Digital: digitale Kluft und Verwaltungsvereinfachung
LaufendDieses Dossier verläuft im aktuellen Rahmen normal.
Die RPE sieht die Bekämpfung der digitalen Kluft, die Verwaltungsvereinfachung über Easy Brussels und IRISbox, den Smart-City-Ausbau und die Positionierung Brüssels als KI-Hauptstadt vor.
Kurz gefasst (leichte Sprache)
Die Region will Brüsselern bei der Internetnutzung helfen, Online-Dienste vereinfachen und Brüssel zu einer intelligenten Stadt machen.
Schluesselzahlen
36%der Brüsseler 16-74 Jahre (40 % national)
Bevölkerung in digitaler Verwundbarkeit
75%Belgien (Barometer 2022, König-Baudouin-Stiftung)
Gering qualifizierte Personen in digitaler Verwundbarkeit
60Monate (bestehende Verfahren) — 6 Monate (neue)
Ordonnanz Brüssel Digital — Frist zur Konformität
Verpflichtungen der RPE
Die Regionale Politikerklärung behandelt den digitalen Wandel aus mehreren Blickwinkeln:
Digitale Kluft
- Plan für digitale Inklusion — Begleitung von digital benachteiligten Zielgruppen (Senioren, Neuankömmlinge, Menschen in prekären Situationen)
- Öffentliche Digitale Räume — Erhalt und Stärkung des bestehenden Netzwerks
- Digitale Vermittlung — Schulung von Gemeindebeamten und Sozialarbeitern
Verwaltungsvereinfachung
- Easy Brussels — digitales Einheitsportal für regionale Verwaltungsverfahren
- IRISbox — Online-Dienstleistungsplattform, zu modernisieren und zu erweitern
- „Only once"-Prinzip — Bürger nicht erneut nach Daten fragen, die der Verwaltung bereits bekannt sind
Smart City
- Paradigm (CIRB) — regionales IT-Zentrum, Betreiber der Smart-City-Strategie
- Open Data — Erweiterung des regionalen Open-Data-Portals
- Konnektivität — WLAN- und 5G-Abdeckung in öffentlichen Räumen
Brüssel als KI-Hauptstadt
- Europäische Positionierung — Attraktivität für Technologieunternehmen, in Zusammenarbeit mit BeCentral und Universitäten
- KI in der Verwaltung — gezielte Experimente zur Verbesserung öffentlicher Dienste
Ordonnanz Brüssel Digital (25. Januar 2024)
Die Region Brüssel, die GGK und die COCOF haben am 25. Januar 2024 gemeinsam ein Dekret und eine Ordonnanz verabschiedet, die den Rahmen für die digitale Transition der Brüsseler öffentlichen Behörden festlegen. Der Text wurde am 21. Februar 2024 im Belgischen Staatsblatt veröffentlicht (Nr. 2024000830) und gilt für regionale, kommunale und interkommunale Verwaltungen sowie für die Dienste der Regierung und des Parlaments.
Durch den Text garantierte Bürgerrechte
Der Rahmen schafft sechs formale Rechte:
- jedes Verwaltungsverfahren online durchführen
- Mitteilungen über eBox mit Einschreibe-Charakter und festem Datum erhalten
- die digitale Zustimmung jederzeit widerrufen
- Unterstützung bei Online-Verfahren erhalten
- Zugang zu Offline-Alternativen: physische Schalter, Telefon, Post
- angepasster Zugang (Personen mit Behinderungen) und angepasste Öffnungszeiten
Der Text verpflichtet die Verwaltungen, „die Mittel für die physische Interaktion zu erhalten oder zu entwickeln" — es handelt sich nicht um eine bloße optionale Alternative, sondern um eine formale Verpflichtung. Der angeführte europäische Referenzrahmen ist eIDAS, die Richtlinie Webzugänglichkeit und die Verordnung Single Digital Gateway.
Frist zur Umsetzung
- 6 Monate nach Inkrafttreten für jedes neue Verwaltungsverfahren
- 60 Monate für die Konformität der bestehenden Verfahren
Zivilgesellschaftlicher Widerstand und Nichtigkeitsklage
Die Ordonnanz ist seit September 2022 Gegenstand eines anhaltenden Widerstands, geführt insbesondere von Lire et Écrire Bruxelles, der MOC Bruxelles, dem Gang des Vieux en Colère, fedabxl und einer Gruppe von 24+ Akteuren (Vereinigungen, Dachverbände, Gewerkschaften). Chronologie der Mobilisierung:
- 8. September 2022 — symbolische „Riesenwarteschlange"
- 22.-23. September 2022 — zivilgesellschaftliche Versammlung, ~500 Akteure
- Dezember 2022 — Demonstration von ~1 000 Personen
- April-Juni 2023 — lokale Versammlungen (Anderlecht, Molenbeek, Schaerbeek, Ixelles)
- 10. Oktober 2023 — 5. Versammlung Place de l'Albertine (~400 Personen)
- 12. Januar 2024 — parlamentarische Verabschiedung
- 2024 — Einreichung einer Nichtigkeitsklage vor dem Verfassungsgerichtshof. Ein Urteil wurde seither gefällt (der Organisator der Versammlung vom 23. April 2026 spricht von einer „durch den Verfassungsgerichtshof interpretierten Ordonnanz") — der genaue Umfang bleibt zu dokumentieren.
Die Gegner argumentieren, dass die Garantien des Textes formal, aber nicht verbindlich seien: keine Sanktion bei Fehlen eines Schalters, keine Dichtenorm, keine für die Aufrechterhaltung der Offline-Kanäle zugewiesenen Haushaltsmittel.
Zahlen zur digitalen Kluft (Barometer 2022)
Der Barometer der digitalen Inklusion der König-Baudouin-Stiftung (Ausgabe 2022, zitiert von Lire et Écrire) stellt fest, dass:
- 4 Brüsseler von 10 sich in einer Situation digitaler Verwundbarkeit befinden
- 1 Belgier von 2 auf nationaler Ebene
- 75 % der gering qualifizierten Personen erhebliche digitale Schwierigkeiten haben
Die aktualisierten Daten des Barometers 2024 zeigen einen leichten Rückgang auf 36 % für die Brüsseler Bevölkerung von 16-74 Jahren (siehe Abschnitt Mini-Bru oben) — aber die Konzentration auf gering qualifizierte, ältere und prekäre Zielgruppen bleibt massiv.
Versammlung « L'humain d'abord ! » (23. April 2026)
Am Donnerstag, dem 23. April 2026, von 10 bis 17 Uhr, fand eine von Lire et Écrire Bruxelles organisierte Versammlung auf dem Fernand-Cocq-Platz in Ixelles (1050) statt. Das öffentlich erklärte Ziel: „erheblichen Druck auf die 19 Brüsseler Gemeinden auszuüben", damit sie die Ordonnanz einhalten, wie sie vom Verfassungsgerichtshof interpretiert wurde. Sie ist Teil eines für das Frühjahr 2026 geplanten Mobilisierungszyklus (8. Mai: Aufruf Coalition 8 Mai; 12. Mai: nationale Demonstration auf föderaler Ebene zu Renten / Arizona, eigenständige Frage).
Quellen: Belgisches Staatsblatt (21. Februar 2024); be.brussels; Lire et Écrire; fedabxl. Vertrauen: official (Rechtsrahmen und Barometerdaten); unconfirmed (genauer Umfang des Urteils des Verfassungsgerichtshofs, Teilnehmerzahl bei der Versammlung — mit der Presseberichterstattung von morgen zu konsolidieren).
Wichtige Einrichtungen
- Paradigm (CIRB) — IT-Zentrum der Region Brüssel-Hauptstadt, technischer Betreiber
- Easy Brussels — Agentur für Verwaltungsvereinfachung
- IRISbox — Plattform für Online-Dienste
Physische Infrastruktur: Rechenzentren
Die Ambition „KI-Hauptstadt" stützt sich auf eine wachsende physische Infrastruktur. Das Rechenzentrum KevlinX BRU01 (Neder-Over-Heembeek, 32 MW, ~150 Arbeitsplätze) ist seit Januar 2026 auf dem Gebiet der Region in Betrieb. Der Stromverbrauch der Rechenzentren in Belgien wird auf 3,2 TWh geschätzt (4 % des nationalen Stroms), mit Prognosen von 7 bis 15,5 TWh bis 2035. Rechenzentren fehlen im PRDD und es gibt keine spezifische stadtplanerische Kategorie.
Quelle: KevlinX, Elia, DPR 2026.
Strukturelle Daten: Mini-Bru IBSA 2026
Das Mini-Bru 2026 positioniert Brüssel an der Spitze der Digitalisierung in Belgien:
| Indikator | Brüssel | Flandern | Wallonien |
|---|---|---|---|
| Fortgeschrittene Digitalkompetenzen (16-74 Jahre, 2025) | 65 % | 61 % | 60 % |
| Geringe oder keine Kompetenzen | 35 % | 39 % | 40 % |
| Digitale Intensität KMU (2024) | 86 % | 85 % | 79 % |
| Arbeitsplätze IKT-Sektor (2023) | 28 111 | — | — |
Brüssel weist den höchsten Anteil fortgeschrittener Digitalkompetenzen im Land und die stärkste digitale Intensität der KMU auf, getragen von einem Ökosystem mit 28 111 IKT-Arbeitsplätzen.
Die regionale F&E erreicht 2 532,9 M EUR (2,45 % des BIP) mit 15 367 Forschern (VZÄ), davon 71,9 % im privaten Sektor.
Quelle: BISA Mini-Bru 2026 (Statbel, Eurostat, Belspo, Daten 2023-2025).
Innoviris friert alle neuen F&E-Projekte ein (März 2026)
Der regionale Forschungs- und Innovationsfonds Innoviris hat angekündigt, 2026 keine einzige Ausschreibung zu starten, infolge einer Budgetkürzung von ~20 %. Laufende Projekte aus 2025 werden fortgesetzt, aber keine neuen Projekte finanziert.
Auswirkungen auf den Digitalsektor:
- Das Einfrieren betrifft unmittelbar die digitalen Innovationsprojekte, die Innoviris in Partnerschaft mit Brüsseler Universitäten und KMU finanzierte
- Die RPE-Ambition, Brüssel als « KI-Hauptstadt » zu positionieren, wird durch den Wegfall des öffentlichen F&E-Hebels untergraben
- Das regionale F&E-Budget (2 532,9 Mio. EUR, 2,45 % des BIP) lag bereits unter dem europäischen Ziel von 3 %
- Der Privatsektor stellt 71,9 % der Forscher — ohne öffentliche Kofinanzierung verlieren gemischte Projekte (öffentlich-privat) ihre Daseinsberechtigung
Die Maßnahme fügt sich in den breiteren Sparkontext ein: Hub.brussels (internationales Netzwerk −⅔), Visit Brussels (Subventionen 22→8 Mio. EUR), föderale MwSt.-Erhöhung. Das Brüsseler Innovationsökosystem wird von vier Seiten getroffen.
Quelle: BRUZZ (27. März 2026).
Quellen und Methodik
Die dokumentierten Verpflichtungen stammen aus dem offiziellen RPE-Text und übereinstimmenden Pressequellen zum Regierungsabkommen vom 12. Februar 2026.
Die wichtigsten Stellen (Paradigm/CIRB, Easy Brussels, Hub.Brussels) arbeiteten im laufenden Modus, ohne neuen politischen Impuls.
Vollständigen Kontext lesenWas das konkret bedeutet
Die RPE sieht einen Plan zur digitalen Inklusion für die ~40 % der Brüsseler Haushalte mit digitalen Schwierigkeiten, die Modernisierung von IRISbox und Easy Brussels und die Positionierung Brüssels als KI-Hauptstadt vor.
Was BGM nicht sagt
Diese Karte sagt nicht die Wirksamkeit des Plans zur digitalen Inklusion voraus. Sie dokumentiert die RPE-Verpflichtungen. Die digitale Kluft ist ein multifaktorielles Phänomen, das über die regionale Politik allein hinausgeht.
Quellen
- DH — Sécurité, impôts, Good Move, logement : l'accord des 7 partis (12. Feb. 2026) (öffnet in neuem Tab)
- RTBF — Was das Regierungsabkommen enthält (12. Feb. 2026) (öffnet in neuem Tab)
- König-Baudouin-Stiftung — Barometer der digitalen Inklusion 2024 (öffnet in neuem Tab)
- BISA — Mini-Bru 2026 : Brussels-Capital Region in figures (öffnet in neuem Tab)
- Ordonnanz Brüssel Digital — Belgisches Staatsblatt (21. Februar 2024) (öffnet in neuem Tab)
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