Zum Inhalt
Brussels Governance Monitor

Saint-Josse-ten-Noode: am dichtesten besiedelt, Neuwahlen

Bürgermeister : Emir Kir (Indépendant)Koalition : Liste du Bourgmestre
Bevölkerung : 27 258Postleitzahl : 1210Fläche : 1.16 km²Gemeinderatssitze : 29
Kürzlich überprüft ·

Transparenzraster

3/6 Kriterien

Haushalt online

Ja

Gemeinderatsprotokoll online

Teilweise

Gemeinderat-Livestream

Ja

Kommunale Open Data

Nein

Beteiligungsplattform

Teilweise

Mandatsregister

Ja

Kennzahlen

27 258

Population

IBSA Mini-Bru 2026

1,16km²

Superficie

IBSA

~23 185hab/km²

Densité

IBSA

Warnungen

  • Zwangsaufsicht von der Regionalregierung aktiviert (Ministerrat vom 28. Mai 2026) — Sonderkommissar möglich28. Mai 2026
  • Kumuliertes Defizit: über 30M EUR laut Region, von der Gemeinde bestritten (~17M)3. März 2026
  • Massive Erhöhung der Immobilienvorbelastung: 2.980 → 4.090 Zusatzcentimes3. März 2026
  • Tödliche Schießerei im Januar 202615. Januar 2026
  • Verstärkte absolute Mehrheit: 18/29 Sitze (55,6 %)9. Februar 2025

Die am dichtesten besiedelte Gemeinde Belgiens

Saint-Josse-ten-Noode ist die kleinste (1,16 km²) und am dichtesten besiedelte Gemeinde Belgiens (~23.185 Einw./km²). Nach der Annullierung der Wahlen vom Oktober 2024 wegen Unregelmäßigkeiten (Vollmachten) fand am 9. Februar 2025 eine Neuwahl statt. Emir Kir (unabhängig, ex-PS) verstärkte seine absolute Mehrheit auf 18/29 Sitze (55,6 %).

Transparenz: 3 von 6 Kriterien

Das Budget wird online veröffentlicht, der Gemeinderat wird seit 2018 per Livestream auf YouTube übertragen und das Mandatsregister ist zugänglich. Die Protokolle sind teilweise vorhanden (Veröffentlichungsverzögerungen gemeldet), die Bürgerbeteiligung beschränkt sich auf beratende Gremien und es gibt kein Open-Data-Portal.

Finanzkrise und Zwangsaufsicht

Saint-Josse befindet sich in einer Finanzkrise. Die Regionalregierung meldet ein kumuliertes Defizit von über 30 Millionen EUR (Haushaltsjahr 2025), ein Betrag, der vom Bürgermeister bestritten wird: Er spricht von rund 17 Millionen EUR, verweist auf « zweiundzwanzig Millionen bereits eingespart » und erklärt, « in vierundzwanzig Jahren keinen Euro von der Region verlangt » zu haben. Zwischen 2025 und 2026 griff der Brüsseler Regionale Refinanzierungsfonds für kommunale Kassen (FRBRTC) dreimal ein, für insgesamt 21 Millionen EUR; die Gemeinde beantragte einen Aufschub für die Rückzahlung eines Darlehens von 7 Millionen EUR.

Am 28. Mai 2026 aktivierte der Ministerrat der Region das Verfahren der Zwangsaufsicht über die Gemeinde, auf Initiative des Ministers für lokale Behörden, wegen « Versäumnissen und rechtswidrigen Praktiken » sowie « systemischen Funktionsstörungen », die von der Verwaltung Brüssel Lokale Behörden festgestellt wurden. Das Verfahren sieht förmliche Verwarnungen vor und, falls die Unregelmäßigkeiten fortbestehen, die Ernennung eines Sonderkommissars, der die Wiederherstellung der Finanzen überwacht und die kommunalen Entscheidungen kontrolliert. Es handelt sich um die erste kommunale Zwangsaufsicht in Brüssel seit der Schalteraffäre von Schaerbeek (1976).

Um ihre Finanzen zu sanieren, hatte die Gemeinde bereits drastische Maßnahmen ergriffen: massive Erhöhung der Immobilienvorbelastung von 2.980 auf 4.090 Zusatzcentimes (die stärkste Erhöhung in der Region) und Abschaffung der Jahresendprämie für das Gemeindepersonal. Eine tödliche Schießerei im Januar 2026 hat die Sicherheitsbedenken wiederbelebt.

Vertrauen: official (Ministerratsbeschluss + regionale Pressemitteilung; Defizit als bestrittener Wert Region/Gemeinde). Quellen: L'Avenir (28/05/2026) ; BRUZZ (28/05/2026) ; RTBF (28/05/2026).

Ein besonderer politischer Kontext

Die annullierten und erneut abgehaltenen Wahlen stellen einen einzigartigen Fall in der Geschichte der Brüsseler Gemeinden dar. PS und Ecolo werden vom amtierenden Bürgermeister von jeder Koalition ausgeschlossen.

Zuletzt aktualisiert: 29. Mai 2026

Dieses Thema per E-Mail verfolgen

Max. 1 E-Mail/Woche. Abmeldung mit 1 Klick.