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Brussels Governance Monitor

Fusion der Polizeizonen: von 6 auf 1, Abstimmung vor dem Sommer 2026

In BearbeitungFöderativOffizielle Quelle
Kürzlich überprüft ·

Das Gesetz zur Zusammenlegung der 6 Brüsseler Polizeizonen zu einer einzigen Zone wurde am 11. Mai 2026 im Kammerplenum verabschiedet. Umsetzung vor dem 1. Januar 2028. Gleichzeitig legten 4 Bürgermeister (Sint-Agatha-Berchem, Vorst, Ganshoren, Sint-Lambrechts-Woluwe) Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof ein.

Geschätztes Budget

65 Mio. EUR über 5 Jahre

Kennzahlen

6

Aktuelle Polizeizonen

65Mio. EUR

Zugewiesenes föderales Budget

~6.500

Operatives Personal

1. Jan.2027

Angestrebte Umsetzung

Warnungen

  • Gesetzentwurf in 2. Lesung vom Ministerrat gebilligt23. Dezember 2025
  • Projekt im Ausschuss für Inneres der Kammer vorgestellt (10. Feb. 2026)10. Februar 2026
  • Parlamentsabstimmung vor dem Sommer 2026 erwartet10. Februar 2026
  • Brüsseler Regierungserklärung: föderale Loyalität bei positivem Parlamentsvotum13. Februar 2026
  • Antrag auf Interessenkonflikt von DéFI/Ecolo vom Brüsseler Parlament in Betracht gezogen13. März 2026
  • Kammerausschuss für Inneres: 2. Lesung angenommen (21. Apr. 2026, 9 dafür / 3 dagegen / 3 Enthaltungen)21. April 2026

Beteiligte Akteure

Föderale Regierung (Inneres)Föderales Parlament6 Brüsseler Polizeizonen19 Brüsseler BürgermeisterRegion Brüssel-HauptstadtPolizeikollegiumSLFP-Police (Gewerkschaft)

Kammerausschuss: Annahme in zweiter Lesung (21. April 2026)

Am Dienstag, dem 21. April 2026, hat der Ausschuss für Inneres der Abgeordnetenkammer die Gesetzentwürfe zur Fusion der sechs Brüsseler Polizeizonen in zweiter Lesung angenommen.

Abstimmung:

  • 9 dafür (Arizona-Mehrheit)
  • 3 dagegen (PS + PVDA)
  • 3 Enthaltungen (Vlaams Belang + Groen-Ecolo)

Wichtigste Punkte:

  • Auf Antrag der PS fand eine zweite Lesung statt (nach der Annahme in erster Lesung Anfang März) — Gelegenheit zur Einarbeitung einer Reihe von Änderungsanträgen, insbesondere auf Basis eines juristischen Vermerks der Kammer
  • Der Text geht nun an das Kammerplenum, letzter Schritt vor der Verkündung
  • Der Gesetzentwurf enthält auch Anreize für freiwillige Fusionen im übrigen Land
  • Der Zeitplan für das Inkrafttreten wird bestätigt: spätestens 18 Monate nach der Veröffentlichung des Gesetzes erhält Brüssel eine einheitliche Polizeizone

Quelle: BRUZZ Politik (21. April 2026).

Antrag auf Interessenkonflikt im Brüsseler Parlament (13. März 2026)

Am 13. März 2026 hat das Brüsseler Parlament einen Antrag auf Interessenkonflikt in Betracht gezogen, eingereicht von DéFI und Ecolo-Fraktionschefin Zakia Khattabi, der sich gegen das föderale Fusionsprojekt richtet, das am 4. März im Ausschuss für Inneres der Kammer genehmigt worden war.

Argumente des Antrags:

  • Die Fusion wird Brüssel auferlegt, während sie im übrigen Land freiwillig ist
  • Die Mehrheit der Brüsseler Bürgermeister lehnt das Projekt ab
  • Brulocalis hat ein negatives Gutachten abgegeben
  • Der Staatsrat hat Kritik am Projekt geübt

Die Berücksichtigung löst eine 60-tägige Konzertierungsphase zwischen dem Brüsseler Parlament und der föderalen Kammer aus, wodurch das föderale Gesetzgebungsverfahren für diesen Zeitraum ausgesetzt wird. Dieser verfassungsrechtliche Mechanismus blockiert das Projekt nicht endgültig, erzwingt aber eine Phase des interinstitutionellen Dialogs.

Quelle: BRUZZ, 13. März 2026.

Legislativer Fortschritt: Ausschuss für Inneres (10. Februar)

Der Innenminister hat den detaillierten Gesetzentwurf dem Ausschuss für Inneres der Kammer am 10. Februar 2026 vorgestellt. Es handelte sich um eine Anhörung/Präsentation, noch nicht um eine Abstimmung. Der Minister bestätigte die nationale Tragweite der Reform: Reduzierung von 176 auf ~60 Polizeizonen im ganzen Land, wobei die Brüsseler Fusion der einzige Pflichtfall ist.

Die Abstimmung im Plenum wird vor dem Sommer 2026 erwartet. Die einheitliche Brüsseler Zone wäre etwa ein Jahr nach der Abstimmung einsatzbereit, also im Laufe des Jahres 2027.

Reaktionen im Ausschuss:

  • Opposition PS: « Zwangsheiraten funktionieren nie »
  • Opposition Défi: « Rein irrational — ein sicherheitspolitischer und demokratischer Handstreich »

Die Fusion wird auch als eine der « sieben Haushaltsplagen » identifiziert, die auf den Brüsseler Gemeinden lasten, neben der Pensions- und Arbeitslosigkeitsreform.

Quellen: La Libre, « ein Schritt zur Fusion » (10. Feb. 2026); L'Avenir, « die 7 Haushaltsplagen » (9. Feb. 2026).

Feldsignal: Südbahnhof (17. Februar)

Der erste Vor-Ort-Besuch des Ministerpräsidenten am 17. Februar am Südbahnhof legte die Fragmentierung der Sicherheitskoordination offen. An einem einzigen Standort kreuzen sich die Zuständigkeiten zweier lokaler Polizeizonen (Brüssel-Elsene und Anderlecht-Sint-Gillis-Vorst), der Bundesbahnpolizei, der SNCB-Sicherheit und der Stib-Bewacher. Die Feststellung — « es gibt Verbesserungspotenzial bei der Koordination » — veranschaulicht konkret eines der zentralen Argumente des Fusionsprojekts.

Regionales Regierungsabkommen: die Brüsseler Position

Die regionale Regierungserklärung (Februar 2026) macht die Position der Region von der Entscheidung des föderalen Parlaments abhängig:

« Stimmt das föderale Parlament der Fusion der Polizeizonen zu, wird sich die Region dem Grundsatz der föderalen Loyalität verpflichten und diese einheitliche Zone einrichten. »

Konkret verpflichtet sich die Brüsseler Regierung:

  • Die einheitliche Zone einzurichten, wenn das föderale Gesetz verabschiedet wird
  • Die bürgernahe Polizei durch « lokale Anlaufstellen » zu bewahren
  • Den Übergang mit den Gemeinden im Rahmen der integrierten Polizei zu koordinieren

Aktuelle Lage: 6 Polizeizonen

Die Region Brüssel-Hauptstadt umfasst derzeit 6 lokale Polizeizonen, die jeweils mehrere Gemeinden abdecken:

ZoneGemeinden
5339Stadt Brüssel, Elsene
5340Sint-Jans-Molenbeek, Koekelberg, Jette, Ganshoren, Sint-Agatha-Berchem
5341Anderlecht, Sint-Gillis, Vorst
5342Ukkel, Watermaal-Bosvoorde, Oudergem
5343Etterbeek, Sint-Pieters-Woluwe, Sint-Lambrechts-Woluwe
5344Schaarbeek, Sint-Joost-ten-Node, Evere

Jede Zone verfügt über einen eigenen Korpschef, ein eigenes Budget und einen eigenen Polizeirat. Das Polizeikollegium, bestehend aus den 19 Bürgermeistern und dem Ministerpräsidenten, koordiniert die überzonale Politik.

Föderales Projekt: eine einzige Zone

Die föderale Regierung hat am 23. Dezember 2025 in zweiter Lesung einen Gesetzentwurf gebilligt, der die 6 Brüsseler Zonen zu einer einzigen zusammenlegt. Die wichtigsten Elemente:

  • Ein einziger Korpschef für das gesamte Brüsseler Gebiet
  • Übergangsbudget von 65 Millionen EUR über 5 Jahre (ursprünglich 55 Mio., im Dezember 2025 um 10 Mio. aufgestockt)
  • Angestrebtes Datum der Umsetzung: 1. Januar 2027 (maximal 18 Monate nach Verkündung des Gesetzes)
  • Überarbeitung der KUL-Norm zur Finanzierung der Polizeizonen (erste Überarbeitung seit 26 Jahren)
  • Das Projekt ist Teil einer nationalen Reform zur Reduzierung der 176 belgischen Zonen auf etwa 60 (Brüssel obligatorisch, Rest des Landes freiwillig)

Legislativer Zeitplan

  • Juli 2025: erste Lesung im Ministerrat
  • Dezember 2025: Gutachten des Staatsrats (Ungenauigkeiten im Entwurf festgestellt)
  • 23. Dezember 2025: zweite Lesung gebilligt, Budget auf 65 Mio. EUR angehoben
  • 2. Februar 2026: Quintin kündigt die nationale Tragweite an — von 176 auf ~60 Zonen (Brüssel obligatorisch, Rest des Landes freiwillig)
  • 10. Februar 2026: Vorstellung des Gesetzentwurfs im Ausschuss für Inneres der Kammer (Anhörung, keine Abstimmung)
  • 4. März 2026: Projekt im Kammerausschuss für Inneres genehmigt (föderale Mehrheit)
  • 13. März 2026: Antrag auf Interessenkonflikt von DéFI/Ecolo vom Brüsseler Parlament in Betracht gezogen → 60-tägige Konzertierung
  • 21. April 2026: Kammerausschuss für Inneres nimmt in 2. Lesung an (9-3-3) — Text geht an das Plenum
  • Vor dem Sommer 2026: Parlamentsabstimmung erwartet (Ziel Quintin), vorbehaltlich des Interessenkonfliktverfahrens
  • ~1 Jahr nach der Abstimmung: Inkrafttreten der einheitlichen Brüsseler Zone (Ziel 2027)

Positionen der Akteure

Befürworter:

  • Die föderale Regierung — Initiatorin des Projekts
  • Die Gewerkschaft SLFP-Police — bedingte Unterstützung, fordert objektive Kriterien und strukturelle Refinanzierung
  • Die Brüsseler Regionalkoalition — föderale Loyalität unter Vorbehalt der Parlamentsabstimmung

Gegner:

  • Die 19 Brüsseler Bürgermeister — einstimmige Opposition im August 2025
    • Argument: der Pflichtcharakter für Brüssel (anderswo freiwillig) wird als diskriminierend betrachtet
    • Bedenken: Verlust der bürgernahen Polizei und der Verbindung zwischen Bürgermeister und Korpschef
  • Der Staatsrat — hat Ungenauigkeiten und Widersprüche im Gesetzentwurf festgestellt (Dezember 2025)

Zu verfolgende Themen

  • Parlamentsabstimmung: der Zeitplan bleibt ungewiss; eine Ablehnung oder wesentliche Änderung würde das Projekt verändern
  • Lokale Anlaufstellen: das Modell der bürgernahen Polizei innerhalb einer einzigen Zone ist noch nicht definiert
  • KUL-Norm: die Überarbeitung der Finanzierung wird seit 26 Jahren erwartet; ihr Ergebnis bestimmt die Tragfähigkeit der einheitlichen Zone
  • Personaltransition: der Status der ~6.500 Beamten und ~1.000 Zivilangestellten der 6 bestehenden Zonen muss harmonisiert werden
  • Governance: die Rolle der Bürgermeister in einer einzigen Zone (über das Polizeikollegium oder einen anderen Mechanismus) muss noch festgelegt werden
  • Verbindung mit dem regionalen Sicherheitsplan: die einheitliche Zone muss mit dem in der Regierungserklärung vorgesehenen integrierten Plan abgestimmt werden

Neue Sequenz nach der Abstimmung (18.-19. Mai 2026)

Sechs Tage nach der Plenarabstimmung in der Kammer (13. Mai) erlebt das Dossier drei rasche politische Entwicklungen:

  • 16. Mai: Der föderale Innenminister räumt öffentlich ein, dass das Dossier « leider einen kommunautären Beigeschmack » angenommen hat (BRUZZ Politiek). Seltenes Eingeständnis in einem sensiblen institutionellen Dossier.
  • 18. Mai: Der Bürgermeister von Evere kündigt seine Absicht an, Einspruch einzulegen (BRUZZ Politiek). Er schließt sich Brulocalis (Vereinigung der Brüsseler Städte und Gemeinden), die bereits eine Klage vor dem Verfassungsgerichtshof angekündigt hat, sowie den 4 individuell klagenden Bürgermeistern an.
  • 19. Mai: BRUZZ Politiek berichtet, dass eine wichtige flämische Forderung im Dossier erfüllt wurde. Das politische Zugeständnis wird als auslösendes Element der kommunalen Klage dargestellt — die Änderung der Parameter wird als letzte Sperre wahrgenommen, die für kleine Gemeinden ungünstig ist.

Operative Konsequenz: Die gesetzliche Frist für die Klage vor dem Verfassungsgerichtshof (6 Monate nach Verkündung des Gesetzes, erwartet Ende Juni 2026) wird vermutlich genutzt werden. Das Umsetzungsfenster (vor dem 1. Januar 2028) bleibt durch eventuelle zwischengerichtliche Entscheidungen begrenzt. DPR-Verpflichtung admin-pillars zu beobachten — der kommunale Widerstand gegen den föderalen Rahmen stellt die regionale « verstärkte Aufsicht » in Frage.

Quellen: BRUZZ Politiek — Bürgermeister von Evere Einspruch (18. Mai 2026) ; BRUZZ Politiek — Flämische Forderung erfüllt (19. Mai 2026) ; BRUZZ Politiek — Quintin « kommunautärer Beigeschmack » (16. Mai 2026). Konfidenz: official.

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Quellen

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