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Brussels Governance Monitor

Gesundheit COCOM: Samusocial Nozat, Humanitärer Hub geräumt, 23 % Armut, Kleinkind-Lasagne

Aktuell ·

Samusocial erlaubt seit dem 20. April Alkohol im Frauenzentrum (Pilotprojekt « Nozat ») gegen das « entmündigende » strikte Verbot. Das Humanitäre Hub (Hafenallee) wurde am 21. April geräumt. Die Armut bleibt bei 23 %, und 14 246 Brüsseler Studierende erhalten Eingliederungseinkommen — mehr als ganz Flandern. Die Kleinkindbetreuung läuft durch eine Lasagne ONE / Opgroeien / Iriscare mit FWB-Kürzungen (74 Mio. €).

Was weiterläuft

  • Iriscare — laufender Betrieb

    Iriscare gewährleistet die Bezahlung der Leistungserbringer, die Verwaltung bestehender Zulassungen, Inspektionen und die Bearbeitung individueller Akten.

  • Bruss'Help — Zählung und Koordinierung

    Bruss'Help setzt die periodischen Zählungen obdachloser Personen und die operative Koordinierung des Sektors fort.

  • Winterhilfe

    Die winterliche Notunterkunft wird jährlich aufrechterhalten.

  • Plan e-Health 2026-2029

    Der föderale Öffentliche Gesundheitsdienst veröffentlichte den Aktionsplan e-Health 2026-2029, der für Brüssel gilt.

Auswirkungsindikatoren

9 777

Obdachlose oder Personen ohne Zuhause

Bruss'Help (8. Zählung, November 2024)

23 % (vs 28 % im Jahr 2023)

Armutsrate in Brüssel (2025)

Beobachtungsstelle Gesundheit und Soziales / SILC

47 304

Eingliederungseinkommen-Empfänger (ÖSHZ) Brüssel

Beobachtungsstelle Gesundheit und Soziales

14 246 (vs 10 064 in Flandern)

Studierende mit Eingliederungseinkommen Brüssel (Rekord)

Beobachtungsstelle Gesundheit und Soziales (April 2026)

130 Betten angestrebt

Rekonvaleszenz — Projektaufruf (Betten)

Iriscare / Projektaufruf 1. April 2026 (Schluss 15. Mai)

308 000+

Kinder, die Familienleistungen erhalten

Famiris / COCOM

41,3 Mrd EUR

INAMI-Gesundheitsbudget (2026)

INAMI / Le Spécialiste (2026)

5 871 (kumuliert 14 490)

Europäische Behindertenausweise (Brüssel, 2025)

Iriscare (Februar 2026)

5,86 Mio. EUR

Mobilitätshilfen (Iriscare-Ausgaben 2024)

Iriscare

Ende 2027 (Übergang zu Privattaxis)

STIB Taxibus — Ende des Minibus-PRM-Dienstes

Van den Brandt, Brüsseler Parlament (17. März 2026)

Samusocial — Pilotprojekt « Nozat » (20. April 2026)

Am 20. April 2026 startet Samusocial das Pilotprojekt « Nozat » in der Frauenaufnahmeeinrichtung: Bier und Wein in den Gemeinschaftsräumen im Erdgeschoss erlaubt (verschlossener Kühlschrank, Verbot in den Zimmern). Eine zusätzliche Begleitperson ist 3 Monate lang anwesend, um die Maßnahme zu bewerten. Begründung von Sarah de Liamchine (Generaldirektorin): Das strikte Verbot konnte « als entmündigend empfunden werden ». Ziele: Risikominderung (hastigen Konsum vor der Sperrstunde vermeiden) und menschlichere Aufnahme.

Keine Änderung der Aufnahmekapazität oder Finanzierung.

Quelle: L'Avenir, « Bier und Wein in der Frauenaufnahme von Samusocial nun erlaubt » (20. April 2026).

Humanitäres Hub — Räumung der Zelte (21. April 2026)

Die Stadt Brüssel räumte am Dienstag, dem 21. April 2026, am Morgen die Zelte, die in der Nähe des Humanitären Hub (Hafenallee) aufgestellt waren, in Abstimmung mit Bruss'Help. Die Stadt bezeichnete die Entscheidung als « schwierig », vor dem Hintergrund einer chronischen Sättigung der Notunterkünfte und anhaltenden Migrationsdrucks.

Quelle: La Libre Bruxelles (21. April 2026).

Armut in Brüssel: 23 % und Rekord an Studierenden mit Eingliederungseinkommen

Die Beobachtungsstelle für Gesundheit und Soziales dokumentiert:

  • Armutsquote 2025: 23 % (vs 28 % im Jahr 2023 — der statistische Unterschied ist mit Vorsicht zu interpretieren)
  • 47 304 Empfänger des Eingliederungseinkommens (RIS) in Brüssel
  • 14 246 Studierende mit Eingliederungseinkommen — also mehr als ganz Flandern (10 064) trotz einer fünfmal kleineren Bevölkerung. Wallonie: ~16 000.
  • Steigender Trend bei Studierenden: +14 % über 5 Jahre in Flandern, in Brüssel sogar stärker

Diese Konzentration stellt das Finanzierungsmodell der Studierenden in Frage (ÖSHZ als letztes Auffangnetz) und die Verbindung mit den regionalen / Gemeinschaftsstipendien.

Quelle: Beobachtungsstelle Gesundheit und Soziales; Le Soir / RTBF (April 2026).

Kleinkindbetreuung: die dreifache Lasagne (ONE / Opgroeien / Iriscare)

Die Brüsseler Kleinkindbetreuung fällt gleichzeitig in die Zuständigkeit von drei Behörden:

  • ONE (Office de la Naissance et de l'Enfance, FWB) — frankophone anerkannte Krippen
  • Opgroeien (Flämische Gemeinschaft) — niederländischsprachige Krippen
  • Iriscare (COCOM) — bicommunautäre Koordinierung und bestimmte Strukturen

Konkrete Folgen:

  • Bis zu 10 000 Plätze fehlen in Brüssel (Ligue des Familles)
  • Für 2 von 3 Eltern ist es « schwierig oder sehr schwierig », einen Platz zu finden
  • FWB-Kürzungen 2026: 74 Mio. EUR in der Kleinkindbetreuung (ONE, Krippen, Aufnahmehäuser)
  • Storchen-Plan: 1 700 neue Plätze in Brüssel + 1 800 in Wallonie (3 500 insgesamt) — aber einen einzigen Platz zu öffnen dauert 7 bis 9 Jahre
  • Opgroeien plant ~850 neue Plätze über den Masterplan Kinderopvang (2025)

Siehe das übergreifende Dossier: Kleinkindbetreuung.

Quellen: Moustique (Januar 2026), BruxellesToday, RTBF, Opgroeien, BGM-Kleinkindbetreuungsdossier.

Rekonvaleszenz: 130 Betten — Iriscare-Projektaufruf (1. April 2026)

Iriscare startete am 1. April 2026 einen Projektaufruf (Schluss 15. Mai) zur Schaffung von 130 Rekonvaleszenzbetten in der Region Brüssel. Ziel: die Lücke zwischen Krankenhauspflege und Heimkehr für gefährdete Patienten — insbesondere ältere — schließen.

Quelle: Iriscare (April 2026).

Personen mit Behinderung

  • ~23 100 Brüsseler erhalten Behindertenleistungen (ARR/AI) — 9,1 % des nationalen Gesamtwerts
  • 5 871 Europäische Behindertenausweise 2025 ausgestellt (kumuliert 14 490)
  • Mobilitätshilfen Iriscare: 5,86 Mio. EUR für 40 234 Leistungen (2024)
  • STIB Taxibus: Ende des Minibusses Ende 2027 (Übergang zu Privattaxis, Zuschuss von 4,7 auf 6,7 Mio. €/Jahr)
  • EAA (Europäisches Barrierefreiheitsgesetz) seit dem 28. Juni 2025 in Kraft — Sanktionen bis 200 000 EUR

Siehe das übergreifende Dossier: Barrierefreiheit PRM.

INAMI-Budget 2026: 41,3 Mrd EUR

Der Allgemeine Rat des INAMI verabschiedete das Gesundheitsbudget 2026 mit 41,297 Mrd EUR (+1,566 Mrd, Wachstumsnorm 2 % + Indexierung). Umfasst 150 Mio. € Kontrolle medizinischer Dienste, 50 Mio. € für Krankenhäuser, 228 Mio. € pharmazeutische Einsparungen. Krankenhaus-Cashflow: 580 Mio. € beschleunigte Zahlungen 2025, 275 Mio. € erwartet 2026.

Quelle: Le Spécialiste (2026); föderaler Öffentlicher Gesundheitsdienst, Plan e-Health 2026-2029.

ACS im Gesundheits- und Sozialsektor

Der ACS-Mechanismus finanziert einen erheblichen Teil des Personals in häuslicher Pflege, Kleinkindbetreuung und Altenpflege. Reduktion der Anstrengung 40 → 28 Mio. EUR (April 2026), Artikel 20 erhalten, Uniformisierung auf 95 % aufgegeben, Actiris-Partnerschaftsbudget bei 67 Mio. € erhalten. Die Activa.brussels-Prämie wird bestätigt abgeschafft und 2027 durch eine neue Maßnahme ersetzt.

Siehe das ACS-Dossier für die vollständige Analyse.

Quelle: Actiris / RPE; RTBF (April 2026).

Geerbter Kontext (Juni 2024 – Februar 2026)

Iriscare-Genehmigungen waren eingefroren, Vereinbarungen nicht erneuert und der Obdachlosenplan gestoppt. Null neue Genehmigungen zwischen Juni 2024 und Februar 2026, mit mehrmonatigen Wartelisten für psychische Gesundheitsversorgung.

Vollständigen Kontext lesen

Zurück zur Startseite25. April 2026

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