von mehr als 1 000 Sozialwohnungen während der Legislaturperiode vor (400M EUR). Die Warteliste umfasst über 50 000 Haushalte.
Vivaqua: finanzielle Konsolidierung angekündigt
Das Abkommen vom Februar 2026 sieht die finanzielle Konsolidierung von Vivaqua vor. Der mehrjährige Investitionsplan (~1,3 Milliarden EUR) zur Erneuerung des Wassernetzes kann wieder aufgenommen werden.
Fusion der Polizeizonen: von 6 auf 1, Abstimmung vor dem Sommer 2026
Die föderale Regierung hat in zweiter Lesung (23. Dez. 2025) einen Gesetzentwurf gebilligt, der die 6 Brüsseler Polizeizonen zu einer einzigen Zone zusammenlegt, mit einem Budget von 65 Mio. EUR. Minister Quintin hat das Projekt im Ausschuss für Inneres der Kammer vorgestellt (10. Feb. 2026). Abstimmung vor dem Sommer 2026 erwartet.
Reform der Regionalverwaltung: von 25 Einheiten zu 4 Säulen
Die Brüsseler Regierung kündigt einen administrativen «Big Bang» an: Umstrukturierung von ~25 regionalen Einheiten in 4 Säulen, verlängerter Einstellungsstopp, Sparziel von 250-300 Mio. EUR bis 2029. Erste bestätigte Fusion: perspective.brussels + urban.brussels im Jahr 2026.
Good Move: ersetzt durch einen neuen Mobilitätsplan
Das Abkommen vom Februar 2026 kündigt den Ersatz von Good Move durch einen neuen Regionalen Mobilitätsplan an, mit kleineren Zellen um Schulzonen und einer grundlegenden Überarbeitung mit Fokus auf Verkehrssicherheit und Lebensqualität.
Metro 3: Projekt 10 Jahre eingefroren, Ersatz durch Straßenbahn
Das Abkommen vom Februar 2026 kündigt die Aufgabe des Projekts Metro 3 wie geplant an (Verlängerung Albert — Bordet, ~5,2 Mrd EUR). Die Metro wird 10 Jahre eingefroren und durch eine Straßenbahn ersetzt, die die Schleife des bestehenden Netzes vervollständigt.
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