BIFFF: wo die Brüsseler Kultur wohnt
Vierzig Jahre, fünf Adressen, vier Machtebenen. Das BIFFF (44. Ausgabe, 3.-18. April 2026) ruht auf zwei konventionierten Kanälen: 120.000 €/Jahr FWB und 250.000 €/Jahr Stadt Brüssel über einen Entwurf einer mehrjährigen Vereinbarung 2026-2028 (zur Abstimmung im Gemeinderat vom 20. April 2026, Pkt. 62, 60/40 Bürgermeister/Kultur). Ohne niederländischsprachiges Sicherheitsnetz: der englische Name schützt das Programm, aber kein flämischer Pate verteidigt das Festival, wenn die regionale Sparpolitik zuschlägt. Bilanz 44. Ausgabe: 60.000 Zuschauer (+30 %), Rekord seit der Rückkehr zum Heysel nach COVID.
Geschätztes Budget
≥ 985.337 € (Umsatz 2024 der ASBL Peymey Diffusion — Untergrenze, tatsächliches Budget nicht veröffentlicht)
Kennzahlen
120 000€/Jahr, einzige verifizierte Linie
Zuschuss FWB Centre du Cinéma (Beihilfe für audiovisuelle Betreiber — Festivals)
1 028 000€/Jahr für 19 Festivals — Bewerbungsfrist 11. Mai 2026
FWB-Festivalbudget (Zyklus 2027-2030 bevorstehend)
985 337€ (2024) — 10 VZÄ — Basis 2024; das Festivalbudget 2026 übersteigt diesen Betrag voraussichtlich angesichts der Rekordbesucherzahlen (60.000 Zuschauer), aggregierte Gesamtsumme nicht veröffentlicht
Umsatz Peymey Diffusion ASBL (operative Muttergesellschaft)
16Tage am Stück, vom 3. bis 18. April (3 Wochenenden abgedeckt) — verlängertes Zeitfenster gegenüber dem historisch kürzeren Format
Format 44. Ausgabe (April 2026) — Dauer
1mobilisierter Vorführsaal (vs. historisches Mehrsaalformat) — von der Organisation ausdrücklich als „vorsichtig" präsentierte Wahl
Format 44. Ausgabe (April 2026) — Säle
−14Mio. € bis 2029 (von 22 auf 8 Mio. €, −64 %, davon −5,7 Mio. € bereits 2026)
Kürzung visit.brussels 2026-2029 (wichtigster regionaler Kanal)
3.-18. April 2026Brussels Expo Palais 10 (5. Jahr in Folge auf dem Heysel)
Ausgabe 44 — Daten und Ort
250 000€/Jahr — 150 000 Kabinett des Bürgermeisters + 100 000 Schöffenamt Kultur — Haushaltsartikel 76201/33202 und 77210/33202 — unter Vorbehalt der Abstimmung im Gemeinderat vom 20. April 2026, anschließend regionale Aufsicht
Zuschuss Stadt Brüssel — Entwurf einer mehrjährigen Vereinbarung Peymey Diffusion (Ausgaben 2026, 2027, 2028, zur Abstimmung am 20. April 2026)
370 000€/Jahr — 120 000 FWB Centre du Cinéma (konventioniert) + 250 000 Stadt Brüssel (Vereinbarungsentwurf, zur Abstimmung am 20. April 2026) — Gemeinschaftskanal konventioniert, kommunaler Kanal in Erwartung der Abstimmung, regionale Kanäle (visit.brussels) weiterhin diskretionär
Prognostizierte mehrjährige öffentliche Finanzierung (FWB + Stadt Brüssel)
60 000Zuschauer — +30 % / +12.000 gegenüber der Vorjahresausgabe (~48.000) — Rekord seit der Rückkehr zum Heysel nach COVID
Besucherzahl 44. Ausgabe (Bilanz Abschluss 18. April 2026)
Warnungen
- Lenaerts (BIFFF): „On navigue à vue. La culture est dans le viseur politique." (Wir fahren auf Sicht. Die Kultur ist politisch im Visier.)16. März 2026
- Bewerbungsfrist FWB-Festivalbeihilfe Zyklus 2027-203011. Mai 2026
- RABKO: 120+ Institutionen fordern, die Brüsseler Kultur nicht zu opfern7. März 2026
- Entwurf der Vereinbarung Stadt-Peymey 2026-2028 zur Abstimmung im Gemeinderat vom 20. April 2026 (anschließend regionale Aufsicht, auflösende Bedingung)20. April 2026
Beteiligte Akteure
« On navigue à vue. On n'a aucune vue sur le suivi qui est fait, on n'a pas encore l'orientation claire et définie de la région sur le secteur culturel. On voit que la culture est dans le viseur politique actuellement. » (Wir fahren auf Sicht. Wir haben keinerlei Einblick in das, was weiter geschieht, wir haben noch keine klare und definierte Orientierung der Region für den Kultursektor. Man sieht, dass die Kultur derzeit politisch im Visier steht.) — Jonathan Lenaerts, Kommunikationsverantwortlicher BIFFF, RTBF, 16. März 2026.
Das Brussels International Fantastic Film Festival (BIFFF) eröffnete seine 44. Ausgabe am 3. April 2026 in Brussels Expo, Palais 10, und schloss sie am 18. April ab. Neukonfiguriertes Format: ein einziger mobilisierter Vorführsaal anstelle eines Mehrsaaldispositivs, und das Zeitfenster auf 16 Tage am Stück verlängert (vom 3. bis 18. April), um drei Wochenenden mit höherem Besucheraufkommen abzudecken. Die Direktion präsentierte diese Wahl ausdrücklich als „vorsichtig". Die zugrunde liegende ökonomische Logik war klar: die Fixkosten senken (Miete, Technik, Sicherheit eines einzigen Saals) und gleichzeitig das Ausspielfenster verlängern, um die kumulierten Besucherzahlen zu optimieren — eine Reorganisation unter Druck statt einer reinen Schrumpfung. Das Motto der Ausgabe lautete La vie est belle (Das Leben ist schön). Die Wette ging auf: die 44. Ausgabe schloss am 18. April mit 60.000 Zuschauern (+30 %, +12.000 gegenüber Vorjahresausgabe), ein Rekord seit der Rückkehr zum Heysel nach COVID. Vierzig Jahre nach seiner Gründung ist das Festival zu einem Lehrbuchfall der Brüsseler institutionellen Fragmentierung geworden — und sein ökonomisches Modell wird in Echtzeit unter dem Einfluss eines regionalen Sparkurses neu aufgestellt, der bereits radikalere Opfer gefordert hat.
Eine private Institution, eine öffentliche Abhängigkeit
Das BIFFF wird getragen von zwei unterschiedlichen ASBL mit derselben Adresse rue de la Comtesse de Flandre 8 in Laeken: BIFFF ASBL (BCE 0431.844.988, gegründet am 8. Juli 1986) und Peymey Diffusion ASBL (BCE 0419.261.714, gegründet am 23. Februar 1979, eingestuft als „spezialisierte Ton-, Bild- und Lichtdienste"). Peymey Diffusion wird vom BIFFF als „Mutter"-Struktur dargestellt. Ihr Umsatz 2024 beträgt 985.337 € bei 10 VZÄ — eine Zahl, die eine Untergrenze der Gesamtkosten des Festivals darstellt, da das aggregierte reale Budget nicht veröffentlicht wird.
Das Festival wurde 1983 von fünf Gründern geschaffen, die sich im Frühjahr 1982 im Restaurant Cheval Blanc in der rue Haute versammelten: Annie Bozzo, Gigi Étienne, Freddy Bozzo, Georges Delmote und Guy Delmote. Der Verwaltungsrat der BIFFF ASBL zählt 2026 noch vier der fünf Gründer — Georges Delmote (Präsident), Freddy Bozzo und Guy Delmote (Vizepräsidenten), Annie Bozzo (Schatzmeisterin). Gigi Étienne ist nicht mehr im Verwaltungsrat vertreten. Dreiundvierzig Jahre später wurde kein öffentlicher Nachfolgeplan angekündigt. Die operative Leitung wird von einem angestellten Team ausgeübt (Jonathan Lenaerts in der Kommunikation, Chris Orgelt in der Programmgestaltung, Dianne Leenders in den Finanzen, Youssef Seniora in der Eventkoordination).
Fünf Adressen, vier Machtebenen
Die räumliche Trajektorie des BIFFF ist für sich allein eine sinnfällige Kartografie der Brüsseler institutionellen Fragmentierung.
| Zeitraum | Ort | Machtebene | Grund für den Wechsel |
|---|---|---|---|
| 1983-2006 | Passage 44 (Bd du Jardin Botanique) | Privat | Umfassende Renovierung des Gebäudes |
| 2007-2012 | Tour & Taxis | Privat (Extensa, Ackermans & van Haaren BEL20) | „Zu groß, schlecht angepasst, hat fast seine Seele verloren" (RTBF); Gelände während der gesamten Periode in PPAS-Verhandlungen Region-Stadt-privat |
| 2013-2019 | Bozar — Palais des Beaux-Arts | Föderal (Régie des Bâtiments) | Brand vom 18. Januar 2021 (Dächer, Salle Henry Le Bœuf, Ausstellungssäle, große Orgel) — mehrjährige Restaurierung |
| 2020-2021 | Abgesagt / online | — | COVID-19 |
| 2022-2026+ | Brussels Expo, Palais 10 (Heysel, Laeken) | Kommunal (ASBL Brussels Expo, Kontrolle Ville de Bruxelles) | Pachtvertrag angekündigt „für mindestens fünf Jahre" → bevorstehender Ablauf |
Jeder Umzug wurde durch ein Ereignis außerhalb der Kontrolle des Festivals ausgelöst, und jeder aufeinanderfolgende Gastgeber unterstand einer anderen Machtebene. Privat → privat → föderal → kommunal: es gibt keine institutionelle Kontinuität. Ein Versagen auf einer Ebene (der Brand im Bozar 2021, föderale Infrastruktur) zwang das BIFFF zu einer Rettung auf einer anderen Ebene (der Heysel, kommunales Vermögen).
Quellen: RTBF (2013, BIFFF im Bozar); La Libre (2007, Passage 44 → T&T; 2022, Rückkehr nach der Pandemie); IEB (Tour & Taxis, Eurostadium); FR Wikipedia (Chronologie); bifff.net.
Die Lasagne der Finanzierung
Karte der strukturellen öffentlichen Finanzierung des BIFFF, rekonstruiert aus den im April 2026 verifizierten Primärquellen:
| Kanal | Machtebene | Verifizierter Betrag | Status |
|---|---|---|---|
| FWB — Filmkommission, Beihilfe für audiovisuelle Betreiber (Festivals) | Gemeinschaft | 120.000 €/Jahr | Laufende Vereinbarung. Nächster Zyklus 2027-2030 eröffnet, Bewerbungsfrist 11. Mai 2026 |
| Stadt Brüssel — Entwurf der Vereinbarung Peymey Diffusion 2026-2028 | Kommunal | 250.000 €/Jahr | Entwurf einer mehrjährigen Vereinbarung über 3 Ausgaben, vorgelegt im Gemeinderat vom 20. April 2026 (Punkt 62). Abstimmung erwartet. Aufteilung: 150.000 € Kabinett des Bürgermeisters (Art. 77210/33202, Tourismus) + 100.000 € Schöffenamt Kultur (Art. 76201/33202, Festivals). Auflösende Bedingung: regionale Aufsicht |
| Loterie Nationale | Föderal (halböffentlich) | nicht veröffentlicht | Bestätigter Partner (BIFFF ausdrücklich unter den unterstützten Filmfestivals genannt) |
| visit.brussels („Be Brussels") | Regional | nicht veröffentlicht | Partnerlogo angezeigt — siehe aber den Abschnitt Sparpolitik |
| RTBF Classic 21 | Föderal (öffentlich-rechtlicher Rundfunk) | Sachleistung (Medienpartnerschaft) | Regelmäßige Verlosungen |
| Federaler Tax Shelter | Föderal | 0 € für das Festival | Das BIFFF stellt den Produzenten den Mechanismus vor (Belgian Film Day), ist aber nicht Nutznießer |
Der Entwurf der kommunalen Vereinbarung (Abstimmung am 20. April 2026)
Am 19. April 2026 hat die Abstimmung noch nicht stattgefunden. Der Gemeinderat entscheidet am 20. April 2026 (Punkt 62). Bei Annahme treten die unten beschriebenen Bestimmungen unter Vorbehalt der regionalen Aufsicht in Kraft.
Für den 20. April 2026, den Abschlusstag der 44. Ausgabe und den ersten Abbautag, hat der Gemeinderat der Stadt Brüssel auf seine Tagesordnung (Punkt 62) die Genehmigung einer mehrjährigen Partnerschaftsvereinbarung mit der vzw Peymey Diffusion für die Ausgaben 2026, 2027 und 2028 gesetzt. Der Beschlussentwurf, erarbeitet vom Dezernat Beaux-Arts, stützt sich auf Artikel 117 des neuen Gemeindegesetzes und das Gesetz vom 14. November 1983 über die Kontrolle der Gewährung und Verwendung bestimmter Zuschüsse.
Der jährliche Betrag wird auf 250.000 € festgelegt, in Artikel 3 der Vereinbarung ausdrücklich aufgeteilt:
- 150.000 € zu Lasten des Kabinetts des Bürgermeisters (Haushaltsartikel 77210/33202 — funktionaler Code „Tourismus");
- 100.000 € zu Lasten des Schöffenamts für Kultur (Haushaltsartikel 76201/33202 — funktionaler Code „kulturelle Festivals").
Die Cash-Dotation von 250.000 € wurde bereits Mitte Dezember 2025 in den ordentlichen Haushalt 2026 der Stadt eingetragen (Annahme des Gemeindehaushalts) und durch die Vereinbarung vom April 2026 als mehrjährige Verpflichtung formalisiert. Der Zuschuss wird jährlich für jede der drei Ausgaben gewährt: die Vereinbarung sieht vor, dass bei Ausbleiben eines neuen Zuschusses während des Zeitraums die Bedingungen stillschweigend als verlängert gelten, ohne dass eine erneute Unterzeichnung erforderlich wäre. Sie bleibt jedoch unter der auflösenden Bedingung der regionalen Aufsicht (Artikel 6) — die Region Brüssel behält die Möglichkeit der Aufhebung durch ihre Rechtmäßigkeitskontrolle.
Auch nicht-monetäre Unterstützung dokumentiert. Der Anhang der Vereinbarung mit dem Titel „Logistische Unterstützung der Stadt" führt erstmals in einem öffentlichen Dokument die neben der Cash-Leistung mobilisierten materiellen Mittel auf: Straßenbaudienste (3 Lastwagen, 2 bis 3 Lieferwagen und 12 bis 18 Bedienstete pro Auf-/Abbautag), Tischlereidienst OPP (Aufbau von 240 Trennwänden mit 15 hohen und 15 niedrigen Vitrinen, Einsatz von bis zu 24 Personen an 3 Aufbautagen und 2 Abbautagen), Transportdienst (EPV) und Bereitstellung des städtischen Plakatnetzes (25 JCDecaux-Plakate 2 m² über zwei Wochen, digitale City-play-Bildschirme, 23 Rentapub-Laternenmasten mit 46 Spannbändern). Für diese Unterstützung ist kein Betrag beziffert, aber die Beschreibung ist so präzise, dass sie mehrere zehntausend Euro an impliziten Wert ausmacht — eine verborgene kommunale Unterstützung, die bis zur Veröffentlichung der Tagesordnung vom 16. April 2026 in öffentlichen Dokumenten abwesend blieb.
Als Gegenleistung (Artikel 2) verpflichtet sich der Veranstalter, das Logo der Stadt anzubringen, die Unterstützung in sämtlicher Werbekommunikation zu erwähnen, einen Kommunikationseinschub im Programm vorzusehen, die Sicherheit der Stätte zu gewährleisten und den Kabinetten Tickets auf Basis einer Einladungsliste zur Verfügung zu stellen. Klassische Verpflichtungen einer kommunalen Partnerschaft, ohne redaktionelle Klausel oder Einsichtsrecht auf die Programmgestaltung.
Die Vereinbarung wird für die Stadt von Nawal Ben Hamou (Schöffin für Kultur) und Emilie Dupont (Stadtsekretärin) für das Kollegium unterzeichnet; für Peymey Diffusion von Youssef Senoria (geschäftsführender Verwaltungsrat für die tägliche Geschäftsführung). Der Geschäfts- und Finanzlagebericht ist der Stadt bis zum 31. Mai 2027 vorzulegen, mit Rückzahlungspflicht (zuzüglich gesetzlicher Zinsen ab dem 1. September) bei Nichtnutzung oder zweckfremder Verwendung der Mittel.
Verifizierte nicht beitragende Instanzen:
- COCOF: kein Zuschuss an das BIFFF; das audiovisuelle Budget der COCOF läuft 2026 über provisorische Zwölftel, mit Moratorium für neue mehrjährige Vereinbarungen;
- VGC: kein BIFFF-Antrag; die werkingssubsidies der VGC erfordern einen niederländischsprachigen Betrieb, den die frankophone Struktur des BIFFF nicht bietet;
- VAF (Vlaams Audiovisueel Fonds): die Datenbank „toegekende steun" gibt keinen Eintrag für BIFFF/Peymey zurück;
- Beliris: keine Festival-Linie;
- Creative Europe MEDIA: derzeit nicht verifiziert — bei der EACEA-Datenbank zu recherchieren.
→ Kein einziger öffentlicher Euro stammt aus der niederländischsprachigen Seite. Dies ist der zentrale Punkt der institutionellen Asymmetrie des BIFFF.
Das sprachliche Paradox
Das Festival heißt offiziell auf Englisch („Brussels International Fantastic Film Festival") — eine strategische Entscheidung, um die Trennlinie FR/NL zu umgehen. Seine rechtliche Struktur ist frankophon (Statuten auf Französisch, frankophone Brüsseler ASBL). Seine öffentliche Finanzierung ist ausschließlich frankophon (FWB + Loterie + Stadt). Aber seine Rekrutierung läuft über RAB/BKO, das zweisprachige Netzwerk Réseau des Arts à Bruxelles / Brussels Kunstenoverleg, und sein Publikum ist mehrsprachig.
Die strategische Konsequenz ist radikal: kein politischer Pate auf der niederländischsprachigen Seite wird sich verpflichtet fühlen, das Festival zu verteidigen, wenn der Sparzwang zuschlägt. Der englische Name schützt das Programm im Alltag, bietet aber kein politisches Sicherheitsnetz im Krisenfall. Das ist genau die Situation, die Lenaerts im März 2025 und 2026 beschrieben hat.
Quellen: audiovisuel.cfwb.be; loterie-nationale.be; bifff.net (Partner im Footer); companyweb.be.
Heysel: die schizophrene Situation
Seit 2022 ist das BIFFF im Palais 10 von Brussels Expo untergebracht, einer 1936 gegründeten ASBL, deren auf ihrer offiziellen Website veröffentlichte Statuten festlegen, dass:
- die Verwaltungsratsmitglieder Mitglieder des Gemeinderats der Stadt Brüssel sein müssen (oder von ihm ausdrücklich autorisiert),
- die Kandidaten vom Collège des Bourgmestre et Échevins (Bürgermeister- und Schöffenkollegium) vorgeschlagen werden,
- der Bürgermeister von Brüssel von Rechts wegen Mitglied ist,
- die Mandate 6 Jahre betragen und erneuerbar sind.
Brussels Expo verwaltet die von der Stadt konzessionierten Paläste des Heysel. Faktisch ist sie ein kommunaler Betreiber.
Philippe Close, Bürgermeister von Brüssel seit dem 20. Juli 2017 (Nachfolge Mayeur nach Samusocial), nach den Gemeindewahlen vom Oktober 2024 in einer Koalition PS-Vooruit / MR / Engagés bestätigt, ist seit 2013 Präsident von Brussels Expo. Für jede BIFFF-Veranstaltung auf dem Heysel kumuliert Philippe Close potenziell fünf Rollen:
- Präsident einer ASBL (der Vermieter, Brussels Expo),
- Bürgermeister (die Genehmigungsbehörde für Veranstaltungen im öffentlichen Raum, Art. 119/135 NLC),
- Leiter der Verwaltungspolizei (Polizeizone Bruxelles-Ixelles),
- Leiter der kommunalen Exekutive (der letztliche Konzessionsgeber der Paläste),
- direkter Finanzier: seit der Vereinbarung vom April 2026 laufen 60 % des kommunalen BIFFF-Zuschusses (150.000 € von 250.000 €/Jahr) über das Kabinett des Bürgermeisters auf der Linie „Tourismus" (Art. 77210/33202), gegenüber 40 % (100.000 €/Jahr) auf der Linie „kulturelle Festivals" des Schöffenamts für Kultur (Art. 76201/33202). Das politische Gewicht dieser Aufteilung in einem Dossier, in dem der Bürgermeister bereits Präsident des Vermieters ist, ist im Brüsseler Kulturkataster beispiellos.
Medor (Nr. 36, Herbst 2024) bezeichnet diese Konstellation als „schizophrene Situation" zwischen kommunalen Interessen und Organisationsinteressen und dokumentiert:
- die Fusion 2017-2018 der ASBL FIB, FSB und Brussels Summer Festival in Brussels Expo als direkte Folge der Reformen nach Samusocial,
- eine Führungskrise im Januar 2023 (CEO Denis Delforge und zwei Top-Manager drohen mit Rücktritt, Mediator bestellt, Streikandrohung),
- „inakzeptable Sicherheitsrisiken", die 2023 an den Palästen dokumentiert wurden,
- einen COVID-bedingten Einnahmenverlust, geschätzt auf 80 Millionen €.
NEO taucht wieder auf
Die Brüsseler Regierungsvereinbarung 2026-2029 erweckt NEO auf dem Heysel-Plateau wieder zum Leben. Das Projekt, lange tot nach der Beerdigung von Eurostadium 2018, wird um ein CONFEX-Modell (CONference + EXhibition) neu gedacht — ein neues Kongresszentrum, integriert in die bestehenden Hallen, ergänzt durch einen Sportpark im Süden des Plateaus (Leichtathletik, Hockey, Rugby) und die Umwandlung der großen leeren Parkplätze in Wohnungen/Geschäfte/Freizeit. Die Steuerung liegt nun auf regionaler Ebene, die Finanzierung ist über die bestehenden NEO-Strukturen sowie externe und private Finanzierung vorgesehen.
Die Vereinbarung garantiert ausdrücklich die Koexistenz des Projekts „mit emblematischen Monumenten wie dem Atomium oder den Ausstellungshallen" — die Paläste werden also nicht abgerissen. Aber das BIFFF findet sich als Mieter in einer mehrjährigen Baustellenzone wieder, in Gebäuden, deren Sicherheit als bedenklich gekennzeichnet wurde, gerade zu dem Zeitpunkt, an dem sein Mietvertrag „mindestens 5 Jahre" von 2022 ausläuft.
Quellen: brussels-expo.com/en/transparence; medor.coop (Nr. 36); rtbf.be (NEO); rtbf.be (Gemeindewahlen 2024).
BIFFF in der Brüsseler Sparpolitik 2026: Kompression unter Druck
Das BIFFF 2026 hat genau in dem Moment eröffnet, in dem die Brüsseler Regierungsvereinbarung vom 12. Februar 2026 ihren Sparplan entfaltete (~1 Milliarde € über vier Jahre, Rückkehr zum Gleichgewicht 2029).
Das sichtbarste Kürzungsinstrument betrifft visit.brussels, die regionale Image- und Tourismusagentur, deren „Be Brussels"-Logo das BIFFF als Partner anzeigt. Generaldirektor Patrick Bontinck hat gegenüber Belgeo (26. März 2026) bestätigt:
« La Région bruxelloise réduit nos financements de 5,7 millions d'euros en 2026, sur un budget total de 22 millions d'euros. » (Die Region Brüssel kürzt unsere Finanzierung 2026 um 5,7 Millionen Euro, bei einem Gesamtbudget von 22 Millionen Euro.)
Bestätigter Verlauf: 22 Mio. € → 8 Mio. € bis 2029, also −64 %. Bis zu 90 Arbeitsplätze von 160 sind bedroht. Die bereits im März 2026 bestätigten direkten kulturellen Opfer:
- BD Comic Strip Festival 2026 — abgesagt
- Festival of the Iris 2026 — reduziert auf ein einziges Konzert
- J'aime les sciences (Oktober 2026) — abgesagt
- jede Eventwerbung eingefroren, mit Ausnahme der Pride.
Im Gegensatz zu den bereits gefallenen Festivals (BD, Iris, J'aime les sciences) hat das BIFFF keine direkte Kürzung oder Absage erlitten. Seine Strategie 2026 — die Programmgestaltung auf einen einzigen Saal zu konzentrieren und das Fenster auf 16 Tage zu erweitern, um drei Spitzenwochenenden zu erfassen — war eine bewusste ökonomische Reorganisation und keine erzwungene Amputation. Die Bilanz (60.000 Zuschauer, +30 %) bestätigt, dass das Festival den Druck absorbiert hat, ohne den Bruchpunkt zu streifen: die Neuaufstellung des Modells hat sich in Publikumswachstum niedergeschlagen, nicht in Amputation. Die Exposition gegenüber den zwei vom RAB/BKO identifizierten Bedrohungen (visit.brussels, Image de Bruxelles) bleibt jedoch bestehen, mit einem größeren Footprint als die bereits gefallenen Festivals (60.000 Zuschauer 2026, +30 % gegenüber Vorjahresausgabe, internationale Sichtbarkeit, Gründungsmitglied der Méliès International Festivals Federation, FIAPF-Akkreditierung). Seine Sichtbarkeit macht es zu einem privilegierten Barometer: was das BIFFF neu konfigurieren musste, um weiter zu wachsen, sagt präziser als ein regionales Budget, was die Brüsseler Sparpolitik einem gut ausgestatteten kulturellen Mittelbetrieb auferlegt.
Das zweisprachige Netzwerk RAB/BKO hat am 7. März 2026 einen von 120+ Institutionen mitunterzeichneten Appell veröffentlicht, den Kultursektor nicht zu opfern, und zielt auf drei Bedrohungen der Regierungsvereinbarung: Streichung des Budgets „Image de Bruxelles", Reform der ACS (die dauerhafte Beschäftigung bedroht), Kürzungen bei visit.brussels. Das BIFFF kumuliert mindestens zwei der drei.
Das BIFFF in der Regierungsvereinbarung: ein blinder Fleck
Die DPR 2026-2029 nennt das BIFFF nicht. Die Kultur wird dort transversal behandelt (Barrierefreiheit, Lesen, Tanz, Senioren), ohne eigene Linie für Filmfestivals. Keine Ausnahme, keine gezielte Maßnahme. Das Festival wird weder geschützt, noch genannt, noch ausgenommen.
Die Abfolge der Warnungen (2022-2026)
Lenaerts hat es ausdrücklich gegenüber L'Avenir am 27. April 2025 erklärt: « On alerte les pouvoirs publics depuis 2022. » (Wir warnen die öffentlichen Stellen seit 2022.) Die Gleichung „konstante Subventionen + steigende Kosten" ist nach dem Umzug nach dem Bozar und der Post-COVID-Inflation bei Rechten, Versicherungen und Mietkosten im Palais 10 gekippt. Die öffentlichen Äußerungen vom März 2025 und März 2026 sind daher keine konjunkturelle Reaktion auf eine neue Krise: sie sind das Ergebnis einer dreijährigen strukturellen Kompression.
Bilanz 44. Ausgabe — die Reorganisation durch die Besucherzahlen bestätigt
Zum Abschluss des Festivals am 18. April 2026 haben die Organisatoren eine Bilanz von 60.000 Zuschauern bekannt gegeben, ein Anstieg um 30 % und 12.000 Personen mehr als in der Vorjahresausgabe (~48.000). Es ist ein Rekord seit der Rückkehr zum Heysel nach COVID, im kompaktesten Format, das das Festival je produziert hat (ein Saal, 16 Tage, drei abgedeckte Wochenenden).
Die BGM-Lesart ist eindeutig: das bewusste Yield Management — das Angebot auf einen einzigen Saal konzentrieren, um die Fixkosten zu komprimieren, das Zeitfenster ausdehnen, um drei Wochenenden zu erfassen — hat das Publikum nicht vertrieben. Es hat es angezogen. Die Hypothese der „erzwungenen Schrumpfung" wird damit durch die Zahlen widerlegt: die Reorganisation unter Druck funktioniert als Überlebensstrategie und als Motor für das Publikumswachstum. Für andere Brüsseler kulturelle Mittelbetriebe, die mit demselben Sparkurs konfrontiert sind, ist der Präzedenzfall lehrreich — er beruht jedoch auf einer operativen Reorganisationsfähigkeit und einer bereits erworbenen Bekanntheit, die jüngeren oder stärker lokal verankerten Festivals nicht notwendigerweise zur Verfügung stehen.
Das Palmarès hat ein internationales Kino gekrönt, mit dem Goldenen Raben (Corbeau d'Or) für Never After Dark von Dave Boyle (Japan). Die Silbernen Raben gingen an Tristes Tropiques von Hoon-jung Park (Südkorea) und Nirvanna The Band The Show The Movie von Matt Johnson (Kanada). Der europäische Wettbewerb zeichnete Nightborn von Hanna Bergholm (Finnland/Litauen/Frankreich/Vereinigtes Königreich) aus. Die Organisatoren kommentierten: « Cette édition confirme une fois de plus la richesse et la diversité du cinéma fantastique » (Diese Ausgabe bestätigt einmal mehr den Reichtum und die Vielfalt des fantastischen Kinos).
Dieses Besucherzahlenniveau macht die Ticketverkäufe auch zu einer bedeutenden Einnahmequelle, die die bislang veröffentlichten Zahlen (hauptsächlich der Peymey-Umsatz 2024 von 985.337 €) nicht widerspiegeln — der Bericht 2026, der der Stadt bis zum 31. Mai 2027 geschuldet wird, wird das erste öffentliche Dokument sein, das sie mit den Subventionen zusammenführt.
Diese Bilanz beseitigt keines der oben genannten Risiken (Mietvertrag Brussels Expo 2027, FWB-Bewerbung 2027-2030 einzureichen bis zum 11. Mai 2026, Restexposition gegenüber dem regionalen Kanal, Abstimmung im Gemeinderat vom 20. April noch ausstehend). Sie verschiebt den Rahmen: das BIFFF ist nicht mehr nur ein defensives Barometer der Brüsseler Kultursparpolitik. Es wird auch zu einem offensiven Lehrbuchfall der Antwort auf Druck — zu bestätigen oder zu widerlegen bei den Ausgaben 45 (2027) und 46 (2028), die von der mehrjährigen kommunalen Vereinbarung abgedeckt werden, sofern der Gemeinderat sie am 20. April genehmigt.
Quellen: RTBF (18. April 2026); La Libre (18. April 2026).
Die strukturelle Asymmetrie der Lasagne
Das BIFFF liefert einen ungewöhnlich klaren Lehrbuchfall — und die kommunale Vereinbarung vom 20. April 2026 verändert dessen Lesart:
- Die Linie FWB Centre du Cinéma (120.000 €/Jahr) ist vertraglich, konventioniert, mehrjährig. Der nächste Zyklus 2027-2030 eröffnet im April 2026 (Bewerbungsfrist 11. Mai 2026), und das globale Festivalbudget wird mit 1.028.000 €/Jahr angekündigt. Vorbehaltlich einer angenommenen Bewerbung handelt es sich um einen schützenden Finanzierungsboden über vier Jahre.
- Die Linie Stadt Brüssel (250.000 €/Jahr, 2026-2028) ist soeben vom Status „diskretionär, nicht veröffentlicht" zum Status „konventioniert mehrjährig drei Jahre" übergegangen, mit Haushaltsinschrift auf den beiden Artikeln 76201/33202 und 77210/33202. Die Verpflichtung bleibt rechtlich jährlich (stillschweigende Verlängerung in Art. 3 der Vereinbarung vorgesehen) und unterliegt der regionalen Aufsicht (Art. 6), aber das Protokoll der Unterstützung ist nunmehr schriftlich und öffentlich. Aus dieser Perspektive schließt sich der kommunale Kanal — in kleinerem, aber realem Maßstab — der schützenden Logik des Gemeinschaftskanals an.
- Umgekehrt bleiben die rein regionalen Kanäle (visit.brussels, Budget „Image de Bruxelles", Kulturförderung über COCOF) diskretionär, jährlich, kabinettsgesteuert. Es sind genau die Linien, die der Sparvertrag 2026 als erste zu kürzen beschlossen hat.
→ Die institutionelle Lasagne ist nunmehr an der Basis doppelt geschützt (Gemeinschaft FWB + Kommunal Stadt) und in der regionalen Mitte exponiert. Das BIFFF befindet sich genau an dieser Schnittstelle: 370.000 €/Jahr konventioniert geben ihm einen festeren Boden, als die bisherige Literatur vermuten ließ, aber die regionale Zone bleibt seine wichtigste und ungelöste Schwachstelle. Eine weitere Asymmetrie: die kommunale Vereinbarung läuft über drei Ausgaben (2026-2028), während der nächste FWB-Zyklus 2027-2030 abdeckt — die beiden schützenden Kanäle sind zeitlich um ein Jahr versetzt, sodass die Ausgabe 2029 in diesem Stadium ohne bestätigte kommunale Deckung bleibt.
Caveats — was noch vertieft werden muss
Diese Fassung des Dossiers stützt sich auf verifizierte Primärquellen (FWB-Finanzierungsentscheidungen, Brussels Expo-Statuten, öffentliche Erklärungen des BIFFF-Teams, Belgeo/RABKO-Mitteilungen/Regionalvereinbarung und nunmehr den vollständigen Text der Vereinbarung Stadt-Peymey Diffusion, veröffentlicht auf der Tagesordnung des Gemeinderats vom 20. April 2026). Mehrere Graubereiche müssen aktiv recherchiert werden:
- Tatsächliches Gesamtbudget des Festivals. Die 985.337 € Umsatz 2024 von Peymey Diffusion sind eine Untergrenze, keine Gesamtsumme. Ein Tätigkeitsbericht oder ein direktes Interview wären nötig, um die reale Produktion zu schätzen (Rechte, Säle, Reisen, Gäste). Der Bericht 2026 ist der Stadt bis zum 31. Mai 2027 vorzulegen, was eine öffentliche Dokumentationsfrist festlegt.
- Verhältnis Peymey ↔ BIFFF ASBL. Die Vereinbarung Stadt-Peymey Diffusion 2026-2028 vertraglicht Peymey Diffusion als juristischen Träger des kommunalen Zuschusses — ein Hinweis auf die operative Architektur. Noch zu klären bleibt: wer beschäftigt das Personal, wer erhält den FWB-Zuschuss, wer schließt Verträge mit Brussels Expo. Die vollständige Aufteilung ist nicht öffentlich.
- Miete Brussels Expo (Palais 10) — teilweise geschlossener Caveat. Der Anhang „Logistische Unterstützung der Stadt" zur Vereinbarung vom 20. April 2026 führt erstmals die kommunale Sachunterstützung auf (Straßenbau, Tischlerei OPP, Transport EPV, Plakatierung JCDecaux und Rentapub) — was eine Ebene der verborgenen Unterstützung dokumentiert. Die Miete für das Palais 10 selbst ist jedoch weiterhin nicht veröffentlicht: zu Marktpreisen, subventioniert oder teilweise in der Konzession der Stadt an Brussels Expo enthalten?
- Genauer kommunaler Zuschuss — geschlossener Caveat. Die Vereinbarung vom 20. April 2026 veröffentlicht die genauen Beträge: 250.000 €/Jahr über 2026-2028, Aufteilung 150.000 € Kabinett des Bürgermeisters (Art. 77210/33202) + 100.000 € Schöffenamt Kultur (Art. 76201/33202). Offen bleibt die Frage des direkten regionalen Zuschusses (visit.brussels, Linie „Image de Bruxelles"): keine veröffentlichte Zahl, zu bestätigen über das regionale Brüsseler Subventionskataster (open data).
- Erneuerung des Mietvertrags 2027. Dies ist die entscheidende operative Unsicherheit — von keiner öffentlichen Quelle zum 16. April 2026 abgedeckt. Die kommunale Vereinbarung sichert die Cash-Leistung für 2026-2028, sagt aber nichts über den Nutzungsvertrag mit Brussels Expo.
- Nachfolgeplan. Die 4 noch im Verwaltungsrat vertretenen Gründer sind zwischen 65 und 75 Jahre alt (zu bestätigende Hypothese). Kein öffentlicher Plan.
- Creative Europe MEDIA. Begünstigt oder nicht? EACEA-Datenbank abzufragen.
Diese Punkte entkräften nicht die Grundstruktur des Dossiers: sie präzisieren seine Konturen und legen die Agenda für die nächste Iteration fest.
Warum das BIFFF für die Brüsseler Governance zählt
Das BIFFF ist nicht nur ein Genrefestival. Es ist:
- einer der seltenen privaten Brüsseler Kulturbetreiber mittlerer Größe, dessen Finanzierungstrajektorie gleichzeitig vier Machtebenen kreuzt,
- ein direkter Zeuge der Auswirkungen politischer Übergänge (Samusocial, Eurostadium/NEO, Regierungsbildung 2024-2026, Sparpolitik 2026-2029) auf das tatsächliche kulturelle Programm,
- ein Barometer der Resilienz der Brüsseler kulturellen Mittelbetriebe: seine Reorganisation 2026 (Yield Management: ein Saal, 16 Tage, drei Wochenenden) hat gezeigt, dass ein Festival von internationaler Größenordnung den Sparpolitikdruck absorbieren kann, ohne zu brechen — und sogar Publikumswachstum erfassen kann (60.000 Zuschauer, +30 %, Rekord nach COVID). Mit dem Entwurf der kommunalen Vereinbarung 2026-2028 (zur Abstimmung am 20. April) erschiene das Festival öffentlich besser verankert, als die bisherige Literatur vermuten ließ (370.000 €/Jahr Cash auf zwei Ebenen, unter Vorbehalt der Abstimmung und der regionalen Aufsicht). Die Frage für 2027-2028 verschiebt sich: es geht nicht mehr darum zu wissen, ob das Festival im kompakten Format « hält », sondern ob die Reorganisation replizierbar ist auf den folgenden Ausgaben, mit entscheidenden Fristen — Verlängerung des Mietvertrags mit Brussels Expo (nicht gewährleistet) und FWB-Bewerbung Zyklus 2027-2030 — die bestimmend bleiben. Der verbleibende Druck liegt auf der regionalen Zone (visit.brussels, Image de Bruxelles) und auf den strukturellen Kosten (Betrieb, Versicherung, Rechte, Sicherheit), nicht auf der bewiesenen Lebensfähigkeit des Formats.
Es zu verfolgen, heißt — in Echtzeit und mit einer sehr lesbaren Metrik (findet das Festival statt? in welchem Format? wie viele Säle? wie viele Tage?) — die materielle Wirkung politischer Entscheidungen zu verfolgen, die andernorts abstrakt bleiben.
Verwandte Bereiche
Verwandte Sektoren
Verwandte Gemeinden
Quellen
- FWB — Centre du Cinéma: Festivalbeihilfe (120.000 €/Jahr, Zyklus 2027-2030 eröffnet)
- FWB — Pressemitteilung BIFFF 2026 („eines der 19 unterstützten Festivals")
- BIFFF — Offizielle Seite (Team, Partner im Footer)
- BIFFF — Kontaktseite
- Brussels Expo — Eventseite BIFFF 2026
- Brussels Expo — Transparenz (Statuten, Governance der ASBL der Stadt Brüssel)
- BCE — Peymey Diffusion ASBL (Umsatz 2024: 985.337 €, 10 VZÄ)
- BCE — BIFFF ASBL (BE 0431.844.988)
- RTBF — BIFFF kehrt vom 3. bis 18. April in einem etwas unklaren Kontext zurück (16. März 2026)
- La Libre — Das BIFFF, eine echte Brüsseler Institution, vom Verschwinden bedroht (19. März 2025)
- DH — Ohne Finanzierungsgarantie wird das BIFFF verschwinden (19. März 2025)
- L'Avenir — Ein BIFFF ohne Ohrfeigen und bald ohne Geld (27. April 2025)
- L'Avenir — BIFFF 2025 und Verhaltenskodex (9. April 2025)
- RTBF — RABKO fordert die Brüsseler Regierung auf, die Kultur nicht zu opfern (7. März 2026)
- Belgeo — Das Comic-Festival abgesagt wegen der Kürzungen bei visit.brussels (26. März 2026)
- RTBF — Brüsseler Regierungsvereinbarung: NEO taucht wieder auf
- RTBF — Das BIFF im Bozar: ein überzeugendes Experiment (Umzug Tour & Taxis → Bozar, 2013)
- La Libre — Sagen Sie nicht mehr 44, sondern T&T (Umzug Passage 44 → Tour & Taxis, 2. April 2007)
- La Libre — Das BIFFF kommt fröhlich aus der Quarantäne (40. Ausgabe, August-September 2022)
- RTBF — Die 40. Ausgabe des BIFFF findet vom 29. August bis 10. September statt
- Medor — Eine belgische Geschichte: Brussels Expo (Nr. 36, Herbst 2024)
- IEB — Eurostadium, Chronik eines demokratischen Abseits
- IEB — PPAS Tour & Taxis: die wohlverstandenen Interessen von Extensa
- Loterie Nationale — Belgisches Kino (BIFFF unter den unterstützten Festivals genannt)
- RTBF — Gemeindewahlen Bruxelles-Ville: Koalitionsvereinbarung Close (Okt. 2024)
- Méliès International Festivals Federation — Seite BIFFF (Gründungsmitglied)
- Stadt Brüssel — Gemeinderat vom 20. April 2026, Punkt 62: Partnerschaftsvereinbarung Stadt-Peymey Diffusion (BIFFF) Ausgaben 2026-2028 (Beschluss des Rates, unterzeichnet von Nawal Ben Hamou, Schöffin für Kultur)
- Stadt Brüssel — Partnerschaftsvereinbarung Stadt-Peymey Diffusion (vollständiger Text, Anlage zu Punkt 62 des Gemeinderats vom 20. April 2026)
- RTBF — 44. BIFFF-Ausgabe: 60.000 Zuschauer, Never After Dark gewinnt den Goldenen Raben (18. April 2026)
- La Libre — Never After Dark gewinnt den Goldenen Raben bei der 44. BIFFF-Ausgabe (18. April 2026)
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