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Brussels Governance Monitor

Regionalhaushalt: Kurs auf Haushaltsgleichgewicht bis 2029

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Der Haushalt 2026 (Einnahmen 6,622 Mrd€, Ausgaben 7,613 Mrd€, Defizit 957 M EUR) wurde am 27. März im Plenum verabschiedet (53 Ja / 32 Nein). Endgültiges Ende der vorläufigen Zwölftel. S&P bestätigt Rating A / negativer Ausblick. Deutsche Bank gewährt 250M EUR Kreditlinie — Vertrauenssignal.

SelbstständigeLebenshaltungskosten
Kurz gefasst (leichte Sprache)

Der Haushalt 2026 von Brüssel ist genehmigt. Das Defizit sinkt. Das Ziel ist ein ausgeglichener Haushalt bis 2029, mit Einsparungen von 1,2 Milliarden Euro und weniger Steuern für Arbeitnehmer.

Schluesselzahlen

Haushalt 2026 im Plenum verabschiedet (53/32)

Haushaltsregime

6,622Milliarden EUR

Einnahmen 2026

7,613Milliarden EUR

Ausgaben 2026

957Millionen EUR (unter der in der DPR versprochenen Milliarde)

Haushaltsdefizit 2026

~1,241Milliarden EUR

Jährliches Haushaltsdefizit (2025)

Erste Haushaltsmaßnahmen (Februar 2026)

Ab Arbeitsbeginn am 15. Februar hat die Regierung erste Sparmaßnahmen angekündigt, die dazu beigetragen haben, das Defizit im Haushalt 2026 auf 957 Millionen EUR zu senken:

  • Verlängerung des Einstellungsstopps (in Kraft seit Ende 2023) im regionalen öffentlichen Dienst, für die gesamte Legislatur (keine Entlassungen)
  • Reduzierung des Einsatzes externer Berater
  • Streichung fakultativer Zuschüsse — systematische Überprüfung aller Budgetposten
  • Ziel: Defizit unter 1 Milliarde EUR in 2026, Rückkehr zum Haushaltsgleichgewicht 2029

Regierungsabkommen: Angekündigte Maßnahmen

Das am 12. Februar 2026 zwischen den sieben Parteien der neuen Brüsseler Mehrheit angekündigte Abkommen legt einen ehrgeizigen Haushaltsrahmen fest:

  • Rückkehr zum Haushaltsgleichgewicht bis 2029 — Einsparungspfad von ~1,2 Milliarden EUR, aufgeteilt in 80 % Kürzungen und 20 % neue Einnahmen
  • Keine neue Steuer — weder City Tax noch Kilometergebühr
  • Senkung der regionalen Einkommensteuer um einen Punkt — geschätzter Gewinn von ~268 EUR/Jahr pro Brüsseler Arbeitnehmer
  • Registrierungsgebühren — Freigrenze von 600 000 auf 800 000 EUR angehoben
  • Verwaltungsreform — Fusion von 25 regionalen Strukturen zu 4 Einheiten (4 Säulen) mit einer Senkung der Betriebskosten um 20 bis 30 %
  • Verlängerung des Einstellungsstopps (in Kraft seit Ende 2023) für die gesamte Legislatur (keine Entlassungen)
  • Fakultative Subventionen — systematische Überprüfung aller Budgetposten

Die Regierung erhielt das Vertrauen des Parlaments am 27. Februar 2026. Die Umsetzung dieser Verpflichtungen wird nun mit dem Haushalt 2026 konkretisiert, der am 5. März genehmigt und am 6. März beim Parlament eingereicht wurde.

Haushalt 2026 genehmigt (5. März 2026)

Die Regierung Dilliès hat den Haushalt 2026 im Ministerrat am 5. März 2026 genehmigt und damit das Regime der vorläufigen Zwölftel beendet, das seit über einem Jahr in Kraft war. Der Haushalt wurde am 6. März beim Brüsseler Parlament eingereicht.

Kernzahlen:

  • Defizit auf 957 Millionen EUR gesenkt (gegenüber ~1,2 Milliarden EUR in 2025)
  • Gleichgewichtspfad: Die Regierung strebt die Rückkehr zum Haushaltsgleichgewicht 2029 an
  • Der Haushalt verbindet « Haushaltsdisziplin mit gezielten Investitionen in die wesentlichen Aufgaben der Regierung »

Parlamentarischer Zeitplan:

  • 6. März: Einreichung beim Parlament
  • 16. März: Beginn der Prüfung in der Finanzkommission (Vorsitzender: Marc-Jean Ghyssels, PS, Nachfolger von Ahmed Laaouej, der Minister wurde)
  • 17.-21. März: Anhörungen der Minister in den Fachkommissionen
  • 23. März: Finanzausschuss genehmigt Haushalt 2026 (Mehrheit gegen Opposition)
  • Vor dem 1. April: Plenardebatte und Abstimmung — Frist zur Vermeidung einer neuen Tranche vorläufiger Zwölftel

Gemeindefinanzen: 1,718 Milliarden EUR an überwälzten Lasten (März 2026)

Parallel zum Regionalhaushalt stehen die 19 Brüsseler Gemeinden vor einem eigenen Finanzschock. Am 11. März 2026 bezifferte Brulocalis die von anderen Verwaltungsebenen den Gemeinden auferlegten Zusatzlasten auf 1,718 Milliarden EUR (2025-2029). Nur 26,7 % davon wären kompensiert, sodass 1,258 Milliarden EUR bei den Kommunalverwaltungen verbleiben.

Die vier Hauptposten sind die Pensionen des Statutarpersonals, die Finanzierung der Polizeizonen, die Steuerreform (−17 Mio. EUR/Jahr an kommunalen Einnahmen ab 2029) und der Zustrom zu den ÖSHZ infolge der Arbeitslosenreform. Dieser Druck kommt zu der ohnehin angespannten Finanzlage der Gemeinden hinzu, die La Libre im Februar 2026 als „langsame finanzielle Agonie" bezeichnete.

Quellen: La Libre, BX1, DH, Trends-Tendances, Le Vif (11. März 2026).

Finanzausschuss: « katastrophale Lage » (18. März 2026)

Bei seiner Anhörung im Finanzausschuss des Brüsseler Parlaments am 18. März 2026 bezeichnete der Ministerpräsident die regionale Finanzlage als « katastrophal » und erklärte, dass die « Politik der Geschenke vorbei » sei. Er warnte, dass « komplizierte und unpopuläre Entscheidungen » nötig sein werden, um das Gleichgewicht wiederherzustellen.

Gleichzeitig bekundete er seine klare Unterstützung für das Projekt Kanal und nannte es „eine der schönsten Ideen". Zur Sicherheit präzisierte er seine Rolle der Koordination: « ich bin kein Sheriff ».

Die Regierung will einen Rückfall in vorläufige Zwölftel nach dem 1. April vermeiden — die Plenarabstimmung ist vor dem 1. April vorgesehen.

Quelle: DH / Brüsseler Parlament (18. März 2026).

Finanzausschuss: Haushalt genehmigt (23. März 2026)

Der Finanzausschuss des Brüsseler Parlaments hat den regionalen Haushalt 2026 am 23. März genehmigt, mit der Mehrheit gegen die Opposition. Die DPR-Verpflichtung ist eingehalten: Das Defizit bleibt unter der versprochenen Milliarde.

Kernzahlen des Haushalts 2026:

  • Einnahmen: 6,622 Milliarden EUR
  • Ausgaben: 7,613 Milliarden EUR
  • Defizit: 957 Millionen EUR (gegenüber ~1,2 Milliarden EUR in 2025)

Das Defizit stützt sich teilweise auf den « Code 8 »-Mechanismus: Etwa 1 Milliarde EUR an Kapitalinjektionen (Vivaqua, NEO, Kanal, SLRB) wird aus der Defizitberechnung ausgeschlossen und als Beteiligung verbucht. Der Rechnungshof bleibt skeptisch: Das Nationale Institut für Statistik (INR) muss die Rentabilität dieser Injektionen noch validieren, damit « Code 8 » auf europäischer Ebene akzeptiert wird. Verweigert das INR, würde das tatsächliche Defizit 1,9 Milliarden EUR übersteigen.

Brüssel-Sauberkeit erhält ein Budget von 315 Millionen EUR (+2 Millionen EUR gegenüber 2025), ergänzt durch 28 Millionen EUR für Sicherheit und Sauberkeit am Südbahnhof.

Die Abstimmung im Plenum ist vor dem 1. April 2026 geplant.

Quellen: BRUZZ (23. März 2026), Brüsseler Parlament (23. März 2026).

Kreditlinie Deutsche Bank 250M EUR (27. März 2026)

Am 27. März 2026 gab Haushaltsminister Dirk De Smedt (Anders) die Unterzeichnung einer Kreditlinie von 250 Millionen EUR mit der Deutschen Bank bekannt, mit einer Laufzeit von 3 Jahren und Verlängerungsmöglichkeit. Es ist das erste Mal, dass eine internationale Bank als Kreditgeber der Region Brüssel-Hauptstadt auftritt.

Diese Linie ergänzt die bereits von Belfius gewährten 50 Millionen EUR, womit sich die neuen Kreditlinien auf insgesamt 300 Millionen EUR belaufen. Der Minister erklärte: « Die Beteiligung einer internationalen Bank zeigt, dass das Vertrauen in Brüssel steigt. »

Diese Rückkehr des Vertrauens steht im Kontrast zur Situation Ende 2025, als Belfius und ING der Region etwa 1 Milliarde EUR an Kreditlinien entzogen und damit ein Risiko eines budgetären « Shutdowns » auslösten.

Quelle: La Libre (27. März 2026).

Plenarabstimmung: Haushalt 2026 verabschiedet (27. März 2026)

Das Brüsseler Parlament hat am 27. März 2026 den Regionalhaushalt 2026 mit 53 Stimmen dafür und 32 dagegen verabschiedet, nach einer Woche intensiver Beratungen. Diese Abstimmung markiert das endgültige Ende des Regimes der vorläufigen Zwölftel, das seit Ende 2024 für die Region galt.

Wesentliche Punkte:

  • 53/32: Die gesamte 7-Parteien-Mehrheit stimmte dafür; die Opposition (Ecolo-Groen, PTB-PVDA, DéFI, N-VA) stimmte dagegen
  • Oppositionskritik: Die Einsparungen wurden als « ungenau » und « kaum ergebnisgarantierend » bezeichnet — die Opposition kritisierte das Fehlen konkreter Umsetzungspläne und die Abhängigkeit vom « Code 8 »-Mechanismus
  • COCOM bleibt in vorläufigen Zwölfteln: Der Haushalt der Gemeinsamen Gemeinschaftskommission (Kindergeld, Sozialhilfe) wurde noch nicht genehmigt
  • S&P bestätigt Rating A / negativer Ausblick: Die Ratingagentur hält ihre Bewertung vom Juni 2025 aufrecht — der negative Ausblick spiegelt die strukturelle Fragilität der Brüsseler Staatsfinanzen wider

Die Verabschiedung des Haushalts, zusammen mit der Kreditlinie der Deutschen Bank (250 Mio. EUR), markiert einen Wendepunkt in der fiskalischen Erholung der Region, wenngleich unter fortgesetzter Beobachtung der Finanzmärkte.

Quellen: La Libre, RTBF (27. März 2026).

Kreditlinie ING 500M EUR (1. April 2026)

Am 1. April 2026 gab Finanzminister Dirk De Smedt (Anders) die Unterzeichnung einer Kreditlinie von 500 Millionen EUR mit ING Belgium bekannt, mit einer Laufzeit von 2 Jahren und Verlängerungsmöglichkeit. Diese Tresoreriefazilität bringt die kurzfristigen Kreditlinien auf insgesamt 800 Millionen EUR:

BankBetragLaufzeit
ING Belgium500M EUR2 Jahre erneuerbar
Deutsche Bank250M EUR3 Jahre erneuerbar
Belfius50M EURlaufend

Die Rückkehr von ING ist symbolisch bedeutsam: Ende 2025 hatten ING und Belfius der Region etwa 1 Milliarde EUR an Kreditlinien entzogen und damit ein Risiko eines budgetären « Shutdowns » ausgelöst. De Smedt erklärte: « Brüssel wird wieder als zuverlässiger Partner betrachtet. »

Quelle: La Libre / BX1 / L'Avenir (1. April 2026).

Geerbter Kontext (Juni 2024 – Februar 2026)

Während 20 Monaten geschäftsführender Regierung arbeitete die Region mit vorläufigen Zwölfteln. Die Schulden verdreifachten sich (von 3,7 auf 11,5 Milliarden EUR), Investitionen wurden eingefroren und Gemeinden häuften Defizite an.

Vollständigen Kontext lesen

Was das konkret bedeutet

Der Haushalt 2026 wurde am 23. März im Finanzausschuss genehmigt (Einnahmen 6,622 Mrd€, Ausgaben 7,613 Mrd€, Defizit 957 Mio. EUR). Deutsche Bank gewährte eine Kreditlinie von 250 Mio. EUR — erste internationale Bank. Das Ziel bleibt das Haushaltsgleichgewicht bis 2029, durch eine Anstrengung von 1,2 Mrd. EUR (80 % Kürzungen, 20 % Einnahmen). Der Einstellungsstopp wird für die gesamte Legislatur verlängert.

Was BGM nicht sagt

Diese Karte beurteilt nicht, ob die Regierung das Haushaltsgleichgewicht bis 2029 erreichen kann. Sie dokumentiert die RPE-Verpflichtungen und den geerbten Kontext (Schulden ×3, 1,2 Mrd. EUR Anstrengung). Die Überwachung konzentriert sich auf die Lücke zwischen den Verpflichtungen und der tatsächlichen Umsetzung.

Änderung festgestellt

Überprüft am 6. März 2026

Der Haushalt 2026 wurde am 5. März vom Ministerrat genehmigt und am 6. März 2026 beim Parlament eingereicht. Das Regime der vorläufigen Zwölftel ist beendet. Das Defizit wurde auf 957 Millionen EUR gesenkt. Karte entsprechend aktualisiert.

Nächste Überprüfung geplant: 6. Apr. 2026

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