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Brussels Governance Monitor

Kultur: Kanal gerettet, aber FWB kürzt 12,9M EUR, La Centrale geschlossen, FAME gestrichen

Aktuell ·

Kanal gerettet (60M EUR), aber die FWB kürzt 12,9M EUR in der Kultur, die Stadt Brüssel reduziert ihr Budget um 19,6 %, La Centrale ist geschlossen und das Festival FAME gestrichen. 168 Kulturakteure (RAB/BKO) fordern Garantien.

Freigegebene Mechanismen — Umsetzung ausstehend

Diese Mechanismen waren während der geschäftsführenden Regierung (Juni 2024 – Februar 2026) eingefroren. Die am 14. Februar 2026 vereidigte Regierung kann sie nun reaktivieren.

  • Regionale Kultursubventionen

    Die Budgets für regionale Kultursubventionen waren eingefroren: es konnten keine neuen Mittel vergeben werden. Die neue Regierung kann diese nun freigeben, aber die systematische Überprüfung der fakultativen Subventionen könnte deren Umfang reduzieren.

  • Regionale Mitfinanzierung von Festivals

    Die Vereinbarungen zur regionalen Mitfinanzierung großer Brüsseler Festivals konnten während der geschäftsführenden Regierung nicht erneuert oder angepasst werden. Die Gemeinschaftsfinanzierung (FWB, Flämische Gemeinschaft) lief weiter. Diese Vereinbarungen können nun neu verhandelt werden.

  • Budgets der Gemeinschaftszentren

    Die Zuweisungen an die regionalen Kultur- und Gemeinschaftszentren konnten nicht erhöht oder umgewidmet werden. Diese Budgets können nun von der neuen Regierung angepasst werden.

  • Neue kulturelle Zulassungen

    Es konnten keine neuen regionalen Zulassungen an Kultureinrichtungen erteilt werden. Auf FWB-Seite gilt ein Moratorium für neue Anerkennungen bis 2028.

Was weiterläuft

  • Mehrjährige Gemeinschaftssubventionen

    Die Französische (FWB) und Flämische Gemeinschaft üben ihre Kulturkompetenzen weiterhin aus. Die mehrjährigen Programmverträge werden aufrechterhalten, jedoch ohne Indexierung, was zu einer progressiven Erosion der Mittel führt.

  • Laufende regionale strukturelle Finanzierung

    Die vor Juni 2024 festgelegten regionalen Struktursubventionen werden weiterhin an die begünstigten Kultureinrichtungen ausgezahlt.

  • Autonome Programmierung

    Kultureinrichtungen mit eigenen Rücklagen oder Gemeinschaftsfinanzierung programmieren ihre Saisons weiterhin eigenständig.

Auswirkungsindikatoren

~300

Subventionierte Kultureinrichtungen in der RBH

Französische Gemeinschaftskommission (COCOF)

~15 000

Arbeitsplätze im Kultursektor in Brüssel

IBSA / Statbel

~120 Mio. EUR

Regionales Kulturbudget (2024)

Region Brüssel-Hauptstadt, Haushalt 2024

70 000

Arbeitsplätze KKW (Kultur- und Kreativwirtschaft)

hub.brussels (KKW-Studie 2023)

13 Mrd. EUR

Gesamtumsatz KKW Brüssel

hub.brussels (KKW-Studie 2023)

~30

Unabhängige Buchhandlungen in Brüssel

RTBF / SLFB

Regierungsabkommen: Angekündigte Maßnahmen

Laut übereinstimmenden Pressquellen würde das Abkommen vom 12. Februar 2026 ein starkes Signal für den Kultursektor enthalten:

  • Kanal gerettet: 60 Millionen EUR regionaler Beitrag zur Eröffnung des Museums für zeitgenössische Kunst (ehemalige Citroen-Garage, 40 000 m²). Eröffnung geplant am 28. November 2026 nach 9 Jahren Bauzeit. Gesamtprojektkosten: 230 Millionen EUR (Regionalinvestition: 185M EUR, 95 % ausgezahlt). Jährliches Betriebsbudget: 30 Millionen EUR (degressiv, Verpflichtung zu Eigeneinnahmen). Partnerschaft Centre Pompidou: 12,5M EUR bis 2031. Erste Ausstellung: „A truly immense journey" (350+ Werke, Nov. 2026 → Jan. 2028)
  • Überprüfung der fakultativen Subventionen: Sämtliche regionalen Subventionsbudgets werden im Rahmen des Sparaufwands von 1,2 Milliarden EUR überprüft

Zu beachten: Die Rettung von Kanal (60M EUR) ist eine bedeutende Investition, aber die systematische Überprüfung der fakultativen Subventionen könnte andere regionale Kultureinrichtungen betreffen. Die Einzelheiten der kulturellen Gesamtarbitrage sind noch nicht bekannt.

Konvergierende Haushaltsbelastungen (Februar 2026)

Der Brüsseler Kultursektor sieht sich gleichzeitigen Kürzungen auf drei Machtebenen gegenüber:

Fédération Wallonie-Bruxelles

Der FWB-Haushalt 2026, Ende Februar verabschiedet, sieht insgesamt 255 Millionen EUR an Einsparungen vor, darunter 12,9 Millionen EUR an Kürzungen im Kultursektor (etwa 4 % eines Kulturbudgets von 320M+). Konkrete Maßnahmen:

  • Nicht-Indexierung der Kultursubventionen im Jahr 2026 (geschätzte Einsparung: 3,8 Millionen EUR)
  • Moratorium für neue Anerkennungen und Zulassungen bis 2028 (Kulturzentren, öffentliche Bibliotheken, bildende Künste, Weiterbildung). Geschätzte Nicht-Ausgaben: ~10M EUR in 2026, ~15M EUR in 2029
  • Die kumulierten FWB-Einsparungen erreichen 500 Millionen EUR über 4 Jahre (2026-2029)

Quelle: RTBF, « le budget 2026 de la FWB définitivement adopté », Februar 2026; FEAS, « commissions culture et budget », Februar 2026.

Stadt Brüssel

Die Stadt Brüssel hat ihr Kulturbudget zwischen 2024 und 2026 um 19,6 % gekürzt. Konkrete Folgen:

  • La Centrale (Zentrum für zeitgenössische Kunst, 1 000 m²): am 23. Februar 2026 endgültig geschlossen nach 20 Jahren Betrieb. 6 von 20 Mitarbeitern entlassen. Das Gebäude soll „eine kulturelle Nutzung behalten" (noch nicht definiert)
  • Festival FAME (multidisziplinäres feministisches Festival, gegründet 2021): Finanzierung im Februar 2026 vollständig gestrichen, nach 4 Monaten Arbeit an der Ausgabe 2026
  • Kürzung der Subventionen an das Théâtre Royal du Parc und das KVS

Quelle: RTBF, « La Centrale ferme ses portes », 22. Feb. 2026; L'Avenir, « le festival FAME disparaît », 19. Feb. 2026.

Alarm aus dem Sektor

Das RAB/BKO (Brüsseler Kunstnetzwerk, 168 Kulturakteure) hat einen öffentlichen Appell für finanzielle Garantien für 2026 gestartet und eine "unerträgliche Unsicherheit" angeprangert. Strukturen haben Personal entlassen, Teilzeitarbeit auferlegt oder ihre Aktivitäten eingestellt.

Die Zinneke Parade 2026 (14. Ausgabe, 30. Mai 2026, Thema „Dream") bleibt in finanzieller Unsicherheit. Die regionale Subvention wurde von 391 000 auf 360 000 EUR reduziert (35 % des Gesamtbudgets). Die Zahl der Zinnodes ist von 20 auf 13 gesunken mangels Mitteln. Das Brüsseler Parlament verabschiedete im Dezember 2025 eine Resolution mit der Forderung nach finanziellen Garantien, aber zum 2. März 2026 liegt keine Bestätigung einer strukturellen Finanzierung durch die neue Regierung vor.

Quelle: L'Avenir, « Zinneke menacée », Okt. 2025; BX1, « le Parlement veut lever l'incertitude », Dez. 2025.

Niederländischsprachige Kulturpolitik (VGC)

Neben der frankophonen Kulturpolitik (FWB, COCOF) verwaltet die VGC (Vlaamse Gemeenschapscommissie / Flämische Gemeinschaftskommission) ein strukturiertes niederländischsprachiges Kulturnetzwerk in Brüssel:

  • 22 Gemeinschaftszentren (gemeenschapscentra, Netzwerk N22) — Nachbarschaftsorte für niederländischsprachige Kultur, Jugend und Zusammenleben, verteilt über die 19 Gemeinden. Die VGC ist die Organisationsbehörde („inrichtende overheid")
  • 19 lokale Bibliotheken — eine pro Gemeinde, mit inhaltlicher, geschäftlicher, finanzieller und digitaler Unterstützung durch die VGC
  • Muntpunt — zentrales niederländischsprachiges Kulturhaus, in der Nähe des Grand-Place gelegen
  • 18 kommunale Dienste für niederländischsprachige Kultur

Die VGC bietet Kunstsubventionen für Organisationen und einzelne Künstler in Brüssel: Betriebssubventionen (jährlich oder dreijährig), Projektsubventionen, Laufbahnsubventionen und Debütsubventionen (maximal 3.000 EUR für Erstkünstler). Die Kulturpolitik wird von Kollegiumsmitglied Ans Persoons (Vooruit) geleitet.

Das Programm Paspartoe (Freizeitpass) erleichtert benachteiligten Gruppen den Zugang zur Kultur, in Zusammenarbeit mit den Gemeinschaftszentren und Bibliotheken.

Quelle: VGC, „Lokaal cultuurbeleid", abgerufen am 1. März 2026.

Geerbter Kontext (Juni 2024 – Februar 2026)

Regionale Kultursubventionen, Festivalkofinanzierung und Budgets der Kulturzentren waren eingefroren. Rund 300 subventionierte Einrichtungen und 15.000 Kulturarbeitsplätze betroffen, mit zusätzlichen FWB-Kürzungen (−9,12 Mio. EUR).

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Zurück zur Startseite2. März 2026

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