Zum Inhalt
Brussels Governance Monitor

Städtebau: schnellere Genehmigungen und städtebauliche Amnestie

Laufend

Dieses Dossier verläuft im aktuellen Rahmen normal.

Offizielle Quelle
Aktuell ·

Die RPE sieht die Beschleunigung der Baugenehmigungen, eine städtebauliche Amnestie für alte Verstöße, die Abschaffung des verbindlichen Gutachtens der KCML und die Wiederbelebung des Neo-Projekts auf dem Heysel vor.

Bürgerbeteiligung
Kurz gefasst (leichte Sprache)

Die Region will Baugenehmigungen beschleunigen, alte Verstöße regularisieren und große Projekte wie Neo auf dem Heysel neu starten.

Schluesselzahlen

~18Monate (Branchenschätzung)

Durchschnittliche Bearbeitungszeit Baugenehmigung

Abgeschafftersetzt durch einfaches Gutachten

KCML — verbindliches Gutachten

Verpflichtungen der RPE

Die Regionale Politikerklärung widmet dem Städtebau und der Raumordnung einen wichtigen Abschnitt mit mehreren strukturellen Reformen:

Schnellere Genehmigungen

  • Verkürzung der Bearbeitungszeiten für Baugenehmigungen — Ziel ist die Halbierung der Bearbeitungsdauer
  • Vereinfachte Verfahren für Wohnungsbau und energetische Sanierungen
  • Vollständige Digitalisierung des Antragsverfahrens über urban.brussels
  • Fast-Track-Einheitsschalter für die Urbanen Freizonen (Hafen von Brüssel + Standort Audi Forest): Zentralisierung der Genehmigungsanträge (Städtebau, Umwelt, Beihilfen) an einem einzigen Zugangspunkt

Städtebauliche Amnestie

  • Regularisierung alter Verstöße — Konformitätsmechanismus für Situationen vor einem Stichtag
  • Ziel: den Bestand an Verstoßfällen abbauen und Eigentümern Rechtssicherheit bieten

Reform der KCML

  • Abschaffung des verbindlichen Gutachtens der Königlichen Kommission für Denkmäler und Landschaften, ersetzt durch ein einfaches Gutachten
  • Ziel: Sanierungsprojekte in Schutzzonen freigeben, ohne den Denkmalschutz abzuschaffen

Großprojekte

  • Neo (Heysel) — Wiederbelebung des Kongress- und Unterhaltungsprojekts auf dem Heyselplateau
  • Laufende RAP — Fortsetzung der Richtpläne für strategische Gebiete

Brachflächen: Abstimmung im Parlament (27. Februar 2026)

Das Brüsseler Parlament lehnte (68 gegen 4, 2 Enthaltungen) den Verordnungsentwurf von Ecolo für ein Baumoratorium auf 9 Grünflächen ab (Josaphat in Schaerbeek, Chant des Cailles in Watermaal-Bosvoorde, Meylemeersch in Anderlecht, Donderberg in Laken, unter anderem). Ecolo war die einzige Fraktion, die gegen die Ablehnung stimmte; N-VA und Vlaams Belang enthielten sich.

Die Mehrheit wendet den im Regierungsabkommen festgelegten Kompromiss an:

  • 3 Standorte dauerhaft geschützt: Wiels, Avijl, Donderberg
  • 18-monatiges Moratorium auf den übrigen Standorten (Keyenbempt, Calevoet, Josaphat, Meylemeersch)
  • Alain Maron (Ecolo) kritisierte diesen Kompromiss als den Anwohnern „keine Rechtssicherheit" bietend

Baustopp Brachflächen: Berufung der Regierung (März 2026)

Die Brüsseler Regierung hat Berufung eingelegt gegen das Urteil vom Oktober 2025, das einen Baustopp auf allen Brachflächen von mehr als 0,5 Hektar in der Region Brüssel verhängte. Der Verein We Are Nature hat angekündigt, mit der Forderung nach Zwangsgeldern von 250 000 bis 500 000 EUR pro Verstoß zu reagieren, um die Durchsetzung des ursprünglichen Urteils zu erzwingen.

Die direkt von diesem Rechtsstreit betroffenen Standorte:

  • Südpalast (Projekt Metro 3 — fehlendes Glied)
  • Bempt (Stadion Union Saint-Gilloise)
  • Kwartelveld

Der Ausgang dieser Berufung, erwartet 2027-2028, wird über die Fortsetzung der Metro 3 und mehrerer großer Immobilienprojekte entscheiden.

Quellen: BRUZZ, La Libre, Le Soir (20.-21. März 2026).

Jubelpark: Beliris-Renovierung (Bundesentscheidung, Februar 2026)

Der Bundesministerrat genehmigte die Ausschreibung für die Neugestaltung des Jubelparks (Cinquantenaire), auf Vorschlag von Bernard Quintin (MR, Beliris). Die Arbeiten sollen den Park für die Zweihundertjahrfeier Belgiens 2030 fertigstellen.

Geplante Maßnahmen:

  • Erneuerung der Grünflächen, Neubepflanzung und Neugestaltung der Spazierwege
  • Leichtathletikbahn und Sportplätze (die Bahn wird nicht auf Standardmaße erweitert, um die Symmetrie des denkmalgeschützten Parks zu bewahren)
  • Regenwassersammelsystem auf den Museumsdächern
  • Restaurierung der Monumentaltreppen
  • Neue Wegbeleuchtung (um Mitternacht abgeschaltet, um Lichtverschmutzung zu begrenzen und die Fauna zu schützen)
  • Zusätzliche Fahrradständer und Lastenradstellplätze
  • Verbesserte Barrierefreiheit für Menschen mit eingeschränkter Mobilität

Beliris ist ein föderaler Kooperationsmechanismus zur Finanzierung von Infrastruktur in Brüssel. Dieses Projekt fällt unter Bundeskompetenz, aber die Arbeiten betreffen direkt das Brüsseler Gebiet.

Tour & Taxis: Wasserturm unter Denkmalschutz (März 2026)

Die Staatssekretärin für Denkmalschutz hat den Wasserturm und das elektrische Umspannwerk auf dem Gelände von Tour & Taxis unter Denkmalschutz gestellt. Diese Klassifizierung schützt die industriellen Architektureelemente aus dem frühen 20. Jahrhundert vor jeglichem nicht genehmigten Abriss oder Umbau.

Das Gelände von Tour & Taxis, ein ehemaliger Güterbahnhof, der zu einem gemischten Quartier (Büros, Wohnungen, öffentliche Räume) umgewandelt wurde, ist Gegenstand bedeutender Immobilienentwicklungen. Die Klassifizierung dieser Strukturen gewährleistet die Bewahrung des industriellen Erbes Brüssels im Rahmen dieser Umgestaltung.

Quelle: DH (17. März 2026).

CoBAT-Reform: erste Konkretisierungen (19. März 2026)

Die Staatssekretärin für Städtebau hat am 19. März 2026 die ersten konkreten Maßnahmen der CoBAT-Reform (Brüsseler Kodex der Raumordnung) angekündigt:

Einheitsgenehmigung:

  • Integration der Umweltgenehmigung in das Städtebaurecht → eine einzige Genehmigung statt zwei
  • Ziel: Fristen halbiert bis zum Ende der Legislaturperiode, mit maximal 6 Monaten für eine Standardgenehmigung

Institutionelle Fusion:

  • Urban.brussels + Perspective.brussels fusionieren zu einer neuen Einrichtung „Brüssel Städtebau"
  • Geschätzte Einsparungen: 1.370.000 EUR (Betrieb) + 232.000 EUR (Personal)

Überarbeitung des PRAS (Regionaler Flächennutzungsplan) in Arbeit.

Weitere geplante Reformen (DPR, Kapitel 6):

  • RRU: Überarbeitung der Regionalen Städtebaulichen Verordnung
  • MyPermit: vollständige Digitalisierung des Genehmigungsverfahrens
  • DLUU: Einführung einer einheitlichen gesetzlichen Städtebaufrist

Quelle: RTBF / Belga (19. März 2026).

Regulierungsreformen (DPR, Kapitel 6)

Die DPR sieht eine umfassende Überarbeitung des Brüsseler Städtebaurechts vor:

  • COBAT: Gesamtreform des Brüsseler Kodex der Raumordnung, des Rahmentextes für die regionale Stadtplanung
  • RRU: Überarbeitung der Regionalen Städtebaulichen Verordnung, die die für alle Bauprojekte geltenden Normen festlegt
  • PRAS: Teilrevision des Regionalen Flächennutzungsplans, um die Zuweisungen an die aktuellen Bedürfnisse anzupassen
  • MyPermit: vollständige Digitalisierung des Genehmigungsverfahrens über die Plattform urban.brussels
  • DLUU: Einführung einer einheitlichen gesetzlichen Städtebaufrist, um die Unsicherheit bei den Bearbeitungszeiten zu verringern

Diese Reformen wurden noch nicht in Verordnungen oder veröffentlichte Entwurfstexte umgesetzt.

Bois de la Cambre: städtebauliches PV (23. März 2026)

Der regionale Dienst urban.brussels hat ein Protokoll gegen die Stadt Brüssel wegen städtebaulicher Verstöße im Bois de la Cambre erstellt. Anlass: 40 Betonblöcke, die am 13. März 2026 als Ersatz für Felsblöcke aufgestellt wurden, ohne Baugenehmigung in einem geschützten Gebiet.

Staatssekretärin für Stadtplanung Audrey Henry (MR) erinnerte an die Genehmigungspflicht für jede Einrichtung in einer Schutzzone. Ministerpräsident Boris Dilliès (MR) kritisierte „improvisierte und aufeinanderfolgende Einrichtungen". Mobilitätsschöffin Anaïs Maes (Vooruit, Stadt Brüssel) bestätigte die baldige Einreichung einer Genehmigung (verankerte Blöcke, ästhetische Lösung folgt).

Dieser Konflikt veranschaulicht eine aufkommende Spannung zwischen MR (Region) und Vooruit (Stadt), den ersten sichtbaren Bruch der 7-Parteien-Regierung (Tag 37).

Quellen: L'Avenir, DH (23. März 2026).

Wichtige Einrichtungen

  • urban.brussels — regionale Städtebauverwaltung (Genehmigungen, Verstöße, RAP)
  • perspective.brussels — Raumplanung und Wirkungsstudien
  • BMA (Bouwmeester Maître Architecte) — architektonische Qualität öffentlicher Projekte
  • SAU (Gesellschaft für Stadtentwicklung) — Entwicklung regionaler Standorte

Rundschreiben We Are Nature: Projekte freigegeben (3. April 2026)

Die Regierung genehmigte am 3. April 2026 ein Interpretationsrundschreiben (Omzendbrief), um die Bearbeitung von Baugenehmigungsanträgen während des Berufungsverfahrens gegen das Urteil We Are Nature zu ermöglichen.

Im Oktober 2025 hatte das französischsprachige Gericht erster Instanz die Region angewiesen, die Urbanisierung von Naturgebieten auszusetzen (Klage der VoG We Are Nature). Die Regierung legte am 20. März 2026 Berufung ein.

Das Rundschreiben stellt klar, dass Verwaltungen Anträge für Projekte auf Grundstücken ab 0,5 ha weiter bearbeiten können, sofern die Projektträger zusätzliche Informationen zum Klima-/Emissionseinfluss liefern (THG-Reduktion, Kohlenstoffsenken, Baumzonen). Projekte innerhalb eines genehmigten RAP (Richtplan van Aanleg) fallen nicht unter das Urteil.

Staatssekretärin für Städtebau Audrey Henry (MR) bestätigte, dass kein effektives Moratorium angewendet wird: Projekte werden trotz des Urteils fortgeführt.

Quelle: BRUZZ (3. April 2026). Vertrauen: official (Regierung).

Quellen und Methodik

Die dokumentierten Verpflichtungen stammen aus dem offiziellen RPE-Text und übereinstimmenden Pressequellen zum Regierungsabkommen vom 12. Februar 2026.

Geerbter Kontext (Juni 2024 – Februar 2026)

Die wichtigsten Stellen (urban.brussels, BMA, Perspective, KCML) arbeiteten im laufenden Modus weiter, jedoch ohne neue politische Ausrichtung.

Vollständigen Kontext lesen

Was das konkret bedeutet

Die RPE sieht die Beschleunigung der Baugenehmigungen (Ziel: Bearbeitungszeit halbieren), eine städtebauliche Amnestie und die Wiederbelebung des Neo-Projekts auf dem Heysel vor. Die Abschaffung des verbindlichen KCML-Gutachtens soll Sanierungen in Schutzzonen freigeben.

Was BGM nicht sagt

Diese Karte sagt nicht voraus, ob die Regierung die Genehmigungsfristen verkürzen kann. Sie dokumentiert die RPE-Verpflichtungen zum Städtebau. Die Auswirkungen der Amnestie und der Abschaffung des KCML-Gutachtens hängen von den Anwendungsmodalitäten ab.

Dieses Thema per E-Mail verfolgen

Max. 1 E-Mail/Woche. Abmeldung mit 1 Klick.