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Brussels Governance Monitor

Sauberkeit: Regionalbrigaden und sofortige Bußgelderhebung

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Der Haushalt 2026 weist 315M EUR für Brüssel-Sauberkeit zu (+2M gg. 2025) + 28M EUR für den Bahnhof Midi. Die EPR Einwegkunststoff ist beschlossen (51,4M EUR/Jahr). Reform der Abfallsammlung: gelbe Säcke zweiwöchentlich, weiße Säcke 1×/Woche in 11 Gemeinden. Dreitägiger Streik (18.-20. März), 38 % Fahrzeuge im Depot an Tag 2.

Kurz gefasst (leichte Sprache)

Die Regierung will, dass Brüssel sauberer wird. Es soll mehr Reinigungspersonal, unterirdische Mülltonnen und sofortige Bußgelder für illegale Entsorgung geben.

Schluesselzahlen

75Tonnen

Gesammelte N₂O-Flaschen (2025)

50+Tonnen

davon illegale Ablagerungen

12Mio. €

Gesamtkosten (2025)

9Mio. €

davon direkter Budgeteinfluss

~500(−37 % gg. 2024)

Explosionen Verbrennungsanlage (2025)

Verpflichtungen der RPE

Die Regionale Politikerklärung vom 13. Februar 2026 widmet der öffentlichen Sauberkeit ein eigenes Kapitel, das als wichtiges Bürgeranliegen identifiziert wurde.

Reform der Agentur

  • Reform der Brüsseler Reinigungsagentur (ABP) — Reorganisation der Abfuhr und Verbesserung der Arbeitsbedingungen

Sammelinfrastruktur

  • Unterflurcontainer und Verdichter — Einsatz in dicht besiedelten Vierteln
  • Spezielle Schnelleingreifeinheit „Sauberkeit"

Sauberkeitsbrigaden

  • Schaffung regionaler Sauberkeitsbrigaden — koordinierte regionale und kommunale Agenten
  • Einsatz intelligenter Kameras in Zonen mit Risiko illegaler Entsorgung

Sanktionen

  • Sofortige Bußgelderhebung bei festgestellten Verstößen
  • Bekämpfung des illegalen Müllimports aus anderen Regionen

Illegale Entsorgung: der « Abfalltourismus » (2025)

Die Daten der Stadt Brüssel zeigen das Ausmaß des Phänomens der illegalen Müllentsorgung:

  • 7.731 Bußgelder im Jahr 2025 verhängt, ein Anstieg von 61% gegenüber 2024
  • 36,7% der Zuwiderhandelnden sind Nicht-Einwohner (2.837 von 7.731) — das sogenannte « Abfalltourismus »-Phänomen, begünstigt durch den zehnmal niedrigeren Preis der Müllsäcke in Brüssel als in den umliegenden Gemeinden
  • Gesamtbetrag der Bußgelder: etwa 12 Millionen Euro im Jahr 2025

Die Region plant die Einführung von Unterflurcontainern in Vierteln mit hoher Bevölkerungsdichte und die Verstärkung der Kontrolle durch intelligente Kameras, entsprechend den RPE-Verpflichtungen.

Lachgas: Betriebsdaten 2025

Brüssel-Sauberkeit hat 2025 75 Tonnen Lachgasflaschen gesammelt, davon mehr als 50 Tonnen aus illegalen Ablagerungen. Die Gesamtkosten der Sicherheits- und Verarbeitungsmaßnahmen belaufen sich auf 12 Millionen Euro, davon 9 Millionen direkt zu Lasten des Agenturhaushalts.

Ein seit Juni 2025 installierter Schredder ermöglicht die Neutralisierung der Flaschen vor der Verbrennung. Die Explosionen in der Verbrennungsanlage gingen um 37 % zurück (von 797 auf ca. 500) und die Betriebsstilllegungen um 29 % (von 35 auf 25 pro Jahr).

Seit März 2024 verbietet ein königlicher Erlass den Verkauf und Besitz von Lachgas zu Freizeitzwecken. Brüssel-Sauberkeit hält die Gesetzgebung jedoch für unzureichend, da sie auf mündlichen Erklärungen der Käufer beruht.

Erweiterte Herstellerverantwortung: 51,4 Mio. €/Jahr (13. März 2026)

Das Brüsseler Parlament hat am 13. März 2026 die Verordnung zur Umsetzung des interregionalen Kooperationsabkommens über die erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) für Einwegkunststoffe (EU-SUP-Richtlinie) verabschiedet. Die Hersteller (Verpackungsindustrie und Tabakbranche) zahlen 51,4 Millionen Euro pro Jahr an die Region Brüssel (26,7 Mio. € ab 2026), davon:

  • 54 % an die Gemeinden zur Finanzierung der Beseitigung von Abfall im öffentlichen Raum
  • 46 % an die Region für die regionale Sauberkeitspolitik

Die betroffenen Produkte umfassen Einwegkunststoffe, Dosen, Zigarettenverpackungen und -filter, Feuchttücher, Luftballons und Kaugummi. Das Abkommen sieht die Möglichkeit vor, die EPR auf neue Abfallströme auszuweiten (Möbel, Textilien, Einwegwindeln).

Diese Verordnung, seit der SUP-Richtlinie von 2020 erwartet, wurde mit Enthaltung von PVDA und Vlaams Belang angenommen. Das Flämische Parlament muss den Text noch genehmigen.

Quelle: BRUZZ, 13. März 2026.

Deliberative Kommission zur Sauberkeit

Am 23. Januar 2026 beschloss das Brüsseler Parlament die Einrichtung einer 7. deliberativen Kommission zur Sauberkeit des öffentlichen Raums. Fünfundvierzig zufällig ausgewählte Bürger und fünfzehn Abgeordnete werden Empfehlungen zur Abfallwirtschaft und städtischen Sauberkeit formulieren. Es ist die erste Kommission der neuen Legislaturperiode.

Quelle: Brüsseler Parlament, Januar 2026.

Streik Bruxelles-Propreté: 18.-20. März 2026

Die Agentur Bruxelles-Propreté hat einen dreitägigen Streik von Mittwoch, 18. bis Freitag, 20. März 2026 angekündigt. Während dieser Zeit werden nur die weißen Säcke (Restmüll), orangen Säcke (PMC) und grünen Säcke (Bioabfall) abgeholt. Blaue Säcke (Papier/Karton) und gelbe Säcke (Glas), die trotz der Hinweise herausgestellt werden, bleiben bis zur folgenden Woche auf den Gehwegen liegen.

Priorität haben gesundheitlich relevante Abfälle (Bioabfall und Restmüll). Die Recyclingparks bleiben zu den üblichen Öffnungszeiten geöffnet.

Bilanz Tag 1 (18. März): Die Störungen blieben begrenzt, mit 80 % des Personals aktiv. Weiße und orange Säcke wurden zu 100 % abgeholt. Die blauen und gelben Säcke blieben am Boden liegen. Die Recyclingparks waren geschlossen (außer Humanité). In Ganshoren wurden die mobilen Recyclingpark-Events vom 18. bis 20. März abgesagt. Bilanz Tag 2 (19. März): deutlich stärkere Störungen — 38 % der Fahrzeuge blieben im Depot (62 % der Touren durchgeführt). Die Viertel der Stadt Brüssel (Kanal, Louise), Forest, Ixelles und Saint-Gilles waren am stärksten betroffen. Der Recyclingpark Humanité blieb geschlossen.

Quellen: BX1, RTBF, La Libre (16. März 2026), BRUZZ (18.-19. März 2026).

Reform der Abfallsammlung (19. März 2026)

Die Staatssekretärin für öffentliche Sauberkeit hat am 19. März 2026 eine umfassende Reform der Hausmüllsammlung angekündigt:

Änderungen der Abholfrequenz:

  • Gelbe Säcke (Papier/Karton): Umstellung von wöchentlicher auf zweiwöchentliche Abholung
  • Weiße Säcke (Restmüll): Streichung der zweiten wöchentlichen Abholung in 11 Gemeinden (Uccle, Watermael-Boitsfort, Auderghem, Woluwe-Saint-Pierre, Woluwe-Saint-Lambert, Evere, Jette, Ganshoren, Koekelberg, Berchem-Sainte-Agathe, Teil Stadt Brüssel)
  • Bioabfall: Verstärkung der zweiwöchentlichen Abholung in dicht besiedelten Vierteln

Sperrmüll — differenzierte Strategie:

  • Dicht besiedelte Viertel: Unterflurcontainer + kollektive Sortierräume
  • Weniger dichte Gebiete: Beibehaltung der Hausabholung
  • 100 neue Sortierräume kurzfristig

Orange Säcke (Bioabfall): Verstärkung der Abholung in dicht besiedelten Vierteln — Umstellung auf zweiwöchentliche Frequenz.

Haushalt: 315 Millionen EUR (gg. 313M in 2025) + 28 Millionen EUR für den Bahnhof Midi (Sicherheit + Sauberkeit).

Personalauswirkungen:

  • 65 Mitarbeiter umsetzbar dank Rationalisierung der Touren
  • 180 erwartete Abgänge 2026 (davon 165 in operativen Funktionen)
  • 250+ offene Stellen 2026
  • Ohne Einstellungsausnahme: Risiko des Verlusts eines Drittels der Haus-zu-Haus-Touren, Schließung der 6 regionalen Recyparks und Einstellung der Containerabholung für Mehrfamilienhäuser (einschl. Sozialwohnungen)

Zeitplan: Umsetzung nicht vor 2027, möglicherweise 2028. Die Staatssekretärin hat eine Einstellungsausnahme beantragt, um die offenen Stellen 2026 zu besetzen.

Quellen: L'Avenir, La Libre, RTBF, BX1 (19. März 2026).

Quellen und Methodik

Die oben dokumentierten Verpflichtungen stammen aus dem offiziellen Text der RPE (Kapitel 10) und aus übereinstimmenden Pressequellen, die das Regierungsabkommen vom 12. Februar 2026 behandelt haben. Die Betriebsdaten zum Lachgas stammen aus der offiziellen Mitteilung von Brüssel-Sauberkeit vom 10. Februar 2026 und dem BX1-Bericht vom 17. Februar 2026.

Geerbter Kontext (Juni 2024 – Februar 2026)

Illegale Ablagerungen nährten einen « Mülltourismus » zwischen Gemeinden, und die Sammlung von Lachgas wurde eine neue operative Herausforderung.

Vollständigen Kontext lesen

Was das konkret bedeutet

Die neue Regierung plant eine Reform der Brüsseler Reinigungsagentur, regionale Brigaden, unterirdische Container und sofortige Bußgelder. Die Umsetzung hängt vom Haushalt und der Koordination mit den Gemeinden ab.

Was BGM nicht sagt

Diese Seite behauptet nicht, dass die Sauberkeitsmaßnahmen das Problem sofort lösen — sie dokumentiert die konkreten Verpflichtungen der RPE. Die Wirksamkeit hängt vom Einsatz der Mittel, der Koordination Region-Gemeinden und dem Nutzerverhalten ab.

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