Horeca: Hotel-MwSt. 12 %, Rekord-Insolvenzen, Visit.brussels-Sparmaßnahmen, Pentagon-Bettelreglement
Hotel-MwSt. seit 1. März 2025 von 6 auf 12 % erhöht. 17 % der Brüsseler Insolvenzen entfallen auf Horeca (vs 6 % der KMU). Visit.brussels schloss seinen Schalter Königsplatz und sein Budget sinkt von 22 auf 16,3 Mio. €. Das Bettelreglement des Pentagon (Brüssel-Stadt, 20. April 2026) beeinflusst die Handelsatmosphäre.
Was weiterläuft
Bestehende Beschäftigungshilfen
Vor 2026 zugewiesene Beschäftigungshilfen werden weiter von Actiris durchgeführt.
Tourismusförderung
Visit.brussels führt seine Tourismusförderungsaufgaben im Rahmen des reduzierten Budgets 2026 (22 → 16,3 Mio. EUR) fort.
Auswirkungsindikatoren
~9 000
Horeca-Betriebe in Brüssel
hub.brussels
~35 000
Direkte Beschäftigung im Brüsseler Horeca
Actiris / LSS
~8,5 Millionen
Touristische Übernachtungen in Brüssel (2024)
Visit.brussels
2 184
Insolvenzen insgesamt in Brüssel (2025)
BX1
17 % (vs 6 % der KMU)
Anteil Horeca-Insolvenzen (Brüssel)
hub.brussels / BX1
5 631
Verlorene Horeca-Arbeitsplätze (2025, Belgien)
BX1
6 → 12 %
Hotel-MwSt. (1. März 2025)
Föderale Regierung / Programmgesetz
1 von 2 Touristenschaltern
Visit.brussels — Schalter Königsplatz geschlossen (April 2026)
BRUZZ Economie (20. April 2026)
22 → 16,3 Mio. EUR
Visit.brussels — Budget 2026 (Sparmaßnahmen)
BGM-Kulturdossier (März 2026)
Hotel-MwSt.: 6 → 12 % seit 1. März 2025
Das föderale Programmgesetz erhöhte die MwSt. auf Hotelübernachtungen zum 1. März 2025 von 6 % auf 12 %. Die Horeca-Föderation warnte vor den Wettbewerbsauswirkungen gegenüber europäischen Destinationen (Paris, Amsterdam, Berlin), insbesondere für den MICE-Tourismus (Meetings, Konferenzen, Geschäftsveranstaltungen). Die touristischen Übernachtungen 2024 lagen bei rund 8,5 Millionen in Brüssel.
Quellen: föderales Programmgesetz 2025 ; Brüsseler Horeca-Föderation.
Tourismus-Sparmaßnahmen: Visit.brussels schrumpft
Die Brüsseler Regierung kürzte das Budget von Visit.brussels von 22 auf 16,3 Mio. EUR (−26 %) für 2026. Unmittelbare Folgen:
- 20. April 2026: Schließung des Touristenschalters am Königsplatz (Brussels Info Place / Place Royale). Nur der Schalter am Großen Platz bleibt.
- BD Comic Strip Festival 2026 abgesagt (März 2026)
- Iris-Fest verkleinert
Für die Horeca-Branche ist der Empfang ausländischer Touristen der Schlüssel — gerade jetzt, da die MwSt. steigt — ein widersprüchliches Signal an einen bereits angeschlagenen Sektor.
Quelle: BRUZZ Economie (20. April 2026).
Insolvenzen: 17 % Horeca bei 6 % der KMU
Brüssel zählt rund 2 184 Insolvenzen im Jahr 2025 (alle Aktivitäten zusammen). Horeca, die nur 6 % der KMU ausmacht, konzentriert 17 % der Insolvenzen — fast 3× ihren Wirtschaftsanteil. Auf belgischer Ebene verlor die Branche 2025 5 631 Arbeitsplätze.
Kumulierte Faktoren: COVID, Inflation, Personalmangel, Anstieg der Gewerbemieten, Hotel-MwSt., regionale Sparmaßnahmen.
Quelle: BX1 ; Brüsseler Horeca-Föderation.
Bettelreglement Pentagon (Brüssel-Stadt, 20. April 2026)
Der Gemeinderat der Stadt Brüssel verabschiedete am 20. April 2026 ein Reglement, das Betteln mit Kindern unter 16 Jahren im Pentagon, am Louiseplatz und in der Louiseallee verbietet (Geldbußen bis 500 €), sowie « aggressives, hartnäckiges, einschüchterndes » Betteln im gesamten Stadtgebiet für 2 Jahre. Direkte Auswirkungen auf die Handelsatmosphäre des Pentagon — Konzentrationszone der Horeca.
Quelle: La Libre (20. April 2026).
Maßnahmen aus dem Regierungsabkommen, die das Horeca betreffen
- Jährlicher LEZ-Pass 350 EUR (sozial 200 EUR), Bußgeld pro Verstoß von 350 auf 80 EUR reduziert — vorhersehbare Kosten für Lieferanten und Zusteller
- Plan, der Good Move folgt — die Überarbeitung der Mobilitätsanordnungen wird die Horeca-Zonen in den umgestalteten Maschen betreffen
- Verwaltungsreform (Big Bang 25 → 4 Säulen) — Hub.brussels und Visit.brussels von der Konsolidierung betroffen, Zeitplan zu präzisieren
Bpost: verlängerter Streik, Auswirkungen auf das Horeca
Der Bpost-Streik (Mitte April 2026, 18-19 Tage) blockierte die Zustellung in Brüssel. Für das Horeca betrafen die Folgen Lieferantenrechnungen, Papierbestellungen und die Kommunikation mit Stammkunden. CEO Peeters schlug Ausnahmezeiten 17-18 Uhr vor (« Kinderbetreuungspuffer »).
Quelle: BGM-Beschäftigungsdossier / V2-Gedächtnis (April 2026).
Saisonsubventionen, Terrassengenehmigungen und Tourismuspolitik waren eingefroren. Der Sektor (9.000 Betriebe, 35.000 Arbeitsplätze) erlitt 17 % der regionalen Insolvenzen 2025, verschärft durch die Verdopplung des föderalen Hotel-MwSt-Satzes.
Vollständigen Kontext lesenBetroffene Akteure
Zurück zur Startseite — 25. April 2026
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