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Brussels Governance Monitor

LEZ: beibehalten mit Jahrespass und reduzierten Bußgeldern

In BearbeitungRegionalOffizielle Quelle
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Am 11. Juni 2026 hat die Regierung in erster Lesung zwei Szenarien für eine LEZ-Befreiung der Begünstigten der erhöhten Kostenerstattung (BIM) gebilligt und an den Staatsrat übermittelt. Die Bußgelder von 350 EUR treten am 1. Juli 2026 für Euro-5-Diesel und Euro-2-Benziner in Kraft (13.000+ betroffene Fahrzeuge). Die Gesamtreform (Jahrespass 350 EUR) bleibt für 2027 vorgesehen.

Kennzahlen

2018

Einführungsjahr

350EUR/Jahr (Sozial: 200 EUR)

Jahrespass (DPR)

80EUR (zuvor 350 EUR)

Bußgeld pro Verstoß (DPR)

13.000+Diesel Euro 5 + Benzin Euro 2

Betroffene Fahrzeuge ab 1. Juli

Warnungen

  • Lücke Oldtimer: automatische Ausnahme unkontrolliert, 13.799 Oldtimer in der LEZ im Jahr 2024 (gegenüber 3.936 im Jahr 2019), Überarbeitung im Rahmen der Reform Anfang 2027 erwartet25. Juni 2026
  • Soziale BIM-Befreiung: zwei Szenarien in erster Lesung, zweite Lesung nach dem Sommer 202611. Juni 2026
  • Bußgelder von 350 EUR ab 1. Juli 2026 bestätigt — 13.000+ betroffene Fahrzeuge5. Juni 2026
  • Staatsrat: kritisches Gutachten zu niedrigeren Bußgeldern (Standstill)28. Februar 2026
  • DPR: Jahrespass 350 EUR, Bußgeld auf 80 EUR gesenkt13. Februar 2026

Beteiligte Akteure

Bruxelles EnvironnementRegion Brüssel-HauptstadtBrüsseler Gemeinden

Regierungsabkommen: was sich ändert

Das Abkommen vom 12. Februar 2026 ändert das LEZ-Regime grundlegend:

  • Jahrespass: Eigentümer nicht konformer Fahrzeuge können einen Pass für 350 EUR/Jahr (Sozialtarif 200 EUR) erwerben, um legal zu fahren
  • Reduziertes Bußgeld: Das Bußgeld pro Verstoß sinkt von 350 auf 80 EUR
  • Obergrenze abgeschafft: Die Obergrenze von 4 Bußgeldern pro Jahr wird abgeschafft

Die LEZ wird im Grundsatz beibehalten, aber ihre finanzielle Auswirkung auf Autofahrer wird deutlich abgemildert.

Durchsetzung: Toleranz bestätigt (Februar 2026)

Minister Dirk De Smedt (Anders) bestätigte am 27. Februar 2026 im Brüsseler Parlament, dass kein einziges LEZ-Bußgeld erhoben wurde für die seit dem 1. Januar 2026 verbotenen Diesel-Euro-5- und Benzin-Euro-2-Fahrzeuge. Eine Toleranzperiode von 3 Monaten ist in Kraft (1. Januar — 1. April 2026).

  • 4.386 Verwarnungsschreiben wurden von Brüssel Steuerwesen versandt
  • Bußgelder von 350 EUR werden erst nach dem 1. April 2026 erhoben
  • Der Abgeordnete Gilles Verstraeten (N-VA) meldete 2 Fälle irrtümlich versandter Bußgelder; der Minister forderte die Betroffenen auf, sich an Brüssel Steuerwesen zu wenden

Rechtsrisiko: Gutachten des Staatsrats (Februar 2026)

Der Staatsrat hat ein sehr kritisches Gutachten zum MR-Verordnungsentwurf zur Senkung der LEZ-Bußgelder abgegeben, der vor der Bildung der Regierung Dilliès im Brüsseler Parlament eingereicht wurde.

  • Standstill-Prinzip: Die Senkung der Bußgelder stellt einen Rückschritt beim Gesundheitsschutz der Brüsseler dar, was das verfassungsrechtliche Standstill-Prinzip verletzt
  • Unzureichende Bußgelder: Die vorgeschlagenen Beträge (15 bis 50 EUR/Monat) gelten als zu niedrig, um „wirksam, verhältnismäßig und abschreckend" zu sein
  • 6-monatiger Aufschub: Der Aufschub der Bußgelder über den 31. März hinaus würde zu einer „nachteiligen Auswirkung auf die Gesundheit der Brüsseler" beitragen
  • Linie des Verfassungsgerichtshofs: Das Gutachten folgt dem Urteil, das die vorherige LEZ-Verschiebung aufhob

Das Regierungsabkommen Dilliès sieht ebenfalls niedrigere Bußgelder vor (80 EUR/Verstoß, Jahrespass zu 350 EUR). Die entsprechende Verordnung oder der Durchführungserlass wurde noch nicht veröffentlicht. Das Rechtsrisiko ist real, wenn die Regierung derselben Logik wie der MR-Vorschlag folgt.

Geerbter Kontext

Die LEZ (Low Emission Zone) in Brüssel wurde 2018 eingeführt, um die Luftqualität zu verbessern, indem die umweltschädlichsten Fahrzeuge schrittweise aus dem Regionalgebiet verbannt werden. Der Kalender sieht eine schrittweise Verschärfung der Zugangsnormen vor, mit dem Ziel, Dieselfahrzeuge bis 2030 und Benzinfahrzeuge bis 2035 zu verbieten.

Umweltergebnisse

Seit ihrer Einführung im Jahr 2018 hat die LEZ messbare Verbesserungen der Luftqualität erbracht:

  • NOx: −55 %
  • Feinstaub (PM): −33 %
  • Rußkohlenstoff: −60 %

Etwa 400 000 Fahrzeuge sind von der Verschärfung 2026 betroffen (Diesel Euro 5, Benzin Euro 2).

Quelle: Bruxelles Environnement, 2026.

Was in der Schwebe war (Juni 2024 — Februar 2026)

Die LEZ funktionierte weiterhin nach den bereits verabschiedeten Regeln. Die nächsten Verschärfungsphasen erforderten jedoch politische Entscheidungen, die in der geschäftsführenden Regierung nicht getroffen werden konnten.

Paukenschlag: Bußgelder ausgesetzt (27. März 2026)

Am 27. März 2026 — 4 Tage vor Inkrafttreten — gab Haushaltsminister Dirk De Smedt (Anders) bekannt, dass keine Bußgelder gegen Diesel-Euro-5- und Benzin-Euro-2-Fahrzeuge ab dem 1. April verhängt werden. Er wies Brüssel Steuerwesen an, die Bußgelder nicht einzuziehen, bis der Rechtsrahmen reformiert ist.

Chronologie der Krise:

  • 26. März: Staatssekretärin Ans Persoons (Vooruit) bestätigt, dass Bußgelder ab dem 1. April gelten — maximal 1 Bußgeld von 350 EUR pro Jahr
  • 27. März: Minister De Smedt widerspricht und setzt die Bußgelder aus — kein Bußgeld ab dem 1. April
  • Van den Brandt (Groen): prangert einen « Durchmarsch von PS-Anders » an und warnt vor rechtlichen Risiken (Standstill-Prinzip)

Folgen:

  • ~30 000 Fahrzeuge im rechtlichen Vakuum: technisch verboten, aber nicht bußgeldfähig
  • Das Übergangssystem (Jahrespass 350 EUR, Sozialtarif 200 EUR) ist noch nicht formalisiert — keine Verordnung oder kein Erlass veröffentlicht
  • Erste Lesung einer neuen Verordnung in den kommenden Wochen geplant
  • Reformierter Rahmen angestrebt für Januar 2027
  • Die Episode stellt den 2. sichtbaren Bruch in der Koalition dar (Tag 43)

Quellen: RTBF, La Libre, BX1 (27. März 2026).

LEZ-Vereinbarung vom 4. April: Bußgelder auf 1. Juli verschoben

Nach der ersten Regierungskrise (2.-4. April, T+50 — siehe Karte Institutionell) erzielte die Regierung am 4. April 2026 eine Einigung. Am 17. April kündigte Finanzminister Dirk De Smedt (Anders) auf BX1 eine erneute Verschiebung an: « Ich kann den 7. Juni nicht garantieren. Bestenfalls wird es der 1. Juli. »

ParameterWert
Inkrafttreten1. Juli 2026 (bestätigt — verschoben vom 7. Juni)
Jahrespass350 EUR (jährlich indexiert)
Sozialtarif200 EUR (einkommensschwache Haushalte)
Monatliche Geldbuße80 EUR (Gelegenheitsnutzer, ab 2027)
Ratenzahlung4 ohne Nachweis, oder 10 auf Antrag

Begründung der Verschiebung (17. April): Der Minister verweist auf « noch laufende » Verwaltungsarbeit und Systemanpassungen. Er betont, dass das Verfahren mit dem Rechtsrahmen konform bleibt und der 7. Juni ein « Stichtag » für den Start war — kein fixer Termin.

Chronologie:

  • 27. März: De Smedt (Anders) setzt einseitig die Bußgelder ab 1. April aus
  • 2. April: Regierungssitzung blockiert. Groen wütend, PS stellt Bedingungen
  • 3. April: Außerordentliche Sitzung. De Smedt verweigert BRAL/IEB-Subventionen
  • 4. April: Einigung erzielt. Bußgelder auf 7. Juni festgelegt
  • 17. April: erneute Verschiebung angekündigt — Bußgelder « bestenfalls » am 1. Juli

Eine LEZ-Taskforce muss die befreiten Kategorien (BIM, Berufstätige, vulnerable Gruppen) vor dem 15. Juni definieren. Die Reformverordnung wird für den 15. Juni erwartet, Umsetzung in 2027.

Quellen: BX1 (17. April 2026); RTBF, BX1, La Libre, DH (3.-4. April 2026). Vertrauen: official.

Bestätigung: 13.000+ betroffene Fahrzeuge ab 1. Juli 2026 (5. Juni 2026)

Laut Daten der Region Brüssel riskieren mehr als 13.000 Fahrzeuge (Euro-5-Diesel und Euro-2-Benziner) ab 1. Juli 2026 ein Bußgeld von 350 EUR. Verwarnungsschreiben werden seit dem 1. Januar 2026 an die betroffenen Halter versandt. Das geltende Limit bleibt ein Bußgeld pro drei Monate. Die Gesamtreform (Jahrespass 350 EUR, Sozialtarif 200 EUR, monatliche Geldbuße 80 EUR für Gelegenheitsnutzer) ist noch in Ausarbeitung, und bis zu diesem Datum wurde keine Verordnung veröffentlicht.

Quelle: BRUZZ / Region Brüssel, 5. Juni 2026.

Soziale BIM-Befreiung: zwei Szenarien in erster Lesung (11. Juni 2026)

Der Ministerrat vom 11. Juni 2026 hat in erster Lesung zwei Erlassentwürfe gebilligt, die — im Vorgriff auf die für Anfang 2027 geplante Gesamtreform — eine soziale Korrektur der Umweltzone (LEZ) einführen:

  1. Vollständige Befreiung für alle Kennzeicheninhaber, die die erhöhte Kostenerstattung (BIM) beziehen — sie könnten mit jedem Fahrzeug in die Region einfahren;
  2. Bedingte Befreiung: nur für BIM-Berechtigte mit Wohnsitz in Brüssel, die erwerbstätig sind und mindestens drei steuerlich zu Lasten lebende Personen haben.

Beide Texte werden dem Staatsrat, der Datenschutzbehörde und den Beratungsgremien übermittelt. Die zweite Lesung wird nach dem Sommer 2026 erwartet; eine dritte Lesung ist möglich, da die Regierung in der Frage gespalten bleibt. Die Staatssekretärin für Klima fasst die Abwägung zusammen: Die Luftqualität bleibe « eine absolute Priorität », aber « viele Haushalte können sich nicht einfach ein neues Elektroauto für 40 000 Euro kaufen ».

Diese soziale Korrektur ist getrennt von der Gesamtreform der LEZ (Jahrespass 350 EUR usw.), die weiterhin für Anfang 2027 in Arbeit ist. Anzumerken: Der BIM-Status, bereits im Zentrum des Dossiers bim-bruxelles (rund 30 % der Brüsseler), würde hier erstmals zu einem Kriterium für den Straßenzugang.

Quellen: BRUZZ, BX1, La DH, L'Avenir (12. Juni 2026). Vertrauen: unconfirmed (erste Lesung, Texte nicht veröffentlicht).

Die Oldtimer-Lücke: automatische Ausnahme unkontrolliert (Juni 2026)

In Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage (eines CD&V-Abgeordneten) hat die Staatssekretärin für Umwelt Zahlen mitgeteilt, die einen starken Anstieg der Oldtimer (« O »-Kennzeichen, Fahrzeuge über dreißig Jahre alt) zeigen, die in der Umweltzone fahren. Diese Fahrzeuge sind automatisch von der LEZ befreit, allein aufgrund ihres Alters, unabhängig von der tatsächlichen Nutzung.

  • Oldtimer in der LEZ: 3.936 im Jahr 2019, 13.799 im Jahr 2024 (mehr als verdreifacht in fünf Jahren).
  • Oldtimer, die hundert Tage pro Jahr und mehr fahren: 17 im Jahr 2019, 76 im Jahr 2024, 156 im Jahr 2025.
  • Die ANPR-Kameras identifizieren die Oldtimer, kontrollieren ihre tatsächliche Nutzung jedoch nicht: Ein selten genutztes Sammlerstück und ein täglich genutztes altes Fahrzeug profitieren von derselben automatischen Ausnahme.

Methodologischer Hinweis: Die Zahl für 2025 (9.765 Oldtimer) ist mit den Vorjahren nicht vergleichbar, da in diesem Jahr ein Kameraersatz stattfand; sie spiegelt keinen realen Rückgang wider.

Die für Anfang 2027 geplante LEZ-Gesamtreform ist die erkannte Gelegenheit, dieses automatische Ausnahmesystem zu überarbeiten.

Quellen: La DH Bruxelles (25. Juni 2026) ; BRUZZ Mobiliteit (25. Juni 2026). Vertrauen: estimated (Zahlen von Bruxelles Environnement über eine parlamentarische Anfrage) ; unconfirmed (Pressebericht).

Zu beobachtende Punkte

  • Öffentliche Gesundheit: Die Luftqualität in Brüssel liegt in mehreren Gebieten weiterhin unter den Empfehlungen der WHO
  • Soziale Gerechtigkeit: Der Jahrespass und der Sozialtarif zielen darauf ab, die Auswirkungen auf Haushalte mit geringem Einkommen abzumildern — zwei Szenarien für eine BIM-Befreiung (30 % der Brüsseler) sind seit dem 11. Juni 2026 in erster Lesung
  • Klimakohärenz: Die Reform des Bußgeldsystems wirft Fragen über den Kurs zur Eliminierung umweltschädlicher Fahrzeuge auf
  • Verschärfungskalender: Die Bestätigung oder Überarbeitung des Kalenders 2025-2030 steht noch aus

Häufig gestellte Fragen

Was ist die Umweltzone (LEZ) in Brüssel ?

Die LEZ (Low Emission Zone) ist eine 2018 eingeführte regionale Maßnahme zur Verbesserung der Luftqualität. Sie gilt auf dem gesamten Gebiet der Region Brüssel-Hauptstadt und verbietet den Zugang für die umweltschädlichsten Fahrzeuge, nach einem von der Region festgelegten Kalender progressiver Verbote. Die Einhaltung wird per Kennzeichenkameras kontrolliert. Für bestimmte Fälle bestehen Pässe und Ausnahmen.

Welche Autos sind von der LEZ in Brüssel betroffen ?

Der Zugang wird nach der Euro-Norm des Fahrzeugs beschränkt, die vom Kraftstoff (Diesel oder Benzin) und vom Zulassungsjahr abhängt. Die ältesten und umweltschädlichsten Fahrzeuge werden zuerst verbannt, danach werden die Beschränkungen schrittweise nach einem von der Region festgelegten Kalender verschärft. Das Prinzip ist ein progressives Verbot der emissionsstärksten Motoren, mit Pässen und Ausnahmen für bestimmte Fälle.

Wer entscheidet über die LEZ-Regeln in Brüssel ?

Die Region Brüssel-Hauptstadt entscheidet über die LEZ-Regeln : Kalender der Verbote, Euro-Kriterien, Ausnahmen und Sanktionsregime. Die Umsetzung liegt bei der regionalen Verwaltung (Bruxelles Environnement). Die Ausgestaltung der Maßnahme, einschließlich möglicher sozialer Korrekturen, bleibt durch juristische Gutachten geprägt, insbesondere durch den Staatsrat.

Warum gibt es die LEZ in Brüssel ?

Die LEZ soll die durch den Straßenverkehr verursachte Luftverschmutzung verringern, eine Frage der öffentlichen Gesundheit in Brüssel, wo die Luftqualität in mehreren Gebieten unter den WHO-Empfehlungen bleibt. Durch das schrittweise Verbannen der umweltschädlichsten Fahrzeuge will die Region den Ausstoß von Stickoxiden und Feinstaub senken. Die Maßnahme wirft auch Fragen der sozialen Gerechtigkeit auf, daher die Pässe und vorgesehenen Ausnahmen.

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