Zum Inhalt
Brussels Governance Monitor

Stadt Brüssel: Vorreiterin der kommunalen Transparenz

Bürgermeister : Philippe Close (PS)Koalition : PS, MR+, Les Engagés
Bevölkerung : 198 314Postleitzahl : 1000, 1020, 1120, 1130Fläche : 33.09 km²Gemeinderatssitze : 47
Kürzlich überprüft ·

Transparenzraster

6/6 Kriterien

Haushalt online

Ja

Gemeinderatsprotokoll online

Ja

Gemeinderat-Livestream

Ja

Kommunale Open Data

Ja

Beteiligungsplattform

Ja

Mandatsregister

Ja

Kennzahlen

198 314

Bevölkerung

IBSA

33,09km²

Fläche

IBSA

2014

Open-Data-Portal seit

opendata.bruxelles.be

100+

Projekte der Bürgerbeteiligung

faireBXLsamen

15,5 PunkteObergrenze des Bürgermeisterkabinetts, Punktesystem nicht in Stellen umrechenbar

Kabinette des Kollegiums, genehmigter Stellenplan

Brüssel Lokale Behörden, Erhebung Art. 21bis NGG

Warnungen

  • Immobiliensteuer 2026: Zuschlaghundertstel von 2 950 auf 3 457, automatische kommunale Prämie für selbstnutzende Eigentümer13. August 2026
  • Brand im OXY-Turm, Place de Brouckère: 6 Tote, Ermittlungen laufen14. Juli 2026
  • Philippe Close zum Vorsitzenden des Polizeikollegiums der künftigen Einheitszone « Police de Bruxelles » gewählt8. Juli 2026
  • Untersuchung über Verhalten von Polizeibeamten bei FWB-Demonstrationen eröffnet (6. Juni 2026)6. Juni 2026
  • Stadt Brüssel unter dem Anflugkorridor RNP-07L (Nordviertel, Thurn & Taxis, nördliches Laeken außerhalb der königlichen Sperrzone) — die Stadt hat sich den interkommunalen Gerichtsverfahren (noch) nicht angeschlossen28. Mai 2026
  • König-Baudouin-Stadion: gemeinsamer Besuch Region + Stadt am 22. April — Anfrage auf Bundes-Kofinanzierung für Sanierung22. April 2026
  • Räumung der Zelte am Humanitarian Hub (Havenlaan, 21. April 2026, Abstimmung Stadt + Bruss'help)21. April 2026
  • Bettelreglement verabschiedet: Strang Kinder (Pentagon, Louise) + Strang « aggressiv, aufdringlich, einschüchternd » für 2 Jahre (Gemeinderat 20. April 2026)20. April 2026
  • Horeca-Terrassensteuern um bis zu +50 % erhöht — verabschiedet (Gemeinderat 20. April 2026)20. April 2026
  • Strategie Stadslandbouw: Ziel +10 ha Ackerland bis 2030 + 50 % lokale Obst/Gemüse20. April 2026
  • Stadt Brüssel verließ X/Twitter 2024 — Kommunikation auf offizielle Kanäle konzentriert1. November 2024

Kabinette des Kollegiums: 93,2 Vollzeitäquivalente (1. August 2026)

Die von der Stadt Brüssel am 1. August 2026 veröffentlichten Zahlen weisen 93,2 Vollzeitäquivalente in den Kabinetten des Kollegiums und des OSHZ-Vorsitzes aus. Die Gesamtzahl ist eine Berechnung des Gemeinderatsmitglieds Benoit Hellings (Ecolo-Groen) auf Grundlage dieser öffentlichen Daten: die Stadt hat keine Gesamtsumme veröffentlicht.

Vergleichsmaßstab ist die Obergrenze der vorigen Legislaturperiode von 82 Mitarbeitenden, bei einem Kollegium, das damals einen Schöffen mehr zählte als heute. Anfang 2025 ersetzte der Gemeinderat die Begrenzung nach Status oder Diplom durch ein Punktesystem je Schöffe, bei dem ein Mitarbeiter mit höherem Status oder Diplom mehr Punkte verbraucht. Dasselbe Ratsmitglied warnte damals, die Zahl werde von 82 auf eine Spanne von 97 bis 109 steigen, je nachdem wie die Schöffen ihre Punkte einsetzen.

Berichtete Aufteilung: das Kabinett des Bürgermeisters ist mit 14,6 Vollzeitäquivalenten das größte, das der ersten Schöffin umfasst 9,75, die übrigen Schöffen sieben bis acht Mitarbeitende. Der OSHZ-Vorsitz verfügt über eine Obergrenze von dreizehn Mitarbeitenden und beschäftigte Mitte Februar 9,3.

Die Opposition stellt diese Zahlen den Einsparungen der Gemeinde gegenüber: der Schließung einer Grundschule und eines Kulturzentrums sowie der Nichtbesetzung frei werdender Stellen. Sie stellt diese Effekte als gleichzeitig dar, nicht als durch eine Haushaltsanalyse belegt.

Quellen: BRUZZ (20. August 2026). Vertrauen: geschätzt. Die Grunddaten sind öffentlich und von der Stadt veröffentlicht, die Gesamtzahl von 93,2 ist jedoch eine Berechnung der Opposition und wurde von der Stadt nicht bestätigt.

Die bevölkerungsreichste und transparenteste Gemeinde

Die Stadt Brüssel ist die Hauptgemeinde der Region Brüssel-Hauptstadt und mit fast 200.000 Einwohnern die bevölkerungsreichste der 19 Gemeinden. Ihr Gebiet von 33 km² umfasst das historische Pentagon, Laeken, Neder-Over-Heembeek und Haren.

In Sachen Transparenz nimmt die Stadt Brüssel eine Vorreiterrolle unter den Brüsseler Gemeinden ein. Sie erfüllt alle sechs Kriterien des BGM-Monitorings.

Open Data: ein Portal seit 2014

Die Stadt Brüssel verfügt seit 2014 über ein aktives Open-Data-Portal und war damit eine der ersten Gemeinden Belgiens auf kommunaler Ebene. Das Portal bietet Datensätze zu Mobilität, Städtebau, Demografie und Gemeindefinanzen in auswertbaren Formaten (CSV, JSON, API).

Bürgerbeteiligung: faireBXLsamen

Die Plattform faireBXLsamen („Brüssel gemeinsam gestalten") ermöglicht es den Einwohnern, kommunale Projekte vorzuschlagen, zu diskutieren und darüber abzustimmen. Partizipative Budgets, Konsultationen zur Stadtplanung und Bürgeranfragen sind online zugänglich. Seit dem Start wurden dort über 100 Projekte eingereicht.

Gemeinderatssitzung im Livestream

Die Gemeinderatssitzungen werden per Livestream auf YouTube übertragen und die Sitzungsprotokolle werden vollständig online veröffentlicht. Die Videoarchive reichen mehrere Jahre zurück.

Digitale Kommunikation

Im November 2024 hat die Stadt Brüssel die Entscheidung getroffen, X/Twitter zu verlassen, und ihre Kommunikation auf die offiziellen Kanäle konzentriert (Website, Newsletter, institutionelle soziale Netzwerke). Diese Entscheidung, die durch die Verschlechterung der Plattform motiviert war, macht die Stadt Brüssel zu einer der ersten belgischen Verwaltungen, die diesen Schritt gewagt hat.

Aktuelle Gemeindeentscheidungen

Abschaffung der OTVP-Steuer für Solaranlagen (Dezember 2025)

Der Gemeinderat beschloss im Dezember 2025 die Abschaffung der Steuer auf vorübergehende Nutzung des öffentlichen Raums (OTVP) für die Installation von Photovoltaikanlagen (Grenze: 5 m², maximal 2 Arbeitstage). Die Stadt Brüssel ist die erste Brüsseler Gemeinde, die diese Anreizmaßnahme einführt.

Terrassenplan: Regulierung der Terrassen in der Fußgängerzone (Januar 2026)

Eine Polizeiverordnung des Schöffenkollegiums (Ende Januar 2026) verbietet Terrassen und Verkaufsstände in der Stoofstraat (Abschnitt Lombardstraat — Eikstraat, Achse Grote Markt — Manneken Pis) aus Sicherheits- und Fußgängerverkehrsgründen. Ein Gesamtplan zur Regulierung der 900 Terrassen der Gemeinde wird vorbereitet, mit Schwerpunkt auf der Fußgängerzone, dem Großen Markt und dem Grasmarkt. Der Ansatz erfolgt in Absprache mit dem Gastronomiesektor.

Erhöhung der Horeca-Terrassensteuern (verabschiedet am 20. April 2026)

Der Gemeinderat der Stadt Brüssel hat am Montag, 20. April 2026, eine Erhöhung der Steuern auf Horeca-Terrassen beschlossen, angekündigt von BRUZZ am 17. April. Die neuen Tarife:

ZoneTarif /m²/JahrEntwicklung
Fußgängerzone, Terrasse > 50 m²45 €+50 %
Fußgängerzone, Terrasse ≤ 50 m²35 €+46 %
Großer Markt und Sablon50 €+28 %
Außerhalb der Fußgängerzone, Terrasse < 50 m²19 € (unverändert)

Ausstattungsmultiplikatoren:

  • Holzboden: ×1,25
  • Halboffene Terrasse: ×3
  • Geschlossene Terrasse: ×10
  • Aushangkarte: pauschal +200 €

Die Schausteller des Zuidfoor sehen ihre Tarife ebenfalls um 5 % erhöht.

Abstimmung: Mehrheit dafür; dagegen: PTB und Team Fouad Ahidar; Enthaltung: Ecolo.

Begründung der Gemeinde: erheblicher Anstieg der Organisationskosten (Polizei, Rotes Kreuz, Straßenunterhalt, Abfallwirtschaft, tägliche Reinigung, Werbung), zusätzlich zur Übertragung bestimmter zuvor von der Region getragener Lasten (insbesondere im Zusammenhang mit den Betonblöcken, siehe Karte Sicherheit). Der Brüsseler Horeca-Verband hat die Maßnahme « bedauert » und als « schlechtes Signal » für eine Branche bezeichnet, die bereits durch die föderale Erhöhung der Hotel-MwSt. (6 → 12 %, 1. März 2026) geschwächt ist.

Quellen: BRUZZ (17. April 2026); BX1 (21. April 2026); L'Avenir / DH (17. April 2026). Vertrauen: official (Steuerreglement im Gemeinderat, Abstimmung bestätigt).

Bettelreglement (Gemeinderat vom 20. April 2026)

Derselbe Gemeinderat vom Montag, 20. April 2026, hat ein Reglement zum Betteln verabschiedet, getragen vom Bürgermeister Philippe Close (PS). Der Text umfasst zwei getrennte Teile:

1. Betteln mit Kindern — Verbot in drei Perimetern:

  • dem Pentagon (historisches Zentrum)
  • dem Louiseplatz
  • der Louiseallee

Geldbußen bis zu 500 € bei Verstoß. Die Polizei ist verpflichtet, Zuwiderhandelnde über die Schulpflicht (5-18 Jahre) und die verfügbaren sozialen Dienste (subventionierte Kitas, Schulanmeldungen) zu informieren.

2. « Aggressives, aufdringliches, einschüchterndes » Betteln — Verbot auf dem gesamten Stadtgebiet für eine Dauer von 2 Jahren, mit einer Evaluierungsklausel.

Abstimmung: Mehrheit dafür; dagegen: Ecolo, PTB, Team Fouad Ahidar.

Opposition: Benoît Hellings (Ecolo) prangert den « grausamen » Charakter an, « das Betteln zu kriminalisieren », und argumentiert, der Text behandle die Symptome statt der Ursachen und drohe, das Problem in andere Gemeinden zu verlagern. Die Opposition weist auch auf die problematische Kohärenz mit gleichzeitigen föderalen Politiken hin (Ausschlüsse aus der Langzeitarbeitslosigkeit, siehe Karte Soziales).

Institutionelle Erinnerung: Die Zuständigkeit für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung auf öffentlichen Wegen und für die kommunalen Verwaltungssanktionen (SAC) liegt bei der Gemeinde (kommunale Ebene). Das Reglement tritt nach Veröffentlichung und Genehmigung durch die regionale Aufsicht in Kraft.

Quellen: La Libre (20. April 2026); Le Soir (20. April 2026, URL zu prüfen — Bot-Schutz). Vertrauen: official (Reglement im Gemeinderat verabschiedet).

Klage beim Staatsrat (11. Juni 2026): Sieben Vereinigungen — darunter die Ligue des droits humains, ATD Quart Monde und die Front commun SDF — reichen eine Nichtigkeitsklage gegen das Reglement ein. Sie berufen sich auf dieselbe « rechtliche Fragilität » wie beim Text von 2022 (Geldbuße von 350 €), der vom Staatsrat im November 2025 aufgehoben wurde, und halten die neue Regelung für « unverhältnismäßig, unwirksam, um diesen Familien zu helfen, und dem Kindeswohl zuwiderlaufend » — mit dem Hinweis, dass ihres Wissens mehrere Monate nach dem Inkrafttreten kein betroffenes Kind eingeschult worden sei. Quelle: La Libre (11. Juni 2026) ; L'Avenir (11. Juni 2026). Vertrauen: unconfirmed (von den Vereinigungen angekündigte Einreichung).

Räumung des Humanitarian Hub (21. April 2026)

Am Dienstag, 21. April 2026, hat die Stadt Brüssel in Abstimmung mit Bruss'help am Vormittag die Räumung der Zelte durchgeführt, die rund um den Humanitarian Hub (Havenlaan) aufgestellt waren. Angeführte Gründe: Verschlechterung der Lage (Hygiene, gemeldete Ratten, Zwischenfälle, Spannungen). Die Bewohner waren im Voraus informiert und an Notunterbringungslösungen weitergeleitet worden; mehrere haben die vorgeschlagenen Orientierungen abgelehnt.

Ärzte der Welt haben öffentlich eine Intervention kritisiert, die „keine langfristige Lösung" biete. Die Räumung betrifft das Außenlager, nicht den Humanitarian Hub selbst (der weiterhin in Betrieb ist).

Vertrauen: unconfirmed (Presseartikel; offizielle Mitteilung Stadt / Bruss'help am 23. April nicht gefunden). Siehe auch Karte Soziales. Quelle: La Libre (21. April 2026).

König-Baudouin-Stadion: Anfrage auf Bundes-Kofinanzierung (22. April 2026)

Am 22. April 2026 fand ein gemeinsamer Besuch der Region und der Stadt Brüssel im König-Baudouin-Stadion statt, geführt vom regionalen Ministerpräsidenten und der Sportschöffin der Stadt. Gemeinsame öffentliche Position: kein neues Nationalstadion, sondern Sanierung und Modernisierung des bestehenden. Formale Anfrage auf Bundes-Kofinanzierung — öffentlich wiederholte Formel: „Die Stadt kann dies nicht allein tragen. Die Region auch nicht."

Weder Betrag noch Zeitplan wurden zu diesem Zeitpunkt kommuniziert. Das Dossier folgt auf das Scheitern des Eurostadium-Projekts auf Parkplatz C (Grimbergen) und bildet die erste öffentliche Verhandlungsachse Region / Stadt / Bundesebene zu einer großen Sportinfrastruktur seit der Bildung der neuen Regionalregierung.

Siehe auch Karte Institutionell. Quelle: La DH (23. April 2026). Vertrauen: unconfirmed (öffentliche Position, noch kein Haushaltsakt).

Strategie Stadslandbouw — städtische Landwirtschaft (April 2026)

Die Stadt Brüssel veröffentlicht ihre Strategie Stadslandbouw (städtische Landwirtschaft). Quantitative Ziele:

  • +10 Hektar mobilisiertes Ackerland bis 2030 (etwa 20 Fußballfelder), ausgehend von einer derzeit auf 13-15 ha geschätzten Fläche auf dem Gemeindegebiet oder im Eigentum der Stadt
  • 50 % lokal eingekauftes Obst und Gemüse (kommunale Beschaffung)
  • Fokus auf den Anbau von Hülsenfrüchten

Diese Strategie ist unterschieden von der regionalen Good Food-Strategie (Region Brüssel, 2015 verabschiedet — Portal Leefmilieu Brussel). Stadslandbouw ist ein eigener Plan der Gemeinde Stadt Brüssel.

URL der primären Veröffentlichung ist auf bruxelles.be zu prüfen, bevor detaillierte Kommunikation erfolgt. Presserelais: BRUZZ (20. April 2026). Vertrauen: unconfirmed (Presserelais — primäre Stadtquelle zu bestätigen).

Annie-Cordy-Wandbild in Laeken zerstört (Nacht 14.-15. April 2026)

In der Nacht von Dienstag, 14., auf Mittwoch, 15. April 2026, hat ein Brand das Kasernengebäude im Annie-Cordy-Park in Laeken verwüstet. Die Einsatzkräfte kamen gegen 5 Uhr morgens an. Die Fassade trug das Annie-Cordy-Wandbild, das 2018 zum 90. Geburtstag der Künstlerin gestaltet wurde: Das Dach stürzte ein und das Wandbild hielt den Flammen nicht stand. Die Brandursache ist unbekannt.

Zukünftiges Gedenken: Die Umgestaltung des Parks sieht eine Büste von Annie Cordy und ein neues Wandbild in der Nähe vor, ausgeführt von der Street-Art-Künstlerin Amandine Lesay. Das von den Rechtehabern und durch einen Bürgerbeteiligungsprozess Ende 2021 validierte Design genoss bereits lokalen Konsens. Kulturschöffin Nawal Ben Hamou (PS) bedauerte öffentlich den Verlust der « Hommage an eine der größten Brüsseler Ikonen » in Erwartung der Ergebnisse der Feuerwehruntersuchung.

Quelle: La Libre (15. April 2026). Vertrauen: official.

Fluglärm: Stadt Brüssel unter dem RNP-07L-Korridor (Mai 2026)

Die nördlichen Viertel der Stadt Brüssel — Nordviertel, Thurn & Taxis und der nördliche Teil von Laeken außerhalb der königlichen Sperrzone von 1 500 m — liegen im Anflugkorridor der Route RNP-07L („route Crucke"), die im Sommer 2025 aktiviert und bis zum 31. Oktober 2026 verlängert wurde. Die 1 500-m-Sperrzone um das Königliche Schloss schützt die Königliche Domäne selbst, jedoch nicht das gesamte Viertel Laeken (Heysel, Mutsaard, Umgebung der Basilika und König-Baudouin-Park liegen weiterhin in der Flugbahn).

Im Gegensatz zu Koekelberg, Molenbeek-Saint-Jean, Schaerbeek, Evere und Anderlecht, die eine Unterlassungsklage gegen den Bundesstaat eingereicht haben, hat sich die Stadt Brüssel den interkommunalen Gerichtsverfahren bis zum 28. Mai 2026 (noch) nicht angeschlossen. Die regionale Staatssekretärin Ans Persoons (Vooruit, Umwelt) schlug am 12. Mai vor, dass die Brüsseler Region sich diesen Klagen selbst anschließt.

Für den vollständigen Kontext (Chronologie, Windschwellen, kumulierte Verurteilungen, Kartografie der drei Pisten) siehe das Dossier Überflug von Brüssel. Vertrauen: official (von skeyes veröffentlichtes RNP-07L-Verfahren, Lärmkataster Leefmilieu Brussel, kommunale Beschlüsse).

Untersuchung über das Verhalten von Polizeibeamten bei FWB-Demonstrationen (Juni 2026)

Am 6. Juni 2026 kündigte der Sprecher des Bürgermeisters der Stadt Brüssel die Eröffnung einer Untersuchung über das Verhalten bestimmter Polizeibeamter bei den Demonstrationen gegen das FWB-Programmgesetz an. Konkret geht es um die Verbreitung von Aufnahmen mit einem verbotenen Symbol sowie unangemessene Äußerungen. Am Samstag, 7. Juni, wurde am Hauptbahnhof erneut ein Polizeieinsatz gemeldet, nachdem zu weiteren Protesten aufgerufen worden war.

Quellen: Le Soir (6. Juni 2026); RTBF (7. Juni 2026). Vertrauen: unconfirmed (Presseartikel; offizielle Mitteilung der Stadt nicht gefunden).

Brand im OXY-Turm: sechs Tote am Place de Brouckère (14.-17. Juli 2026)

Am Dienstag, dem 14. Juli 2026, brach im Gebäude OXY (ehemaliges Centre Monnaie) am Place de Brouckère, das sich damals im Umbau befand, ein Brand aus. Das Feuer breitete sich über einen Aufzugsschacht aus. Sechs Arbeiter kamen ums Leben, zwei wurden schwer verletzt (lebensbedrohlich, später stabilisiert). Rund 250 Personen wurden aus dem Gebäude und der Umgebung evakuiert. Bürgermeister Philippe Close äußerte sich öffentlich zu der Tragödie; die Brüsseler Abgeordneten hielten am 16. Juli eine Schweigeminute ab, gefolgt von einer Bürgergedenkfeier am 17. Juli. Es wurde eine gerichtliche und technische Untersuchung eingeleitet; ein möglicher Aufzugsdefekt wird geprüft, ohne dass zu diesem Zeitpunkt eine offizielle Schlussfolgerung vorliegt.

Quellen: RTBF (15. Juli 2026); La Libre (15. Juli 2026); BX1 (15.-17. Juli 2026). Vertrauen: official für die Opferzahl; unconfirmed für die Brandursache (Ermittlungen laufen).

Fusion der Polizeizonen: Philippe Close zum Vorsitzenden des Kollegiums gewählt (8. Juli 2026)

Am 8. Juli 2026 hielten die 19 Brüsseler Bürgermeister die erste Sitzung des künftigen Polizeikollegiums der Einheitszone „Police de Bruxelles" ab. Philippe Close (PS), Bürgermeister der Stadt, wurde zum Vorsitzenden dieses Kollegiums gewählt. Für den vollständigen Kontext der Fusion der Polizeizonen (Gesetzesabstimmung, kommunale Klagen, Zeitplan) siehe das Dossier Fusion der Polizeizonen.

Umbildung des Kollegiums (11. März 2026)

Bürgermeister Philippe Close hat am 11. März 2026 eine teilweise Umbildung des Kollegiums von Bürgermeister und Schöffen angekündigt:

  • Khalid Zian (PS, ehemaliger ÖSHZ-Vorsitzender) kehrt ins Kollegium zurück — Zuständigkeiten: Öffentliche Arbeiten und Internationale Solidarität (geteiltes Mandat mit Karim Tafranti, der Ende 2028 Schöffe wird)
  • Nawal Ben Hamou (PS) übernimmt Kultur (zuvor von Philippe Close verwaltet)
  • Anaïs Maes (Vooruit) gibt Öffentliche Arbeiten ab, behält aber Mobilität, Stadtplanung und Niederländischsprachiges Bildungswesen

Quelle: La Libre, 11. März 2026.

Immobiliensteuer 2026: Die Zuschlaghundertstel steigen von 2 950 auf 3 457 (13. August 2026)

Am 13. August 2026 veröffentlichte die Stadt Brüssel auf ihrer offiziellen Website die Modalitäten der Immobiliensteuer 2026. Die Stadt passt ihre Zuschlaghundertstel an: Sie steigen von 2 950 auf 3 457.

Was sich am kommunalen Anteil ändert

Die Immobiliensteuer besteht aus einem regionalen Grundsatz von 1,25 % des indexierten Katastereinkommens, zu dem kommunale, regionale und Agglomerations-Zuschlaghundertstel hinzukommen. Allein für den kommunalen Anteil:

ZuschlaghundertstelKommunaler Anteil (in % des indexierten KE)
2 950 (bisher)36,875 %
3 457 (2026)43,2125 %
Differenz6,3375 %

Von der Stadt veröffentlichtes Beispiel für ein indexiertes Katastereinkommen von 1 500 Euro: Der kommunale Anteil steigt von 553,13 Euro auf 648,19 Euro, also um 95,06 Euro.

Die Prämie für selbstnutzende Eigentümer

Für Eigentümer, die ihre Wohnung selbst bewohnen, führt die Stadt eine automatische kommunale Prämie mit zwei Teilen ein:

  • eine variable Prämie, die den Anstieg des kommunalen Anteils durch den Übergang von 2 950 auf 3 457 vollständig ausgleicht;
  • eine Pauschalprämie von 100 Euro, die hinzukommt.

Drei Präzisierungen der Stadt:

  • Die variable Prämie gleicht nur den kommunalen Anteil aus. Sie deckt weder den regionalen Anteil noch den der Agglomeration noch die übrigen Berechnungselemente ab.
  • Die Prämie ist für selbstnutzende Eigentümer, die die Bedingungen erfüllen, automatisch, ohne Antrag.
  • Sie ist von der regionalen BE HOME-Prämie getrennt und kommt zu dieser hinzu.

Tragweite

Die Regelung belässt den Anstieg vollständig bei vermietenden Eigentümern sowie bei Inhabern von Grundstücken oder sonstigen Immobilien, da nur die Selbstnutzung einen Anspruch auf die Prämie eröffnet. Brüssel Steuerwesen hat mit dem Versand der Steuerbescheide begonnen, überwiegend im Juli und August 2026. Wer My eBox aktiviert hat, erhält das Dokument in digitaler Form.

Quellen: Stadt Brüssel — Immobiliensteuer 2026: Was ist neu? (13. August 2026) ; Stadt Brüssel — FAQ Prämie für selbstnutzende Eigentümer und Immobiliensteuer 2026 (13. August 2026). Vertrauen: official (offizielle Website der Gemeinde, primäre Quelle ersten Ranges).

Casino: Der Auditor des Staatsrats empfiehlt die Aussetzung, Entscheid für den 28. August erwartet (21.-26. August 2026)

Die Vergabe der Casino-Konzession in Brüssel durch die Stadt wird vor dem Staatsrat vom bisherigen Betreiber angefochten, der eine mangelnde Begründung geltend macht. Am 21. August 2026 gab der Generalauditor ein Gutachten ab, das die Aussetzung empfiehlt. Der Entscheid wird für Freitag, den 28. August 2026, erwartet. Die Konzession läuft fünfzehn Jahre und ist rund siebenhundertfünfzig Millionen Euro wert, mit Betriebsbeginn am 1. Januar 2027.

Parallel reichte der Ecolo-Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat am 24. August eine Meldung über einen mutmaßlichen Verstoß gegen den am 29. Juni 2026 angenommenen Deontologie- und Ethikkodex der Stadt ein. Der Vorwurf betrifft den Sitz des Bürgermeisters im Verwaltungsrat von Sporting Anderlecht, dessen Hauptsponsor der ausgewählte Konzessionär ist, und seine unterbliebene Enthaltung bei der Entscheidung. Das Kabinett des Bürgermeisters äußert sich nicht und bestreitet jeden Interessenkonflikt.

BGM äußert sich nicht dazu, ob ein Interessenkonflikt vorliegt: Genau das ist Gegenstand eines der beiden Verfahren. Ein Auditorgutachten bindet den Staatsrat nicht, und eine deontologische Meldung ist keine Sanktion.

Quellen: BX1 (26. August 2026) ; RTBF, La Libre, La DH, L'Avenir, Trends-Tendances (21. und 26. August 2026). Vertrauen: official für das Bestehen der Verfahren und ihren Zeitplan; der Betrag ist eine Größenordnung aus der Presse.

Nouveau Marché aux Grains: Genehmigung eingereicht, einhundert Parkplätze gestrichen (25.-26. August 2026)

Die Stadt reichte den Genehmigungsantrag für die Neugestaltung des Platzes Nouveau Marché aux Grains im Dansaert-Viertel ein, öffentlich vorgestellt am 25. August 2026 von der zuständigen Schöffin. Der Plan erhält sechzig Bäume, pflanzt sechzehn neue, ergänzt Pflanzflächen, Möblierung, Schaukeln, Brunnen und einen Boulebereich, saniert das Basketballfeld und installiert ein Lichtkunstwerk namens Midnight Sun, einen Ring von fünfzehn Metern Durchmesser. Auf die Einreichung folgt eine öffentliche Untersuchung; die Arbeiten sind für Herbst 2027 angekündigt.

Das Projekt streicht einhundert Parkplätze. Diese Zahl wurde bei der Präsentation nicht mitgeteilt und tauchte erst am Folgetag in der Presse auf.

Quellen: BRUZZ (25. August 2026) ; Le Soir, La Libre, La DH, L'Avenir (26. August 2026). Vertrauen: official für die Einreichung und den Inhalt des Projekts; estimated für die Zahl der Plätze, nicht durch ein kommunales Dokument bestätigt.

Illegale Ablagerungen in Neder-Over-Heembeek: Stadt und Verteidigung verweisen aufeinander (26. August 2026)

Am 25. August 2026 wurden mehrere Kubikmeter Asphalt und Bauabfälle auf einer Straße auf dem Gelände des Militärkrankenhauses in Neder-Over-Heembeek gefunden, jener Straße zum Recypark Buda. Das Gelände gehört der Verteidigung.

Der Schöffe für öffentliche Sauberkeit erklärt, im vergangenen Jahr seien an derselben Stelle bereits vier große wilde Deponien festgestellt worden und die Stadt habe die Verteidigung mehrfach ohne Antwort angeschrieben. Sie fordert die Sperrung der Straße für den Autoverkehr und die Installation von Kameras. Die Verteidigung sieht die Entsorgung als Aufgabe der Stadt.

Quellen: BRUZZ (26. August 2026) ; La DH (26. August 2026). Vertrauen: official für die Feststellung und die öffentlichen Positionen beider Seiten.

Quellen

Medien

Regional

Zuletzt aktualisiert: 27. August 2026

Dieses Thema per E-Mail verfolgen

Max. 1 E-Mail/Woche. Abmeldung mit 1 Klick.