Vivaqua: finanzielle Konsolidierung angekündigt
Das Abkommen vom Februar 2026 sieht die finanzielle Konsolidierung von Vivaqua vor. Der mehrjährige Investitionsplan (~1,3 Milliarden EUR) zur Erneuerung des Wassernetzes kann wieder aufgenommen werden.
Geschätztes Budget
~1,3 Milliarden EUR geplante Investitionen
Kennzahlen
~4 200km
Netzlänge
~200M EUR/Jahr
Erforderliche jährliche Investitionen
>60Jahre
Durchschnittsalter der Leitungen
180M EUR
Rekapitalisierung (DPR)
220km
Kanäle mit dringendem Sanierungsbedarf
+12,5%
Tariferhöhung (1. Jan. 2026)
73M EUR
Unbezahlte Rechnungen
35M EUR
Von BRUGEL abgelehnte Kosten
Warnungen
- DPR: finanzielle Konsolidierung von Vivaqua angekündigt13. Februar 2026
- Serie von Kanaleinstürzen: 220 km dringend sanierungsbedürftig5. Februar 2026
- BRUGEL kritisiert Vivaqua-Verwaltung: 73M EUR unbezahlte Rechnungen, 35M EUR abgelehnte Kosten22. Februar 2026
Beteiligte Akteure
Regierungsabkommen: was sich ändert
Das Abkommen vom 12. Februar 2026 sieht die finanzielle Konsolidierung von Vivaqua mit nun bekannten Modalitäten vor:
- Rekapitalisierung von 180M EUR — die Region übernimmt eine Beteiligung von 49,99 % am Kapital von Vivaqua
- Integration von Hydria (Wasserrecycling) in Vivaqua
- Einsparziele: 18M EUR bis 2029 (Vivaqua) + 32M EUR (Hydria)
- Ein Entkonsolidierungsfonds wird geschaffen, um die Schulden von Vivaqua aus dem Regionalhaushalt herauszunehmen
Das Ende der geschäftsführenden Regierung ermöglicht die Freigabe des mehrjährigen Investitionsplans und der Tarifentscheidungen, die seit Juni 2024 ausstanden.
Tariferhöhung und Kritik des Regulierers (Februar 2026)
Ab dem 1. Januar 2026 sind die Wassertarife in Brüssel um 12,5% gestiegen, was laut Vivaqua etwa 1,70 EUR/Monat pro Person entspricht. Die Verschuldung des Interkommunalverbands beläuft sich auf etwa 1 Milliarde EUR.
Der Brüsseler Regulierer BRUGEL veröffentlichte eine kritische Analyse der Verwaltung von Vivaqua:
- 73M EUR an unbezahlten Rechnungen — Betrag der nicht eingezogenen Forderungen bei Verbrauchern
- 35M EUR an abgelehnten Kosten — Ausgaben, die vom Regulierer als nicht gerechtfertigt bewertet und aus der Tarifberechnung ausgeschlossen wurden
- BRUGEL kritisiert ein mangelhaftes Management, das zum Tarifdruck auf die Haushalte beiträgt
Die Tariferhöhung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die neue Regierung die Rekapitalisierung von 180M EUR und die Schaffung eines Entkonsolidierungsfonds angekündigt hat, um die Schulden aus dem Regionalhaushalt herauszunehmen.
Serie von Kanaleinstürzen (Februar 2026)
Anfang Februar 2026 verdeutlichte eine Serie von Kanaleinstürzen den kritischen Zustand des Netzes:
- Rue Rogier: Einsturz Mitte Januar, Straßenbahnen 25 und 62 zwei Wochen lang unterbrochen
- Avenue Churchill (Ukkel): Straßenbahn 7 am 5. Februar unterbrochen
- Avenue Plasky: Absenkung am 15. Januar
- Straßenbahnlinien 81 und 92 ebenfalls betroffen
Vivaqua erklärte: „Das Kanalnetz ist in schlechtem Zustand." Von den 1 900 km Netz benötigen 220 km dringende Sanierung, bei einem geschätzten Bedarf von 70M EUR pro Jahr. 85 % der Schulden von Vivaqua (über 1 Milliarde EUR) stammen aus Kanalsanierungsverträgen.
Geerbter Kontext
Vivaqua ist der Brüsseler Interkommunalverband, der für die Produktion und Verteilung von Trinkwasser sowie die Sammlung von Abwasser zuständig ist. Sein Leitungsnetz mit über 4 200 km Länge ist zu großen Teilen veraltet — einige Leitungen stammen aus dem 19. Jahrhundert.
Der Betreiber hatte einen ehrgeizigen mehrjährigen Investitionsplan erarbeitet, um das Netz schrittweise zu erneuern, die Widerstandsfähigkeit gegenüber extremen Wetterereignissen zu verbessern und die Wasserverluste zu reduzieren.
Was blockiert war (Juni 2024 — Februar 2026)
- Die Genehmigung des mehrjährigen Investitionsplans
- Die für die Finanzierung der Arbeiten notwendigen Tariferhöhungen
- Die Prioritätensetzung zwischen Netzerneuerung und neuer Infrastruktur
- Die regionalen Bürgschaften für die Anleihen von Vivaqua
Die laufende Instandhaltung wurde fortgesetzt, aber die Erneuerungsinvestitionen wurden aufgeschoben, was die Alterung des Netzes verschärfte.
Zu beobachtende Punkte
- Öffentliche Gesundheit: Ein alterndes Netz erhöht das Kontaminationsrisiko
- Wasserverluste: Die Leckagen im Netz stellen eine erhebliche Verschwendung der Ressource dar
- Klimaresilienz: Die Regenwasserableitungsinfrastrukturen sind angesichts der immer häufigeren Starkregenereignisse unterdimensioniert
- Tarifgestaltung: Die finanzielle Konsolidierung könnte Tarifanpassungen für die Verbraucher nach sich ziehen
Verwandte Bereiche
Verwandte Sektoren
Verwandte Bildungsereignisse
- 12. Februar 2026 — Brüsseler Regierungsabkommen: 7 Parteien besiegeln Koalition nach 613 Tagen
Quellen
- Vivaqua — Offizielle Website
- BX1 — Nach 613 Tagen Blockade, Regierungsabkommen
- DH — Serie von Kanaleinstürzen in Brüssel (5. Feb. 2026)
- RTBF — Wie BRUGEL Vivaqua zum Absturz brachte: Missmanagement im Zentrum der Untersuchung (Feb. 2026)
- BX1 — Wasserrechnung steigt, Regulierer kritisiert Vivaqua-Verwaltung (Feb. 2026)
- Vivaqua — Tariferhöhung ab 1. Januar 2026
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