BGM Digest — Woche 25 (15-21 Juni 2026)
Plan Gares und größere Regierungsdurchbrüche
Die Woche war durch mehrere Regierungsdurchbrüche am 17. und 18. Juni gekennzeichnet. Der Plan Gares mit einem Etat von 10 Millionen EUR pro Jahr wurde am 18. Juni für die Bahnhöfe Brüssel-Nord und Brüssel-Süd genehmigt: Einsatz von etwa 60 Kameras, verbessertes Reinigungswesen und erste Maßnahmen ab 2027. Diese Fortschritte fallen in das Mobilitätsbereich und zielen darauf ab, Bereiche unter den Eisenbahntrassen in sichere öffentliche Räume umzuwandeln.
Parallel dazu wurde am 17. Juni eine Genehmigung für den teilweisen Abriss des Palais du Midi erteilt, die den Hauptverwaltungshindernis für den Tunnelabschnitt der Metro 3 hebt. Verstärkte Denkmalbeschutzauflagen regeln diese Operation. Das Dossier Sicherheitsplan schreitet ebenfalls voran mit der Bestätigung eines regionalen Drogenbeauftragten, dotiert mit 1,5 Millionen EUR pro Jahr ab 2027.
Wohnen und Be-Home-Beihilfe
Am 18. Juni billigte die Regierung in erster Lesung eine Verdopplung der Be-Home-Beihilfe: Sie wird von 164 auf 328 Euro pro Jahr 2027 für Eigennutzer erhöht und kommt etwa 200 000 Brüsseler Haushalten zugute. Diese Maßnahme stellt zusätzliche Steuerausgaben auf dem Weg zum Haushaltsausgleich 2029 dar. Siehe Wohnungsfaktenblatt →
Beschäftigung und soziale Spannungen
Der Brüsseler Arbeitsmarkt verschlechterte sich 2025 deutlich nach der Konjunkturnotiz des IBSA vom 18. Juni: Die Beschäftigung von Bewohnern sinkt auf 352 200 Personen (−4 500 pro Jahr, erster Rückgang in über zehn Jahren), und Leiharbeit fällt auf Werte vergleichbar mit den Lockdowns von 2021.
Zwei große Arbeitskonflikte spitzten sich diese Woche zu. Die Gewerkschaftsfront reichte am 16. Juni ein unbegrenztes Streikabgebot beim ÖSHZ von Molenbeek gegen drastische Sparmaßnahmen ein: Halbierung der Jahresendprämie und Wegfall von etwa vierzig Stellen. Gleichzeitig streikten am 15. Juni neun der zwölf Brüsseler Werkstätten für Menschen mit Behinderung und forderten ein Branchentarifabkommen zu Essensschecks. Siehe Sozialbereich →
Verantwortungsvolle Digitalisierung und Daten
Ein neues Dossier wurde für die Brüsseler Politik der verantwortungsvollen Digitalisierung erstellt: Verlängerung der Lebensdauer von IT-Geräten (von 4 auf 6 Jahre) reduziert den CO2-Fußabdruck um etwa 36 %, spart etwa 230 Tonnen jährlich, wenn auf Brüsseler Verwaltungen ausgeweitet. Der Klimakontext bleibt kritisch: Der globale IKT-Sektor macht etwa 4 % der Treibhausgasemissionen aus.
Frühe Kindheit und Haushaltsverschärfungen
Das Gesetzesdekret der Französischen Gemeinschaft, endgültig am 5. Juni verabschiedet, verzeichnet 74 Millionen EUR Kürzungen in der Frühkindheit (Jahresbudget 719 Millionen EUR). Maßnahme von Bedeutung: Abschaffung des MILAC-Systems, das ab 2026 die Erhöhung der Betreuungsquote von 1 auf 1,5 Betreuer pro 7 Kinder finanzieren sollte; es wird nicht umgesetzt. Nicht indexierte ONE-Zuschüsse bringen 7,8 Millionen EUR; ein Notfallfonds von 43 Millionen EUR (57 M 2027) soll ONE-Schulden von 75 Millionen EUR abbinden. Siehe Dossier Frühe Kindheit →
Obdachlosigkeit und Wohlbefinden
Das Sozialbarometer 2025 (veröffentlicht 16. April, Daten integriert) hebt Verschlechterung hervor: 9 777 obdachlose Personen in Brüssel gezählt, ein Anstieg von 25 % in zwei Jahren. Darunter etwa 1 678 Minderjährige. Gleichzeitig wurden 47 304 Bezieher des Sozialintegrationseinkommen (RIS) zum 1. Januar 2025 registriert—mehr als in Flandern trotz fünfmal kleinerer Bevölkerung. Siehe Wohlfahrtsdossier →
Sicherheitsvorfälle
Nachrichten zur Sicherheitslage zeigen lokalisierte Spannungen. Ein Vorfall prägte das Musikfest in Aumale (Anderlecht) am 20. Juni nach Zusammenstoß mit 4 Verletzten und 1 Verhaftung. Die Gemeinde macht die Rückkehr des Events von der Sicherung des Platzes abhängig, der seit Mai durch Polizeikkonzentration gegen Drogenhandel ins Visier genommen wird. Ein Informationstreffen für Anwohner war für 24. Juni zum Öffnen eines Samusocial-Empfangszentrums in Watermaal-Bosvoorde geplant (230 Plätze, 35 Mitarbeiter, Öffnung 14. Juli).
Neue Querschnittmaßnahmen
Institutionelle Fortschritte wurden auch erzielt: Ernennung der Direktorin der Umweltabteilung (Leefmilieu Brussel) nach über drei Jahren Blockierung (18. Juni), und Aufhebung durch das Verfassungsgericht der Verordnung, die öffentliche Öffnung des Stoclet-Palastes verpflichtete (18. Juni)—eine Frage des Eigentums- und Privatlebensschutzes. MIVB kündigte auch Einstellung ihrer Multi-Mobilitäts-App Floya zum 31. Dezember 2026 an, mit Begründung Verbot von geteilten E-Scootern und unzureichendem Nutzerwachstum.
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Source: Brussels Governance Monitor — independent civic monitoring of Brussels governance.