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Brussels Governance Monitor

Fusion der Polizeizonen: von 6 auf 1, Abstimmung vor dem Sommer 2026

GeplantFöderativOffizielle Quelle
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Die föderale Regierung hat in zweiter Lesung (23. Dez. 2025) einen Gesetzentwurf gebilligt, der die 6 Brüsseler Polizeizonen zu einer einzigen Zone zusammenlegt, mit einem Budget von 65 Mio. EUR. Minister Quintin hat das Projekt im Ausschuss für Inneres der Kammer vorgestellt (10. Feb. 2026). Abstimmung vor dem Sommer 2026 erwartet.

Geschätztes Budget

65 Mio. EUR über 5 Jahre

Kennzahlen

6

Aktuelle Polizeizonen

65Mio. EUR

Zugewiesenes föderales Budget

~6.500

Operatives Personal

1. Jan.2027

Angestrebte Umsetzung

Warnungen

  • Gesetzentwurf in 2. Lesung vom Ministerrat gebilligt23. Dezember 2025
  • Projekt im Ausschuss für Inneres der Kammer vorgestellt (10. Feb. 2026)10. Februar 2026
  • Parlamentsabstimmung vor dem Sommer 2026 erwartet10. Februar 2026
  • Brüsseler Regierungserklärung: föderale Loyalität bei positivem Parlamentsvotum13. Februar 2026

Beteiligte Akteure

Föderale Regierung (Inneres)Föderales Parlament6 Brüsseler Polizeizonen19 Brüsseler BürgermeisterRegion Brüssel-HauptstadtPolizeikollegiumSLFP-Police (Gewerkschaft)

Legislativer Fortschritt: Ausschuss für Inneres (10. Februar)

Der Innenminister hat den detaillierten Gesetzentwurf dem Ausschuss für Inneres der Kammer am 10. Februar 2026 vorgestellt. Es handelte sich um eine Anhörung/Präsentation, noch nicht um eine Abstimmung. Der Minister bestätigte die nationale Tragweite der Reform: Reduzierung von 176 auf ~60 Polizeizonen im ganzen Land, wobei die Brüsseler Fusion der einzige Pflichtfall ist.

Die Abstimmung im Plenum wird vor dem Sommer 2026 erwartet. Die einheitliche Brüsseler Zone wäre etwa ein Jahr nach der Abstimmung einsatzbereit, also im Laufe des Jahres 2027.

Reaktionen im Ausschuss:

  • Opposition PS: « Zwangsheiraten funktionieren nie »
  • Opposition Défi: « Rein irrational — ein sicherheitspolitischer und demokratischer Handstreich »

Die Fusion wird auch als eine der « sieben Haushaltsplagen » identifiziert, die auf den Brüsseler Gemeinden lasten, neben der Pensions- und Arbeitslosigkeitsreform.

Quellen: La Libre, « ein Schritt zur Fusion » (10. Feb. 2026); L'Avenir, « die 7 Haushaltsplagen » (9. Feb. 2026).

Feldsignal: Südbahnhof (17. Februar)

Der erste Vor-Ort-Besuch des Ministerpräsidenten am 17. Februar am Südbahnhof legte die Fragmentierung der Sicherheitskoordination offen. An einem einzigen Standort kreuzen sich die Zuständigkeiten zweier lokaler Polizeizonen (Brüssel-Elsene und Anderlecht-Sint-Gillis-Vorst), der Bundesbahnpolizei, der SNCB-Sicherheit und der Stib-Bewacher. Die Feststellung — « es gibt Verbesserungspotenzial bei der Koordination » — veranschaulicht konkret eines der zentralen Argumente des Fusionsprojekts.

Regionales Regierungsabkommen: die Brüsseler Position

Die regionale Regierungserklärung (Februar 2026) macht die Position der Region von der Entscheidung des föderalen Parlaments abhängig:

« Stimmt das föderale Parlament der Fusion der Polizeizonen zu, wird sich die Region dem Grundsatz der föderalen Loyalität verpflichten und diese einheitliche Zone einrichten. »

Konkret verpflichtet sich die Brüsseler Regierung:

  • Die einheitliche Zone einzurichten, wenn das föderale Gesetz verabschiedet wird
  • Die bürgernahe Polizei durch « lokale Anlaufstellen » zu bewahren
  • Den Übergang mit den Gemeinden im Rahmen der integrierten Polizei zu koordinieren

Aktuelle Lage: 6 Polizeizonen

Die Region Brüssel-Hauptstadt umfasst derzeit 6 lokale Polizeizonen, die jeweils mehrere Gemeinden abdecken:

ZoneGemeinden
5339Stadt Brüssel, Elsene
5340Sint-Jans-Molenbeek, Koekelberg, Jette, Ganshoren, Sint-Agatha-Berchem
5341Anderlecht, Sint-Gillis, Vorst
5342Ukkel, Watermaal-Bosvoorde, Oudergem
5343Etterbeek, Sint-Pieters-Woluwe, Sint-Lambrechts-Woluwe
5344Schaarbeek, Sint-Joost-ten-Node, Evere

Jede Zone verfügt über einen eigenen Korpschef, ein eigenes Budget und einen eigenen Polizeirat. Das Polizeikollegium, bestehend aus den 19 Bürgermeistern und dem Ministerpräsidenten, koordiniert die überzonale Politik.

Föderales Projekt: eine einzige Zone

Die föderale Regierung hat am 23. Dezember 2025 in zweiter Lesung einen Gesetzentwurf gebilligt, der die 6 Brüsseler Zonen zu einer einzigen zusammenlegt. Die wichtigsten Elemente:

  • Ein einziger Korpschef für das gesamte Brüsseler Gebiet
  • Übergangsbudget von 65 Millionen EUR über 5 Jahre (ursprünglich 55 Mio., im Dezember 2025 um 10 Mio. aufgestockt)
  • Angestrebtes Datum der Umsetzung: 1. Januar 2027 (maximal 18 Monate nach Verkündung des Gesetzes)
  • Überarbeitung der KUL-Norm zur Finanzierung der Polizeizonen (erste Überarbeitung seit 26 Jahren)
  • Das Projekt ist Teil einer nationalen Reform zur Reduzierung der 176 belgischen Zonen auf etwa 60 (Brüssel obligatorisch, Rest des Landes freiwillig)

Legislativer Zeitplan

  • Juli 2025: erste Lesung im Ministerrat
  • Dezember 2025: Gutachten des Staatsrats (Ungenauigkeiten im Entwurf festgestellt)
  • 23. Dezember 2025: zweite Lesung gebilligt, Budget auf 65 Mio. EUR angehoben
  • 2. Februar 2026: Quintin kündigt die nationale Tragweite an — von 176 auf ~60 Zonen (Brüssel obligatorisch, Rest des Landes freiwillig)
  • 10. Februar 2026: Vorstellung des Gesetzentwurfs im Ausschuss für Inneres der Kammer (Anhörung, keine Abstimmung)
  • Vor dem Sommer 2026: Parlamentsabstimmung erwartet (Ziel Quintin)
  • ~1 Jahr nach der Abstimmung: Inkrafttreten der einheitlichen Brüsseler Zone (Ziel 2027)

Positionen der Akteure

Befürworter:

  • Die föderale Regierung — Initiatorin des Projekts
  • Die Gewerkschaft SLFP-Police — bedingte Unterstützung, fordert objektive Kriterien und strukturelle Refinanzierung
  • Die Brüsseler Regionalkoalition — föderale Loyalität unter Vorbehalt der Parlamentsabstimmung

Gegner:

  • Die 19 Brüsseler Bürgermeister — einstimmige Opposition im August 2025
    • Argument: der Pflichtcharakter für Brüssel (anderswo freiwillig) wird als diskriminierend betrachtet
    • Bedenken: Verlust der bürgernahen Polizei und der Verbindung zwischen Bürgermeister und Korpschef
  • Der Staatsrat — hat Ungenauigkeiten und Widersprüche im Gesetzentwurf festgestellt (Dezember 2025)

Zu verfolgende Themen

  • Parlamentsabstimmung: der Zeitplan bleibt ungewiss; eine Ablehnung oder wesentliche Änderung würde das Projekt verändern
  • Lokale Anlaufstellen: das Modell der bürgernahen Polizei innerhalb einer einzigen Zone ist noch nicht definiert
  • KUL-Norm: die Überarbeitung der Finanzierung wird seit 26 Jahren erwartet; ihr Ergebnis bestimmt die Tragfähigkeit der einheitlichen Zone
  • Personaltransition: der Status der ~6.500 Beamten und ~1.000 Zivilangestellten der 6 bestehenden Zonen muss harmonisiert werden
  • Governance: die Rolle der Bürgermeister in einer einzigen Zone (über das Polizeikollegium oder einen anderen Mechanismus) muss noch festgelegt werden
  • Verbindung mit dem regionalen Sicherheitsplan: die einheitliche Zone muss mit dem in der Regierungserklärung vorgesehenen integrierten Plan abgestimmt werden

Verwandte Bildungsereignisse

  • 12. Februar 2026Brüsseler Regierungsabkommen: 7 Parteien besiegeln Koalition nach 613 Tagen

Quellen

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