Sicherheit: Drogenkommissar, 10 Mio. EUR Bahnhöfe, stabile Kriminalitätsrate
LaufendDieses Dossier verläuft im aktuellen Rahmen normal.
Operation Green Shield: 200 Soldaten in Brüssel und Antwerpen eingesetzt (23. März, 3 Monate, Reduzierung auf 90), ~600 Personen in Rotation. Dotation SIAMU verdreifacht (15,4 Mio. EUR/Jahr). Taskforce Hotspot Nordbahnhof (Nachtschließung 1h-6h). Angriff ÖSHZ Anderlecht (25. März). Drogenkommissar und 10 Mio. EUR Bahnhöfe in der RPE vorgesehen.
Kurz gefasst (leichte Sprache)
Die Region will Brüssel sicherer machen: mehr Feuerwehrleute, vernetzte Kameras und ein Plan gegen Drogen.
Schluesselzahlen
10Mio. EUR (Bahnhöfe Midi und Nord)
Investition Bahnhofssicherheit
2 Phasen
SIAMU-Personalverstärkung
15,4Mio. EUR/Jahr (×3, war 5,7M€)
Bundesdotation SIAMU/Feuerwehr
Regionaler Sicherheitsrat — Angriffe auf Iran (4. März 2026)
Am 4. März 2026 berief der Ministerpräsident den Regionalen Sicherheitsrat (CORES) nach den amerikanisch-israelischen Angriffen auf den Iran ein. An der Sitzung nahmen die 19 Brüsseler Bürgermeister, die 6 Polizeizonenchefs, der Brüsseler Staatsanwalt des Königs und Vertreter des OKAM teil.
Das Bedrohungsniveau in Belgien bleibt auf Stufe 3 von 4 (« schwerwiegend »), unverändert seit dem 16. Oktober 2023. Besondere Aufmerksamkeit gilt israelischen, amerikanischen und iranischen Interessen auf belgischem Gebiet. Polizeiverstärkungen wurden bereits am Wochenende vor der Sitzung eingesetzt.
Dies war die erste Aktivierung des CORES unter der Regierung Dilliès. Die Stärkung des Regionalen Sicherheitsrats ist im Regierungsabkommen verankert.
Quellen: BX1, DH (4.-5. März 2026).
Bericht safe.brussels: Stand der Kriminalität (Daten 2024)
Der Jahresbericht des Brüsseler Sicherheitsobservatoriums (safe.brussels), veröffentlicht am 22. Dezember 2025, bietet eine Faktengrundlage zur Bewertung der RPE-Prioritäten:
| Indikator | Daten | Trend |
|---|---|---|
| Erfasste Straftaten | ~157 000/Jahr | Stabil über 10 Jahre |
| Kriminalitätsrate pro 1 000 Einw. | 131,01 (2024) | Rückläufig (137,5 im Jahr 2014) |
| Drogendelikte | +33 % | 2023→2024 |
| Schusswaffenvorfälle | 92 (8 Todesfälle) | Steigend (3 Todesfälle 2023) |
| Tötungsdelikte | 34 Fälle | +40 % über 10 Jahre |
| Sexuelle Gewalt (Vergewaltigungen) | +50 % (Polizei) | Über 10 Jahre (~30 % betreffen Minderjährige) |
| Diebstähle und Erpressungen | −19 % | Seit den 2000er Jahren |
Lesung: die Gesamtkriminalität „explodiert" nicht in Brüssel — die Pro-Kopf-Rate sinkt dank des Bevölkerungswachstums (+7,4 %). Aber bestimmte Phänomene (Drogen, Schusswaffen, sexuelle Gewalt) steigen stark an, was die gezielten Prioritäten der RPE rechtfertigt (Drogenkommissar, Bahnhofssicherheit).
Quellen: safe.brussels, Jahresbericht 2024 (Dez. 2025); DH, « la criminalité à Bruxelles n'explose pas » (Jan. 2026).
Verpflichtungen der RPE
Die Regionale Politikerklärung vom 13. Februar 2026 widmet der Sicherheit ein ganzes Kapitel, das sich um mehrere Achsen gliedert:
Drogenbekämpfung
- Regionaler Drogenkommissar — eigene Behörde als Spiegelbild des föderalen Mechanismus
- Integrierter regionaler Drogenplan — Kettenansatz (Prävention, Schadensminderung, Repression)
Bahnhofssicherheit
- 10 Millionen EUR Investition für die Bahnhöfe Midi und Nord
- Koordination mit den Polizeizonen und der SNCB
Videoüberwachung und Polizeikoordination
- Integration lokaler Videoüberwachungssysteme in das Zentralsystem der Bundespolizei
- Plattform SAFE.Brussels vernetzt mit dem CGPI
- Mögliche Fusion von Polizeizonen (vorbehaltlich föderaler Abstimmung)
- Lokale Anlaufstellen für Stadtteilpolizei
SIAMU (Feuerwehr)
- Zwei Phasen der Personalverstärkung
- Verbesserung der Arbeitsbedingungen
- Bundesdotation verdreifacht: Die Kammer stimmte am 5. März 2026 für die Erhöhung von 5,7 auf 15,4 Mio. EUR/Jahr, zur Korrektur einer vom Verfassungsgericht 2022 festgestellten Diskriminierung. Jährliche Indexierung ab 2027
Weitere Maßnahmen
- Spezieller Rekrutierungsweg für Sicherheitsberufe für Brüsseler Einwohner
- Bekämpfung von Straßenbelästigung, Jugendkriminalität, Gewalt gegen Frauen und Kinder
- Bekämpfung von Drogenhandel und Radikalisierung
Erste Feldaktion: Südbahnhof (17. Februar)
Drei Tage nach der Vereidigung unternahm der Ministerpräsident seinen ersten Vor-Ort-Besuch am Südbahnhof, begleitet von der Staatssekretärin für Städtebau und den Bürgermeistern von Anderlecht und Vorst. Seine Feststellung: « bei der Koordination gibt es Verbesserungsbedarf » zwischen den vor Ort tätigen Akteuren (lokale Polizeizonen, Bundespolizei, SNCB, Stib, Gemeinden).
Dieser Besuch konkretisiert die Sicherheitspriorität der RPE und veranschaulicht die Koordinationsherausforderung hinter den 10 Millionen EUR für die Sicherung der Bahnhöfe Midi und Nord.
Weitere Sicherheitsverpflichtungen (RPE, Kapitel 7)
Die RPE sieht weitere Sicherheitsmaßnahmen vor:
- Harmonisierte kommunale Verwaltungsstrafen (GAS) : regionale Harmonisierung der kommunalen Verwaltungsstrafen für eine einheitliche Anwendung in den 19 Gemeinden
- Regionale Anti-Radikalisierungszelle : eigene Struktur für Prävention und Erkennung von Radikalisierung, ergänzend zum föderalen System (OKAM)
- Regionaler Anti-Drogenplan : integrierter Plan, der Prävention, Schadensminderung, Behandlung und Repression umfasst — koordiniert mit dem regionalen Drogenkommissar
Diese Maßnahmen wurden noch nicht durch Durchführungstexte umgesetzt.
Quellen und Methodik
Die oben dokumentierten Verpflichtungen stammen aus dem offiziellen Text der RPE (Kapitel 7) und aus übereinstimmenden Pressequellen, die das Regierungsabkommen vom 12. Februar 2026 behandelt haben.
Task-Force Hotspot Nordbahnhof (März 2026)
Am 16. März 2026 haben die Bürgermeister von Schaerbeek (Martin de Brabant, MR) und Saint-Josse (Emir Kir) gemeinsam ein Maßnahmenpaket für den Hotspot des Nordviertels angekündigt, das im Rahmen der lokalen Task-Force beschlossen wurde:
Sofortmaßnahmen:
- Nächtliche Schließung aller öffentlichen Einrichtungen im Perimeter zwischen 1h und 6h (Prostitutionsstätten eingeschlossen) — Gemeindeerlass in beiden Gemeinden
- Harmonisierung der Öffnungszeiten zwischen Schaerbeek und Saint-Josse (Ende der Arbitrage durch Wechsel auf die andere Straßenseite)
- Ausweitung des Alkoholverbots auf öffentlicher Straße
- Verstärkung der Kameraüberwachung — föderale Unterstützung erwartet
- Geschwindigkeitsbegrenzung für E-Scooter im Free Floating auf 8 km/h in der Zone
- Reaktivierung der „Safe Places" und lokale Präventionspartnerschaft
Mittelfristige Maßnahmen:
- Integritätsuntersuchungen der Geschäfte im Viertel (Verdacht auf Geldwäsche)
- Umgestaltung der rue d'Aerschot, in Verbindung mit dem Bahnhofsplan (Umschlag von 10 Millionen EUR)
Quellen: La Libre, DH (16.-18. März 2026).
Explosion in Schaerbeek (13. März 2026)
Am Freitag, dem 13. März 2026, kam es am Abend zu einer Detonation in der Avenue Albert Giraud in Schaerbeek. Es handelte sich um ein pyrotechnisches Gerät laut der Sprecherin der Polizeizone Brüssel-Nord (Victoire Lorand). Ein gerichtlicher Sperrbereich wurde eingerichtet. Das Labor der Bundespolizei und ein Brandsachverständiger wurden hinzugezogen. Es wurden keine Verletzten gemeldet.
Quelle: La Libre (14. März 2026).
Operation Green Shield: 200 Soldaten eingesetzt (23. März 2026)
Am 19. März 2026 unterzeichneten die Bundesminister für Inneres Bernard Quintin (MR) und für Verteidigung Theo Francken (N-VA) das Abkommen über den Militäreinsatz unter dem Namen Operation Green Shield. Am 23. März 2026 werden 200 Soldaten gleichzeitig in Brüssel und Antwerpen eingesetzt, mit einer späteren Ausweitung auf Lüttich. Mit den Rotationen sind insgesamt rund 600 Personen mobilisiert. 50 Soldaten waren bereits für die Sicherung nuklearer Standorte eingesetzt.
Kontext: Zunahme des Antisemitismus -- Angriff auf die Synagoge in Lüttich am 21. März, versuchter Angriff in Antwerpen am 24. März. Das Bedrohungsniveau in Belgien bleibt auf Stufe 3 von 4 (« schwerwiegend »).
Einsätze:
- Statische Überwachung von Standorten der jüdischen Gemeinde (Synagogen, Schulen)
- Gemischte Patrouillen Polizei/Militär in Bahnhöfen und STIB/MIVB-Haltestellen — verstärkte Sicherheit in Metrostationen und Brüsseler Bahnhöfen
- FIPA-Operationen (integrierte Großeinsätze der Polizei): Bekämpfung von Drogenhandel und organisierter Kriminalität in der Region Brüssel-Hauptstadt
Dauer: drei Monate zunächst, Reduzierung auf 90 Soldaten bei Verlängerung. Die gemischten Patrouillen in Brüssel beginnen effektiv erst ab April 2026 (BX1).
Es handelt sich um eine föderale Maßnahme mit direkter Auswirkung auf Brüssel. Die Bundesjustizministerin kritisierte die ursprüngliche Ankündigung und gab an, dass sie nicht im Ministerrat besprochen worden sei.
Quellen: RTBF (16., 19. und 23. März 2026), BX1, La Libre, DH, L'Avenir, BusinessAM (23. März 2026).
Angriff beim ÖSHZ Anderlecht (25. März 2026)
Am Mittwoch, dem 25. März 2026, gegen 10:30 Uhr, griff ein Individuum einen Sicherheitsbeamten des ÖSHZ (Öffentliches Sozialhilfezentrum) von Anderlecht sowie zwei Polizeibeamte der Zone Brüssel-Süd an. Der Mann, in einer Gesprächskabine eingeschlossen, zerstörte das Mobiliar, bevor er von der Hundestaffel überwältigt wurde. Das ÖSHZ wurde am Nachmittag geschlossen.
Dieser Vorfall steht im Kontext wachsender Spannungen in den Brüsseler ÖSHZ, die mit der föderalen Reform der Arbeitslosenversicherung (Ausschlüsse aus dem Leistungssystem) zusammenhängen, welche zu einem steigenden Druck auf die Sozialhilfezentren führt.
E-Scooter-Unfälle
Das Vias-Institut verzeichnete 541 Verletzte bei E-Scooter-Unfällen in Brüssel im Jahr 2024. Im Q1 2025 betrug der Anstieg +62 % national und +44 % in Brüssel. Die Region konzentriert 45 % aller E-Scooter-Unfälle des Landes. Von den Schwerverletzten erleiden 60 % Schädel-Hirn-Traumata.
Quelle: Vias Institut, Analysen 2024-2025.
Erweiterung des Militäreinsatzes: Bahnhöfe und Metrostationen (3. April 2026)
Ab dem 3. April 2026 patrouillieren 45 zusätzliche Soldaten in den Brüsseler Bahnhöfen und Metrostationen, im Tandem mit der Bahnpolizei. Ziel: Bekämpfung der Auswirkungen des Drogenhandels im öffentlichen Raum. Die betroffenen Stationen wurden nicht bekanntgegeben, aber Hotspots wie der Südbahnhof haben Priorität.
Dieser Einsatz ergänzt die 200 Soldaten, die seit dem 23. März im Einsatz sind (jüdische Standorte, FIPA-Operationen), und bringt die Gesamtzahl auf etwa 245 Soldaten im Brüsseler öffentlichen Raum.
Kritische rechtliche Grauzone: Der Verteidigungskodex, der den Rechtsrahmen für Militäreinsätze auf der Straße bilden soll, wurde noch nicht im Bundesparlament verabschiedet. Die Gewerkschaft SLFP Verteidigung kritisiert ein « rechtliches Vakuum » hinsichtlich der Verantwortung im Falle eines Zwischenfalls. Auch die Vergütung (~4,95 EUR/Stunde netto) wird angefochten.
Quelle: BX1 / La Libre / L'Avenir / DH (31. März – 2. April 2026).
Betrugsverdacht an der Polizeiakademie (April 2026)
Die ehemalige Direktorin der Gewestelijke Politieacademie Brussel (regionale Polizeiakademie) ist Gegenstand von Ermittlungen der Brüsseler Staatsanwaltschaft und der Staatsanwaltschaft Wallonisch-Brabant. Verdacht: Sonderausnahmen zur Aufhebung von Protokollen und gefälschte Selor-Bescheinigungen (betrügerische Zweisprachigkeitszulagen). Die Betroffene wurde in eine lokale Polizeizone versetzt. Die Staatsanwaltschaften haben sich nicht geäußert.
Quelle: BRUZZ (1. April 2026).
Zone Brüssel-Nord: Kriminalität um 12 % gesunken in 2025
Die Polizeizone Brüssel-Nord (Polbruno: Schaerbeek, Evere, Sint-Joost) stellte ihre Bilanz 2025 am 3. April 2026 vor:
| Indikator | 2025 | Entwicklung vs. 2024 |
|---|---|---|
| « Objektive » Kriminalität | 29 495 PV | -12 % |
| Fahrzeugdiebstahl, Taschendiebstahl, Einbrüche | Rückläufig | — |
| PV Betäubungsmittel | 1 333 | +53 % |
| Festnahmen | — | +11 % |
| Überstellungen an die Staatsanwaltschaft | — | +147 % |
Die Gewalt bleibt im Nordviertel konzentriert, das « mehr denn je » besondere Aufmerksamkeit erfordert. Anhaltende Herausforderungen: Raubüberfälle, häusliche Gewalt, Cyberkriminalität.
Quelle: BX1 / La Libre / DH (3.-4. April 2026). Vertrauen: official (Polizeizone).
Der safe.brussels-Bericht 2024 dokumentierte die Kriminalitätslage: Gewaltdiebstähle zunehmend, anhaltende Drogenproblematik an Bahnhöfen, Druck auf Polizeizonen.
Vollständigen Kontext lesenWas das konkret bedeutet
Die neue Regierung plant einen regionalen Anti-Drogen-Kommissar, eine Investition von 10 Mio. € in Bahnhöfe, die Vernetzung von Kamerasystemen und die Verstärkung der Feuerwehr (DBDMH). Diese Maßnahmen müssen über den Haushalt 2026 finanziert werden.
Was BGM nicht sagt
Diese Seite behauptet nicht, dass der regionale Sicherheitsplan alle Sicherheitsprobleme lösen wird — sie dokumentiert die bezifferten Verpflichtungen der RPE. Die Wirksamkeit hängt von der tatsächlichen Finanzierung, der Koordination mit den Polizeizonen und der föderalen Zusammenarbeit ab.
Quellen
- DH — Sécurité, impôts, Good Move, logement: Abkommen der 7 Parteien (12. Feb. 2026) (öffnet in neuem Tab)
- RTBF — Was das regionale Regierungsabkommen enthält (12. Feb. 2026) (öffnet in neuem Tab)
- BX1 — Der Ministerpräsident besucht den Südbahnhof (17. Feb. 2026) (öffnet in neuem Tab)
- safe.brussels — Veröffentlichungen des Brüsseler Sicherheitsobservatoriums (öffnet in neuem Tab)
- BX1 — Regionaler Sicherheitsrat von Dilliès einberufen (4. März 2026) (öffnet in neuem Tab)
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