Mobilität: neuer Regionalplan, Metro 3 eingefroren, LEZ beibehalten
LaufendDieses Dossier verläuft im aktuellen Rahmen normal.
Die DPR sieht einen Nachfolger für Good Move vor (neuer Regionaler Mobilitätsplan), friert die Metro 3 für 10 Jahre zugunsten einer Straßenbahn ein, behält die LEZ bei (Reform des Bußgeldsystems: Pass 350 EUR/Jahr, Bußgeld auf 80 EUR reduziert) und legt einen zweiten autofreien Sonntag fest.
Kurz gefasst (leichte Sprache)
Ein neuer Mobilitätsplan wird Good Move nachfolgen. Die Metro 3 wird für 10 Jahre eingefroren. Die Umweltzone bleibt bestehen, aber das Bußgeldsystem wird reformiert.
Schluesselzahlen
10 Jahre eingefroren (Abkommen)
Metro 3 (neue Phasen)
Genehmigung ausgesetztdurch den Staatsrat (18.12.2025)
Metro 3 — Südpalast
161Millionen EUR eingefroren (Genehmigungen erteilt)
Tunnel Loi-Belliard
4,76Milliarden EUR
Metro 3 (Gesamtkosten, Rechnungshof)
+255%gg. Ausgangsbudget, Horizont 2034+
Metro 3 (Budgetüberschreitung)
Regierungsabkommen: Angekündigte Maßnahmen
Das Abkommen vom 12. Februar 2026 markiert eine grundlegende Wende in der Mobilitätspolitik:
- Good Move: ein neuer Regionaler Mobilitätsplan wird als Nachfolger kommen, mit kleineren Zonen (Schulperimeter)
- Metro 3: für 10 Jahre eingefroren, ersetzt durch eine Straßenbahn, die den Ringschluss des bestehenden Netzes vervollständigt
- Tram 15 (Nordbahnhof – Tour & Taxis): beibehalten
- STIB-Baustellen: Constitution und Südpalast werden fortgesetzt
- Autofreier Sonntag: ein zweiter Sonntag pro Jahr
- LEZ: beibehalten — Jahrespass zu 350 EUR (Sozialtarif 200 EUR), Bußgeld pro Verstoß von 350 auf 80 EUR reduziert, jährliche Obergrenze von 4 Bußgeldern aufgehoben
- STIB-Tarife: Vorzugstarife für Jugendliche/Senioren beibehalten
- Umstrittene Poller: Entfernung
Das Einfrieren der Metro 3 für 10 Jahre ist die strukturell bedeutsamste Entscheidung: Es beendet das Projekt in seiner bisherigen Konzeption (Verlängerung nach Bordet, 4,76 Milliarden EUR) und lenkt die Investitionen in Richtung Straßenbahn um.
Weitere Mobilitätsverpflichtungen (DPR, Kapitel 3)
Die DPR enthält ergänzende Verpflichtungen, die noch nicht umgesetzt wurden:
- STOP-Prinzip: Hierarchie Fußgänger > Radfahrer > ÖPNV > Autos als Leitprinzip der Mobilitätspolitik
- Vision Zero: Ziel von null Verkehrstoten auf Brüsseler Straßen
- Straßenvignette: Machbarkeitsprüfung einer Vignette für Fahrzeuge, die in die Region einfahren
- LISA-Zone: Ausweitung der 30-km/h-Zonen über den aktuellen Bereich hinaus
- S-Bahnen: Ausbau des Vorortbahnnetzes in Zusammenarbeit mit dem Bund (SNCB)
Diese Verpflichtungen sind in der DPR festgeschrieben, wurden aber noch nicht in Umsetzungsmaßnahmen überführt.
Metro 3: Fortschritte am Südabschnitt (März 2026)
Am 11. März 2026 gab die STIB bekannt, dass der Rohbau der Premetrostation Toots Thielemans (unter der Avenue de Stalingrad) fertiggestellt ist. Der Rohbau ist abgeschlossen, aber die Fertigstellungsarbeiten (Fliesen, Wandverkleidungen, Rolltreppen, Zahlungsschranken) stehen noch aus.
Dieser Meilenstein ermöglicht den Beginn der Neugestaltung der Avenue de Stalingrad im Herbst 2026: Fußgängerpromenaden werden beidseitig der Fahrbahn angelegt. Die Stadt Brüssel hat die erforderliche Genehmigung bereits erhalten.
Was das fehlende Glied betrifft (120 Meter Tunnel unter dem Südpalast), werden die Tiefbauarbeiten noch vier Jahre dauern und könnten 2027 beginnen, unter zwei Bedingungen: Ablehnung des Denkmalschutzantrags für den Südpalast und Erteilung der Baugenehmigung für den Innenabbruch des Gebäudes. Mehrere Vereinigungen haben Einspruch erhoben, und der Staatsrat hatte die Genehmigung im Dezember 2025 ausgesetzt.
Die Station Toots Thielemans wird zusammen mit der Station Lemonnier die Verdoppelung der Gleise im Premetro-Tunnel zwischen Südbahnhof und Bourse ermöglichen und so die Taktfrequenz erhöhen.
Quellen: VRT NWS, BRUZZ, La Libre (11. März 2026).
Am 12. März wurden die Ingenieure des Konsortiums SM Toots von der Sonderkommission Metro 3 des Parlaments angehört. Sie erklärten, der Südpalast hätte früher geräumt werden müssen, um gründliche Bodenuntersuchungen zu ermöglichen. Die Tonschicht lag tiefer als erwartet (Pfähle von 24 m erforderlich), und die Jet-Grouting-Technik war für die Heterogenität des Bodens ungeeignet. Der „Build Only"-Vertrag erlaubte dem Konsortium keine Änderung des Entwurfs.
Quelle: BRUZZ (12. März 2026).
Am 24. März wurde der Bürgermeister der Stadt Brüssel Philippe Close angehört, nach früheren Anhörungen von Vervoort, Picqué, Onkelinx, Reynders und Mayeur. Der Bericht des Rechnungshofs (2024) hatte einen „inkohärenten Prozess", eine „undurchsichtige Verwaltung" und eine „unsichere finanzielle Tragfähigkeit" des Projekts angeprangert.
Quellen: Brüsseler Parlament, BRUZZ (24. März 2026).
Verkehrssicherheit — 20 Getötete 2025 (Verdoppelung)
Das Vias Institute veröffentlicht am 10. März 2026 die Zahlen zu Verkehrstoten in Belgien für 2025. Brüssel verzeichnet 20 Verkehrstote im Jahr 2025, gegenüber 10 im Jahr 2024, 10 im Jahr 2023 und 10 im Jahr 2022 — eine Verdoppelung innerhalb eines Jahres. Der Trend verläuft entgegengesetzt zu den beiden anderen Regionen: Flandern sank von 248 auf 234 Tote (−6 %), Wallonien von 197 auf 191 (−3 %).
Auf nationaler Ebene sind E-Scooter ein Warnsignal: 13 Getötete im Jahr 2025 (gegenüber 4 im Jahr 2024). Die Zahl getöteter Fußgänger erreichte ein historisches Tief (52, gegenüber 70 im Vorjahr). Die Gesamtschwere sinkt: 12 Getötete pro 1 000 Unfälle mit Personenschaden 2025, gegenüber 16 pro 1 000 im Jahr 2016.
Diese Verdoppelung in Brüssel steht in direktem Widerspruch zum Vision-Zero-Ziel der DPR der Regierung Dilliès (Kapitel 3: „Null Verkehrstote auf Brüsseler Straßen"). Bislang wurden keine spezifischen Umsetzungsmaßnahmen angekündigt.
Quelle: Vias Institute (Polizeidaten), BRUZZ (10. März 2026).
STIB-MIVB-Netz: Busse kehren nicht zum Schumanplein zurück
Die STIB-MIVB bestätigt, dass die 5 Buslinien, die seit den Umbauarbeiten am Schumanplein umgeleitet werden, nach Abschluss der Arbeiten (voraussichtlich Ende 2026) nicht zum Kreisverkehr zurückkehren. Die Busse bleiben dauerhaft mit Maalbeek als Endhaltestelle umgeleitet. Das System versenkbarer Poller, das Busse durch den Fußgängerbereich des Schumanpleins durchlassen sollte, wurde aufgegeben: zu komplex angesichts des Busvolumens. Beliris hatte bereits mit der Installation der Verbundbewehrung begonnen. Auswirkung: eingeschränkte ÖPNV-Erreichbarkeit auf der Schuman-Achse (nur Metrolinien 1 und 5 + Bahnhof Schuman).
Bara-Platte — Trams für 1 Jahr unterbrochen (27. April 2026)
Die STIB hat am 4. März 2026 die Unterbrechung von 4 Straßenbahnlinien im Bereich des Südbahnhofs für ein Jahr angekündigt (27. April 2026 bis April 2027). Grund: Notfallreparatur einer Betonplatte unter dem Baraplatz im Premetro-Tunnel. Die 40 Jahre alte Infrastruktur zeigt Wassereintritte und Stahlkorrosion. Ohne Eingriff kann ein Einsturzrisiko nicht ausgeschlossen werden.
| Linie | Auswirkung |
|---|---|
| Tram 4 | Aufgeteilt in 2 Abschnitte: Nordbahnhof–Wiels + Hallepoort–Stalle |
| Tram 10 | Beschränkt auf Militärkrankenhaus–Südbahnhof (nicht Ukkel) |
| Tram 51 | Beschränkt auf Lemonnier (nicht Südbahnhof) |
| Tram 81 | Beschränkt Dreifaltigkeitskirche–Montgomery, Ersatzbus Marius Renard–Südbahnhof |
Alternativen: Metro 2/6 (Hallepoort–Südbahnhof), verstärkter Bus 50, verlängerter Bus 96, verlängerter Bus 37 Albert–Südbahnhof, verlängerte Tram 82 über Stalle/Marlow, SNCB Linie S1.
Quelle: STIB (4. März 2026).
Tunnelsanierung — 101,3 Mio. EUR (Beliris + Region)
Am 4. März 2026 kündigte Bundesminister Bernard Quintin (MR, Beliris) im Mobilitätsausschuss des Bundesparlaments ein Budget von 50 Millionen EUR (Beliris) für die Sanierung Brüsseler Tunnels an (Louise, Belliard, u.a.). Die Region Brüssel fügt 51,3 Millionen EUR hinzu, insgesamt 101,3 Millionen EUR.
Weitere erwähnte Beliris-Projekte: P+R-Parkplätze (Stalle), Radschnellwege, Mediapark Reyers, Biestebroeck-Kanal, Schumanplein (Ende der Arbeiten: Herbst 2026).
Quelle: BX1 (4. März 2026).
Geteilte Mobilität
Rund 15 700 Sharing-Fahrzeuge verkehren in der Region Brüssel (März 2025): ~9 200 E-Scooter und ~6 500 Leihfahrräder im Free-Floating. Die Villo!-Konzession (360 Stationen, JCDecaux) läuft im September 2026 aus, ohne Nachfolger. Die Scooter-Lizenzen (Bolt, Dott) laufen Ende 2026 aus. Die Unfallzahlen steigen: 541 Verletzte in Brüssel 2024, +62 % im Q1 2025.
Die DPR erwähnt die geteilte Mobilität nicht als Politikbereich.
Bois de la Cambre: Felsblöcke durch Betonblöcke ersetzt (März 2026)
Die 40 Felsblöcke, die im April 2025 im Bois de la Cambre installiert wurden, um schnelle Radfahrer zu bremsen, wurden am 13. März 2026 durch Betonblöcke ersetzt, die nicht verschoben werden können. Die Mobilitätsschöffin der Stadt Brüssel, Anaïs Maes (Vooruit), traf diese Entscheidung nach Geschwindigkeitsfeststellungen der Polizei Anfang März.
Der Bürgermeister bezeichnete die Maßnahme als vorübergehend. Das Ziel sei der vollständige Rückbau bis 2030 im Rahmen einer endgültigen Neugestaltung des Geländes (Studien laufen). Die Maßnahme stieß auf Kritik von Ecolo-Groen, die eine reaktive statt geplante Verwaltung anprangert.
Eskalation Region vs Stadt (23. März 2026): Der regionale Dienst urban.brussels hat ein Protokoll gegen die Stadt Brüssel wegen städtebaulicher Verstöße erstellt — die Betonblöcke wurden ohne Baugenehmigung in einem geschützten Gebiet aufgestellt. Staatssekretärin für Stadtplanung Audrey Henry (MR) forderte die Einreichung einer Genehmigung. Ministerpräsident Boris Dilliès (MR) kritisierte „improvisierte und aufeinanderfolgende Einrichtungen". Die Stadt kündigte die Einreichung einer Genehmigung an (verankerte Blöcke, ästhetische Lösung folgt). Dieser Konflikt stellt den ersten sichtbaren Bruch innerhalb der 7-Parteien-Regierung dar (Tag 37).
Quellen: BRUZZ, BX1, La Libre (12.-13. März 2026), L'Avenir, DH (23. März 2026).
Strukturelle Daten: Mini-Bru IBSA 2026
Das Mini-Bru 2026 dokumentiert die Mobilitätsgewohnheiten der Brüsseler:
| Verkehrsmittel | Modal Split (2024) |
|---|---|
| Zu Fuß | 31,1 % |
| Auto (Fahrer) | 27,0 % |
| Öffentlicher Nahverkehr | 21,7 % |
| Fahrrad | 8,5 % |
| Auto (Beifahrer) | 3,4 % |
| Zug | 2,0 % |
| Sonstige (E-Scooter, Taxis) | 6,3 % |
56 % der Brüsseler Haushalte besitzen kein Auto (vs 24 % in Flandern, 25 % in Wallonien). Der Fahrzeugbestand ist zwischen 2015 und 2025 um 18 % gesunken (von 639K auf 524K Fahrzeuge).
Die Shared-Mobility-Dienste verzeichnen ein rasches Wachstum: 24 789 Nutzungen/Tag von Free-Floating-E-Scootern (2024, ×3 seit 2021), 7 987 Nutzungen/Tag von Leihfahrrädern.
Quelle: BISA Mini-Bru 2026 (FPS Mobilität, BELDAM, Statbel, Daten 2024).
Taxibus STIB: Ende des Minibusdienstes PRM (März 2026)
Die Mobilitätsministerin hat am 17. März 2026 im Ausschuss des Brüsseler Parlaments die Nicht-Erneuerung der Minibusflotte Taxibus der STIB bestätigt, die Personen mit eingeschränkter Mobilität gewidmet ist. Der aktuelle Dienst (12 Minibusse) wird schrittweise durch den Einsatz privater Taxis bis Ende 2027 ersetzt.
Die tarifliche Auswirkung wird auf 2 € → 5-8 € pro Fahrt geschätzt. Die regionale Dotation für den PRM-Transport wurde von 4,7 auf 6,7 Millionen EUR/Jahr erhöht (+2M), doch die Mehrkosten für die Flottenerneuerung (4,5M EUR) gelten als nicht finanzierbar. Das PRM-Budget macht 0,1 % des Regionalhaushalts aus.
Der Verein Altéo hat eine Petition gegen diese Entscheidung gestartet. Das Thema war Gegenstand einer parlamentarischen Anhörung am 17. März 2026.
Quelle: La Libre (17. März 2026).
Radverkehr: +15,3 % Nutzung in 2025, aber steigende Unsicherheit
Das Fietsobservatorium (Pro Velo) veröffentlicht am 17. März 2026 die Ergebnisse des Brüsseler Fahrradobservatoriums für 2025. Die Zahl der Radfahrer zu Stoßzeiten ist um +15,3 % in einem Jahr gestiegen — ein Rekord. Gleichzeitig tragen 71 % der Radfahrer einen Helm, gegenüber nur 20 % der E-Scooter-Nutzer.
Das Profil der Radfahrer diversifiziert sich: 40 % sind Frauen (60 % Männer). E-Bikes machen 50 % des Flusses aus (nahezu Parität Männer/Frauen beim E-Bike). Longtails zählen 10 % und Bakfietsen (Lastenräder) 5 %.
Allerdings verschlechtert sich das Sicherheitsgefühl: nur 24 % der Radfahrer fühlen sich sicher (gegenüber 39 % im Jahr 2023). 33 % der Radfahrer geben an, in den letzten zwei Jahren einen Unfall gehabt zu haben. Diese Verschlechterung des Sicherheitsgefühls trotz des Nutzungswachstums steht im Einklang mit der Verdoppelung der Verkehrstoten auf Brüsseler Straßen im Jahr 2025 (20 Getötete, ×2 gg. 2022-2024).
Die Umfrage umfasst 393 Radfahrer.
Quellen: Pro Velo / Fietsobservatorium (17. März 2026), DH (17. März 2026), BRUZZ (19. März 2026).
Good Move: detaillierter Zeitplan der Nachfolge (April 2026)
Am 14. und 15. April 2026 hat die Mobilitätsministerin gegenüber BRUZZ und La Libre den Zeitplan für die Nachfolge von Good Move präzisiert:
- Vor dem Sommer 2026: Note an die Regierung auf Grundlage des Berichts des Observatoriums des Regionalen Mobilitätsplans
- Ende 2026: Bewertung abgeschlossen und in endgültiger Fassung der Regierung vorgelegt
- 2027-2030: Zeitraum möglicher Korrekturen am aktuellen Plan
- Ab 2030: Neuer Mobilitätsplan in Kraft (offizieller Name nicht kommuniziert)
Die Ministerin erinnert daran, dass Good Move rund fünfzig Maßnahmen umfasst, die über die Verkehrspläne hinausgehen, und das Ziel einer „lebenswerteren und verkehrssichereren Stadt" verfolgt. Das STOP-Prinzip (Fußgänger > Radfahrer > ÖPNV > Autos) bleibt erhalten.
Selbstkritik zur Bürgerbeteiligung: Van den Brandt räumt Widerstand in Cureghem und Schaerbeek ein, zurückzuführen auf einen „Mangel an Rückhalt" und unzureichende Konsultation. Der neue Plan müsse „die Reichweite der Maßnahmen verringern, um die Situationen Fall für Fall handhabbarer zu machen" und die Abstimmung mit den Gemeinden stärken. „Eine gute Kommunikation mit der Bevölkerung ist unglaublich wichtig, aber auch unglaublich schwierig" im Brüsseler Kontext.
Position zum öffentlichen Raum: zum Thema Parken sagt die Ministerin klar: „Wenn ich Parkplätze entfernen muss, um einen Raum sicherer zu machen, werde ich das tun." Priorität gelte Schulumgebungen, in denen „ein Konsens über die Notwendigkeit einer verkehrssicheren Mobilität" zu beobachten sei.
Quellen: La Libre (15. April 2026); BRUZZ (14. April 2026). Vertrauen: official.
LEZ: regulatorische Unklarheit bei J-6 vor dem 1. April (26. März 2026)
6 Tage vor Inkrafttreten der nächsten Phase des LEZ-Kalenders (1. April 2026) ist der Rechtsrahmen nicht abgeschlossen. Die Regierung hat ein Übergangssystem angekündigt, es handelt sich jedoch um eine « informelle Grundsatzvereinbarung » — kein offizieller Text (Erlass) wurde bisher veröffentlicht.
Die angekündigten, aber noch nicht formalisierten Parameter:
- Jahrespass: 350 EUR, um mit einem nicht konformen Fahrzeug zu fahren
- Sozialpass: 200 EUR für vulnerable Kategorien
- Reduziertes Bußgeld: 80 EUR/Monat (statt 350 EUR pro Verstoß)
Bis 31. März: nur Verwarnungen, keine Bußgelder. Ab 1. April: die Bußgelder von 350 EUR pro Verstoß gelten technisch, wenn kein neuer Text in Kraft tritt.
Die Opposition spricht von « flagrantem Amateurismus ». Eine umfassende Reform des LEZ-Bußgeldsystems ist geplant: erste Lesung « in den kommenden Wochen », mit dem Ziel einer Inkraftsetzung Januar 2027.
Bruch über die sozialen Ausnahmen (26.-27. März): die Frage der Befreiungen für Inhaber des BIM-Status (Begünstigter der erhöhten Kostenerstattung) spaltet die Koalition tief. PS und Vooruit forderten die vollständige Befreiung der BIM-Inhaber — etwa 30 % der Brüsseler laut BISA. Groen blockierte diese Befreiung mit dem Argument, sie würde die LEZ aushöhlen und die Region juristischen Streitigkeiten aussetzen. Der Staatsrat hatte bereits darauf hingewiesen, dass das verfassungsmäßige Standstill-Prinzip eine Reduzierung bestehender Umweltschutzmaßnahmen verhindert.
Eine Regierungsquelle fasst zusammen: « Wir navigieren auf einem Minenfeld… wir wissen, dass Klagen kommen werden. » Diese Meinungsverschiedenheit bildet den ersten großen politischen Bruch der Regierung Dilliès in einer inhaltlichen Frage, am Tag 43 ihres Bestehens.
Quellen: La Libre, La DH (26. März 2026), RTBF. Vertrauen: official (Positionen durch mehrere Regierungsquellen bestätigt).
Straßenunterhalt: KI-Scan und verstärktes Budget (März 2026)
Brüssel Mobilität setzt ein System der künstlichen Intelligenz ein, um den Zustand der regionalen Straßen zu kartieren: Dashboardkameras mit GPS, gekoppelt an einen Algorithmus zur automatischen Erkennung von Schlaglöchern, Rissen und Fahrbahnschäden.
Ein zusätzliches Budget von 10 Millionen EUR wird 2026 für den Unterhalt der regionalen Straßen bereitgestellt, zusätzlich zum laufenden Budget. Die Arbeiten sind für Nachtzeiten und Wochenenden geplant, um die Auswirkungen auf den Verkehr zu begrenzen.
Quelle: Brüssel Mobilität, BRUZZ (20. März 2026).
Paukenschlag: LEZ-Bußgelder ausgesetzt (27. März 2026)
Am 27. März 2026 — genau 4 Tage vor Inkrafttreten der neuen LEZ-Phase — gab Haushaltsminister Dirk De Smedt (Anders) bekannt, dass keine Bußgelder gegen Diesel-Euro-5- und Benzin-Euro-2-Fahrzeuge ab dem 1. April verhängt werden. Diese Entscheidung widerspricht frontal dem, was Mobilitätsstaatssekretärin Ans Persoons (Vooruit) 24 Stunden zuvor erklärt hatte: Sie hatte bestätigt, dass die Bußgelder tatsächlich beginnen würden.
Elemente der Krise:
- De Smedt: keine Bußgelder, bis der Rechtsrahmen reformiert ist — er weist Brüssel Steuerwesen an, die Bußgelder nicht einzuziehen
- Persoons (Vooruit): hatte am Vortag das Gegenteil erklärt, was die Autorität des Mobilitätsressorts untergräbt
- Van den Brandt (Groen): prangert einen « Durchmarsch von PS-Anders » an und warnt vor rechtlichen Risiken (Standstill-Prinzip des Staatsrats)
- ~30 000 Fahrzeuge im rechtlichen Vakuum: technisch verboten, aber nicht bußgeldfähig
- Reformierter Rahmen: Die erste Lesung einer neuen Verordnung ist in den kommenden Wochen geplant, mit angestrebtem Inkrafttreten im Januar 2027
Diese Episode stellt den zweiten sichtbaren Bruch in der 7-Parteien-Koalition dar (Tag 43, nach der Betonblock-Episode am Tag 37). Die LEZ-Frage bleibt ein Minenfeld für die Regierung Dilliès.
Quellen: RTBF, La Libre, BX1 (27. März 2026).
LEZ-Vereinbarung: Bußgelder ab 7. Juni (4. April 2026)
Nach der ersten Regierungskrise (2.-4. April, siehe Karte Institutionell) erzielte die Regierung am 4. April 2026 eine Einigung zur LEZ:
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Inkrafttreten | 7. Juni 2026 (vorbehaltlich Beseitigung technischer Hindernisse) |
| Jahrespass | 350 EUR (jährlich indexiert) |
| Sozialtarif | 200 EUR (einkommensschwache Haushalte) |
| Monatliches Bußgeld | 80 EUR (für Gelegenheitsnutzer) |
| Ratenzahlung | 4 Raten ohne Nachweis, oder 10 auf Antrag |
Eine LEZ-Taskforce muss die befreiten Kategorien definieren (BIM-Berechtigte, berufliche Nutzung, vulnerable Gruppen) vor dem 15. Juni. Die Verordnung zur Gesamtreform des LEZ-Systems wird bis zum 15. Juni erwartet, mit effektiver Umsetzung in 2027.
Haushaltsminister De Smedt (Anders) hat 10 Tage Zeit, den Termin 7. Juni zu bestätigen, vorbehaltlich der Beseitigung der technischen Hindernisse durch Brüssel Steuerwesen.
Quelle: RTBF / BX1 / La Libre / DH (3.-4. April 2026). Vertrauen: official (Regierungsvereinbarung).
Punktuelle Anpassungen April 2026: Place Sainctelette, Colonel Bourg, „spanische Ampeln"
Anfang April haben drei lokale Mobilitätsdossiers Fortschritte gemacht — jedes illustriert auf seine Weise die Koordination (oder Reibung) zwischen der Region und den Gemeinden.
Place Sainctelette — Verkehr auf die südliche Brücke umgeleitet (14. April 2026)
Im Rahmen der 2025 begonnenen Gesamtrenovierung des Platzes und der Brücke über den Kanal hat Brüssel Mobilität am 14. April 2026 eine neue Bauphase gestartet: Die nördliche Brücke wird restauriert, der gesamte Autoverkehr wird auf die südliche Brücke umgeleitet — eine Fahrspur je Richtung beibehalten. Die Straßenbahnlinie 51 bleibt unterbrochen auf diesem Abschnitt. Die Reparatur der nördlichen Brücke soll bis Mitte Juni abgeschlossen sein. Die vollständige Fertigstellung des Platzes wird für den 28. November 2026 angestrebt, den Eröffnungstermin des Museums Kanal.
Colonel-Bourg-Straße (Schaerbeek) — rund ein Dutzend Parkplätze gestrichen
Ebenfalls Anfang April hat Brüssel Mobilität rund ein Dutzend Parkplätze in der Colonel-Bourg-Straße gestrichen, einer Gewestalstraße in der Nähe der RTBF-Zentrale, um die Fahrradinfrastruktur zu verbreitern. Genannter Grund: die Sicherheit, nach dem Tod einer Radfahrerin am 11. Juli 2024 in derselben Straße. Die Entscheidung hat eine öffentliche Spannung zwischen der regionalen Ministerin für Mobilität (Groen) und der PS-Schöffin für Mobilität von Schaerbeek ausgelöst, wobei letztere das Fehlen einer Abstimmung mit der Gemeinde anprangert. Die regionale Ministerin hat die Maßnahme im Namen eines nicht verhandelbaren Prinzips der Verkehrssicherheit verteidigt.
„Spanische Ampeln" in Auderghem — 8 Geräte, Region skeptisch
Auderghem zählt nunmehr 8 „spanische Ampeln": Verkehrsampeln, die mit einer Kamera ausgestattet sind, die die Geschwindigkeit der Fahrzeuge auf 50 bis 200 Metern stromaufwärts misst und automatisch auf Rot schaltet, wenn die Geschwindigkeit überschritten wird. Die ersten beiden wurden 2024 in der Nähe des Collège Saint-Hubert und des Athénée Royal installiert. Es handelt sich nicht um Radargeräte: Es wird kein Bußgeld generiert, kein Fahrer identifiziert. Die Gemeinde Auderghem zeigt sich zufrieden mit den in der Nähe der Schulen beobachteten Ergebnissen. Brüssel Mobilität ist skeptisch: Laut der regionalen Verwaltung ist die Wirksamkeit fraglich (Autofahrer verlangsamen nur in der Detektionszone und beschleunigen danach wieder oder fahren bei Rot durch) und das System ist wenig geeignet für das koordinierte Verkehrsmanagement in Brüssel — ein klassisches repressives Radargerät bleibe ihrer Ansicht nach wirksamer.
Quellen: BRUZZ — Neue Streckenführung Place Sainctelette (13. April 2026); La Libre — Spannungen PS-Groen über Parken Rue Colonel Bourg (13. April 2026); La Libre — Die „spanischen Ampeln" spalten (12. April 2026). Vertrauen: official.
Barrierefreiheit
57 der 69 Metrostationen sind mit Aufzügen ausgestattet (Park und Simonis seit Juni 2025, 10 neue Aufzüge). Die gesamte Busflotte verfügt über Zugangsrampen. Die STIB setzt einen strategischen Barrierefreiheitsplan (PSMA) um: 50 Haltestellen pro Jahr werden angepasst. Die neuen TNG-Straßenbahnen verfügen über automatische Rampen.
Good Move, Metro 3, die LEZ und die STIB-Verwaltungsverträge waren blockiert oder strittig. Fahrradinfrastruktur und Verkehrspläne wurden ausgesetzt.
Vollständigen Kontext lesenWas das konkret bedeutet
Die RPE kündigt das Einfrieren von Metro 3 für 10 Jahre an, einen neuen Regionalen Mobilitätsplan als Nachfolger von Good Move und den Erhalt der LEZ mit einem Jahrespass von 350 EUR. Die Straßenbahn hat Vorrang vor der U-Bahn. Die Umsetzung hängt vom Haushalt 2026 ab.
Was BGM nicht sagt
Diese Karte beurteilt nicht die Auswirkungen des Einfrierens von Metro 3 oder die Sinnhaftigkeit des neuen Mobilitätsplans. Sie dokumentiert die in der RPE angekündigten Entscheidungen. Die Bewertung dieser Entscheidungen erfordert Daten über die tatsächliche Umsetzung.
Quellen
- Brüssel Mobilität — Projekt Metro 3 (öffnet in neuem Tab)
- Metro 3 — Eigene Projektwebseite (STIB / Beliris) (öffnet in neuem Tab)
- STIB — Metrolinie 3: laufende Arbeiten (öffnet in neuem Tab)
- Good Move — Regionaler Mobilitätsplan (2020) (öffnet in neuem Tab)
- Brüssel Mobilität — Tunnelsperrungen und -sanierung (öffnet in neuem Tab)
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